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Published at 19.12.03
Author: Ronny Ziegler
Languages: de
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Box-Battle: RedHat vs. SuSE -- SuSE Professional 9.0

Da sich RedHat nun entschlossen hat, doch eine (vorerst allerletzte) Box-Version herauszugeben, und auch die Konkurrenz von SuSE gerade frisch aus dem Trainingslager stammt, haben wir beide einem Fitness-Test unterzogen und gegeneinander antreten lassen.

Linux im Wandel der Zeit...

Das Erscheinungsbild von Linux hat sich in den letzten 2 Jahren deutlich gewandelt. Die beiden großen Distributionen SuSE und RedHat kommen mit LSB-konformen Distributionen, die sowohl den Server- als auch Desktop-Bereich für SmallOffice-HomeOffice (SOHO) Anwender abdecken wollen.

Als deutlich unterscheidendes Markenzeichen dieser Distributionen bleiben nur noch der vorkonfigurierte Desktop und das firmeneigene Konfigurationsprogramm, über das sämtliche systemwichtigen Dienste und Hardwarekomponenten eingestellt werden.
Was "unter der Haube" läuft, wird mittlerweile immer ähnlicher, da beide die selben Kerntechnologien einsetzen. Kernel-Patches, Boot-Sequenz und Konfigurationsdateien sind nahezu identisch und unterscheiden sich nur in Details, die jeder erfahrene Anwender notfalls auch selbst ausbügeln kann.
Selbst Aktualität der Softwarepakete ist mittlerweile kein Kaufargument mehr, da beide Distributionen Auto-Update-Funktionen bieten.

Also doch ein "United Linux", sogar mit RedHat im Boot?
So weit geht es dann doch nicht. Unterschiede gibt es schon, aber sie sind mittlerweile wesentlich kleiner geworden.

Wer als alteingesessener Unix/Linux-Administrator heutzutage RedHat oder SuSE benutzen will, sollte sich im Klaren sein, dass diese Distributionen (in ihrer Standardinstallation) nicht mehr viel mit den ehemaligen Linux-Versionen gemein haben.
Grafische, framebuffer-basierte Installer, die die meisten Einstellungen automatisch vorherzusehen versuchen, ein völlig modulariserter Kernel, bis zur Unkenntlichkeit gepatched, und kaum noch Gemeinsamkeit mit dem Vanilla-Tree haben, grafische Boot-Loader, die Boot-Meldungen vor dem Benutzer verstecken, fehlende C-Compiler und Konfigurations-Tools, die per Hand gemachte Änderungen wieder rückgängig machen.

Vorbei sind die Zeiten, in denen Linux in Form eines schweizer Taschenmessers daherkam, welches erst in mühsamer Kleinarbeit an die eigenen Wünsche angepasst werden musste.
Linux ist mittlerweile standardisiert, und die Bedienung soll sowohl den Linux-Anfänger als auch den -Profi ansprechen. Ein gewagter Spagat, den die beiden Riesen da versuchen.

Wer folglich ein personalisiertes Linux-System aufsetzen will, sollte sich mehrmals überlegen, ob der Griff zu den beiden Großen überhaupt noch gerechtfertigt ist. Das Anpassen einer Standardinstallation von RedHat oder SuSE an eigene "ausgefallene" Wünsche ist mittlerweile ähnlich kompliziert wie das aufsetzen einer der vielen erhältlichen Spezialdistributionen.

Wer sich hingegen auf die jeweilige Philosopie der Distribution einlässt, bekommt schnell und unkompiziert ein modernes Linux-System geboten.
Wer firmenweit die Desktops mit Linux ausrüsten möchte, ist mit den beiden Distributionen gut bedient, und genau dies ist der eigentliche Markt, in dem die beiden Anbieter die meisten Gewinne vermuten.

Der Test

Getestet wurden die "SuSE Linux professional 9.0" und die "Red Hat Professional Workstation" und miteinander verglichen. Der Gesamt-Test teilt sich auf in drei Abschnitte: der erste Teil unterzieht die SuSE-Distribution einem ausführlichen Test und der zweite Abschnitt macht selbiges mit der Konkurrenz von RedHat (Teil 2: "RedHat Professional Workstation" Test).

Am Schluss gibt es noch ein Fazit, in dem die Stärken und Schwächen der beiden Konkurrenten verglichen werden (Teil 3: Fazit).

Installation

Die grafische Installation erfolgt bei SuSE wie bei den Vorgängern mittels Yast. Die einzelnen Installationsschritte sind auf der linken Seite der geteilten Anzeige gut dokumentiert und somit auch für Linux-Anfänger zu bewältigen.

Besonders erwähnenswert ist ein Speichertestprogramm auf der ersten von insgesamt 5 CDs (+1 DVD). Sollte es bereits bei der Installation immer wieder zu unreproduzierbaren Fehlern kommen, so kann dies häufig in fehlerhaftem Speicherbausteinen begründet sein. In einem solchen Fall sollte man das Testprogramm mehrere Stunden laufen lassen, um defekten Speicher zu erkennen.
Da die CD boot-fähig ist, lässt sich das Programm problemlos auf jedem i386-System starten, welches von CD booten kann und ist somit ein ausgesprochen nützliches Tool.

Wählt man eine Neuinstallation des Linux-Systems, so wählt Yast selbstständig die erste gefundene Linux Partition als Installationsziel.
Auf dem Testsystem erschien nun der Text "Lösche /dev/hda3" während die Festplatte deutlich Arbeitsgeräusche machte. In so einem Moment läuft einem schon mal der kalte Schauer den Rücken runter und man fragt sich in Gedanken wie alt das letzte Systembackup war, während die Hand sich in Richtung Notaus-Knopf bewegt. Denn eigentlich sollte die Neuinstallation auf die zweite Platte, also hdb.

Dass es sich bei der Zeile "Lösche /dev/hda3" aber nur um einen Vorschlag handelt, wird aber mit keinem Wort erwähnt. Der Knopf "Einstellungen akzeptieren" erscheint erst einige Sekunden später. Eine Änderung nach "Vorschlag: Lösche /dev/hda3" könnte hier so manchen Nervenzusammenbruch ersparen...

Also mußte die Partitionierung per Hand eingestellt werden, und obwohl die Formatierung von "/dev/hda3" deaktiviert wurde (ohne "F" in der Übersichtstabelle), wollte Yast auch weiterhin die Platte löschen. Dies hing wahrscheinlich mit der Änderung der Zylindergröße zusammen, die Yast nicht mehr rückgängig machen wollte, obwohl "Änderungen verwerfen" ausgewählt wurde.
Beim zweiten Installationsversuch lief dann alles problemlos.

Unterstützte Dateisystem sind JFS, XFS, ReiserFS und natürlich Ext3. Außerdem wird Raid und LVM unterstützt. Auch ein kryptografisches Dateisystem ist bereits während der Installation anlegbar.

Die Einstellung des DHCP-Servers wurde während der Installation erkannt und auch das Routing ins Internet klappte dadurch ohne jegliche zusätzliche Konfiguration. Der Hostname wurde ohne zu Fragen auf "linux" eingestellt.

Funktioniert das Aufbauen der Internet-Verbindung bereits während der Installation kann ein Online-Update eingespielt werden. Dadruch ist auch das Installieren von NVidia-Treibern und "MS True Type Fonts" möglich, die wegen rechtlicher Probleme nicht auf der CD mitgeliefert werden dürfen.
Die 3D-Unterstützung der NVidia-Treiber ist aber standardmäßig deaktiviert und muss später händisch aktiviert werden.

Benutzerauthentifizierung kann wahlweise auch Server-basiert mittels Nis, Nis+ oder LDAP erfolgen und funktionierte im Test (getestet wurde nur NIS) auf Anhieb.

Interessante Informationen, die während der Installation angezeigt werden, sind die Unterstützung des Duden-Wörterbuchs (die Windows-Version ist auch unter Linux benutzbar) und dass der cupsd-Druckerdaemon nun nicht mehr als Benutzer root sondern als eigener Benutzer "lp" gestartet wird. Darum muss nach erfolgter Installation auf der Konsole der Befehl "lppasswd -g sys -a root" ausgeführt werden, um das Passwort zur Druckerbenutzung einzustellen.

Mögliche NFS-Mountpoints werden während der Installation nicht abgefragt.

Desktop

Nach dem ersten Login begrüßt das System einen in Form von KDE 3.1.4 mit QT 3.2.1.
Angenehm ist die Integration der Yast2-Module in das KDE-Kontrollzentrum, so dass die Konfigurationstools sowohl für System als auch für den Windowmanager unter einer einzigen Oberfläche auffindbar sind. Allerdings sind hier in Punkto Ergonomie noch einige Verbesserungen möglich. Die einzelnen Yast-Module sind in der Übersicht nicht geordnet, so findet man die NFS-Client Konfiguration weit entfernt vom NFS-Server Eintrag.

Mitgelieferte Multimedia-Anwendungen sind XMMS (mit Ogg und MP3-Unterstützung), Realplayer8, das Präsentationspragramm Impress, die automatisierte TV-Programmzeitschrift Nextview (ein Programm zum Auslesen von EPG-Datenbanken) und zum Ansteuern der TV-Karten die Programme KwinTV, xawtv und Motv, welche aber ohne Nachkonfiguration kein Vollbildmodus erzeugen konnten. Stets war der Windowmanager-Rand sichtbar.

Als Video-Spieler wird das Programm Kaffeine mitgeliefert, das auf xine basiert. Aus rechtlichen Gründen können DivX-Codecs nicht mitgeliefert werden.
Zum Abspielen von Musik-CDs wird das Programm KCD benutzt, welches aber häufig Probleme bei gleichzeitiger Benutzung von Yast2 auslöst, da dann Yast2 die CDs nicht mehr selbständig auswerfen kann, wenn zuvor eine Audio-CD eingelegt war. KCD lockt dann das Laufwerk.

GTK- und QT-Programme bestizen ein konsistentes Erscheinungsbild, jedoch werden bei GTK-Programmen Menüeinträge nicht farblich hervorgehoben, wenn der Mauszeiger sich über sie bewegt, was einen sehr störenden Eindruck hinterläßt.

Konfigurationstools



Yast2



Yast2 Übersicht
Die Konfiguration erfolgt in bekannter Weise über Yast2. Neu integirerte Module sind eine grafische Konfiguration von DHCP, TFTP, Samba (Server+Client), HTTPD, DNS und des NTP Clients.

Sehr nützlich ist der Profilmanager SCPM. Hiermit kann man auf einem System mehrere Benutzerprofile anlegen, z.B. um den selben Laptop sowohl im Firmennetzwerk als auch im privaten Netzwerk zu benutzen, und immer zwischen den passenden System-Konfigurationen wechseln zu können.

Sämtliche Yast2-Module können auch vom KDE-Kontrollzentrum aus aktiviert werden, so dass Yast2 konsistent in KDE integriert wurde. Leider ist hier ein kleiner Fehler aufgetreten, und der Menüeintrag zur Konfiguration des DHCP-Servers startet immer die Samba Konfiguration. Ein zukünftiges Update wird dieses Problem aber mit Sicherheit beheben.

Zusätzliche Softwarepakete lassen sich über Yast2 nachinstallieren oder aktualisieren. Eine Suche nach Paketen ist nach Dateinamen, Beschreibung oder Kategorie möglich. Probleme mit unlösbaren Paketabhängigkeiten sind bisher noch nicht aufgetreten.


RPM-Pakete installieren

Für Profis ist auch eine "Powertweak"-Optionen erreichbar, über die direkt die Kernel-Einstellungen in den Proc-Devices editiert werden können. Bei einem kurzen Überfliegen der vielen Optionen fiel auf, dass der von SuSE ausgelieferte Standardkernel eine "Soundcard Latency" benutzt, die deutlich oberhalb des empfohlenen Wertes liegt. Allerdings sind bisher noch keine Probleme bei der Soundausgabe aufgefallen. Der X-Server hingegen ist schon mehrfach (zumeist wenige Sekunden nach dem erstmaligen Starten) abgestürzt. Der Ursprung hierfür liegt wahrscheinlich in den NVidia-Treibern, deren Quellen für SuSE aber nicht einsehbar sind.

Mit dem Befehl "yast" ist weiterhin das Programm yast mit ncurses Oberfläche startbar.


Yast ncurses

Office & Entwicklung

Zum Einsatz von Linux im Büro bietet die Distribution standardmäßig OpenOffice 1.1.0, das sowohl Word-Dokumente als auch mit PowerPoint Präsentationen umgehen kann.
Die benutzten Schriften sind durch AntiAliasing geglättet und wirken sogar auf einem LCD-Display noch ansprechend bei der Bearbeitung.

Weiterhin sind natürlich KWriter und auch AbiWord als Textverarbeitung einsetzbar. Für LaTeX-Benutzer ist Lyx in der Version 1.3.2 beigelegt und sogar in der cjk-Variante erhältlich (also mit Unterstützung für Chinesisch, Japanisch und Koreanisch). Die SuSE Variante ist mit den QT-Libraries kompiliert und nicht mit XForms, was das Programm visuell besser in den KDE-Desktop integriert.

Tools zur Software-Entwicklung sind standardmäßig noch nicht installiert, sondern müssen sämtlich per Hand nachinstalliert werden. Selbst der Gnu-C-Compiler befindet sich nach der Standardinstallation nicht auf dem System. Ob dies aus Sicherheitsgründen geschieht (auf sicherheitsrelevanten Systemen sollte möglichst kein Compiler vorhanden sein), oder einfach nur, weil dem SuSE-Standardanwender unterstellt wird, sowieso keine Programme per Hand zu kompilieren, wird nirgends erwähnt.

Für alle Programmierer liegt als IDE Kdevelop der Distribution in der Version 2.1.5 bei.

Hardware

Als Brennprogramm wird K3b 3.1.4 geliefert. Es läßt sich aber auch Xcdroast nachinstallieren.

Die 3D-Unterstützung der NVidia-Treiber ist standardmäßig ausgeschaltet und muss erst per Hand (und mit Warnung) über Sax2 aktiviert werden.

Dort kann man dann über "AccessX" eine Tastatursteuerung des X-Servers konfigurieren, geeignet für alle Systeme ohne Maus, oder für Menschen, die (z.B. aus Behinderung) keine bedienen können.

Außerdem ist bei SuSE nach der Installation der DMA-Modus für sämtliche CD-Rom-Laufwerke deaktiviert, da es in der Vergangenheit immer wieder zu Problemen auf einigen Systemen gab. Daher sollte jeder geschwindigkeitsbewußte Benutzer seine DMA-Unterstützung aktivieren und prüfen, ob es danach noch stabil läuft.

Handbuch

Der Distribution liegen zwei dicke Handbücher bei. Einerseits das "Benutzerhandbuch", das sich an den Endanwender richtet, und das "Administrationshandbuch", welches u.a. die Konfiguration von Netzwerkdiensten und Hardwarekomponenten beschreibt.

Benutzerhandbuch:
Das Buch beginnt mit einer schrittweisen Erklärung der Installation von Linux, wobei auch ausführlich auf das Verkleinern der Windows-Partition (NTFS) eingegangen wird, und hilft somit dem Linux-Einsteiger beim Umstieg.

Unangenehm fällt auf, dass die "Yast2-Screenshots" nicht zur 9.0 Distribution passen, sondern noch von einer älteren Version von Yast stammen. Allerdings beschränken sich die Änderungen nur auf das Aussehen der Icons, so dass sich die Verwirrung in Grenzen halten sollte.

Auch eine Erklärung der ncurses Version (yast1) und Sax2 ist enthalten und mit vielen Screenshots unterlegt.

Außerdem findet man eine grundlegende Einweisung in die beiden Desktop-Lösungen KDE und Gnome, wobei beide gleichwertig ausführlich behandelt werden.

Für den Endanwender wichtige Pakete wie OpenOffice und Kwrite kommen etwas zu kurz, stattdessen werden auch die Programme KPilot, Korganizer, Kadressbuch, Konquerer, Galeon und Mozilla vorgestellt.

Lobenswert ist eine Beschreibung zur Benutzung von KGpg in Zusammenarbeit mit Kmail und Evolution. Auch hier werden die KDE- und die Gnome-Lösung wieder gleichwertig behandelt.

Eine Fax- und Anrufbeantworter-Konfiguration ist inbegriffen sowie erste Schritte zur Midi, TV, Webcam und CD Benutzung im Einsatz von Linux als Multimedia-Station. Auch hier fällt auf, dass einige Menü-Pfade falsch sind ("Suse -> Multimedia -> Video"), da sie noch nicht an die 9.0 Distribution angepasst wurden.

Die letzten Kapitel beschäftigen sich mit der Benutzung einer Digital-Kamera, eines Scanners (in Kombination mit OCR-Software) sowie der Nachbearbeitung unter Gimp.
Das altbekannte Bash-Kapitel, sowie das ungewöhnliche aber lesenswerte Kapitel über Arbeitsplatz-Ergonomie sind auch dieses mal wieder vorhanden.

Administratorhandbuch:
Mit über 600 Seiten ist das Administratorhandbuch zu einem umfangreichen Nachschlagewerk herangewachsen. Neben den obligatorischen Kapiteln über System-Installation und System-Update (diesmal aber mit mehr Schwerpunkt auf die Konfiguration von administativen System-Komponenten), zeichnet sich das Handbuch durch eine knapp 80-Seitige Hilfe rund ums Linux-Druckersystem aus und behandelt auch Themen wie GDI-Drucker, LPD/CUPS, IrDA-Schnittstelle, Warteschlangenkonfiguration, Ghostscript, PostScript-Tools und IPP.

Es gibt einen Abschnitt über den Einsatz von Linux auf Notebooks mit Erklärungen zu PCMCIA, SCPM, APM, ACPI und irDA. Auch der Weg zum Updaten eines Kernels wurde beschrieben.
Sogar das Bootkonzept der SuSE - Distributionen wird kurz erklärt (init-Programm, Runlevel, Skripte, /etc/sysconfig).

Eine Hilfe zur Bedienung von Netzwerkdiensten wie BIND, LDAP, NIS, NFS, DHCP und xntp wurde eingebaut. Dem Apache wird nun endlich eine 30-Seitige Anleitung beigegeben, die trotz der Kürze die wichtigsten Konfigurationen beschreibt, und beim Aufsetzen eines Web-Servers unterstützt. Bei ausgefallenen Wünschen der Serverkonfiguration sollte sowieso auf (reichlich vorhandene) Spezialliteratur ausgewichen werden.

Gelungen ist auch die Einführung in "Software zur Datensynchronisation", welches Tools wie InterMezzo, unison, CVS und maisync behandelt, sowie Unterschiede und Einsatzmöglichkeiten aufzeigt.

Kapitel über Samba, Netatalk und MARSNWE sind enthalten, um Linux im Einsatz in heterogenen Netzwerken zu konfigurieren.

Zum Thema Sicherheit gibt es Abschnitte über SuSEfirewall2, SSH/SCP, Masquerading, Kerberos und ACL. Alles etwas kurz gehalten, allerdings ist es beim Thema Sicherheit kaum möglich allen Ansprüchen zu genügen.

Was etwas fehlt, ist die Beschreibung, einen sicheren FTP-Server aufzusetzen, ein GPG-Artikel (wie er z.B. bei der früheren RedHat beilag), Hinweise zu Snort und anderen Sicherheitstools, sowie Warnungen vor von root-Kits ausgehenden Gefahren, sowie eine Erwähnung von Tools, diese aufzuspüren.

Ansontsten kann man das Administator- und das Benutzerhandbuch als durchaus gelungen bezeichnen, die einen Großteil des Mehrwertes der gekauften Distribution gegenüber dem heruntergeladenen ISO-Image ausmachen.

Support & Update

Beste Quelle für Support bei auftretenden Problemen ist immer die SuSE Support-Datenbank: http://portal.suse.com/sdb/de/index.html.

Kostenfreier Installation-Support steht maximal 90 Tage ab den Zeitpunkt der Registrierung per E-Mail, Post, Fax oder telefonisch (12 Cent/min) zur Verfügung. Dieser Support ist nur für die Erstinstallation des Systems gültig und dann auch nur auf Einprozessor-Systemen.
Eine Liste der Themen, die beim Support angefragt werden können, findet man unter http://www.suse.de/de/private/support/inst_support/support_overview.html.
Einige der dort aufgelisteten Themen fallen nicht unter den "freien Installations-Support", sondern sind nur über eine teurere Rufnummer (1,86 Euro/min) über den sog. "Advanced Support" erreichbar.

Updates des Systems funktionieren über YOU (Yast Online Update), das sich automatisch in die KDE-Leiste einfügt, und dem Benutzer erhältliche Updates anzeigt. Diese Lösung ist für Einzelplatzsysteme natürlich sehr nützlich. In Firmennetzwerken sollten Updates aber besser auf allen Rechnern automatisch per Cron-Job eingespielt werden. Eine Anleitung, wie dies einzustellen ist, findet man im Handbuch.
Vertrauen in die Funktionstüchtigkeit der automatisch eingespielten Updates ist dann natürlich Pflicht.

Jetzt kommst Du!

Niemand kann sich anmaßen, eine Distribution (und schon gar nicht zwei) vollständig getestet zu haben. Der Umfang von 5 CDs ist unüberschaubar groß, die Kombinationen von Hardwarekomponenten einfach zu umfangreich.

Daher sind auch eure persönlichen Erfahrungen im Umgang mit SuSE 9.0 und "RedHat Professional Workstation" gefragt. Bitte schreibt diese in den Kommentarbereich zum Artikel.

Teil 2: Weiter zum "RedHat Professional Workstation" Test ...
Teil 3: Weiter zum Fazit...




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