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Published at 23.02.03
Author: Günther Zander
Languages: de
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Installationsprotokoll SuSE 8.1

SuSE 8.1 - Yast2 Es war Weihnachten und unter dem Tannenbaum lagen Linux SuSE 8.1 sowie ein TFT-Bildschirm.
Also nichts wie ran. Dieser Beitrag soll über einige Klippen hinweg helfen vor denen man stehen kann.


Voraussetzung

Neben einer Grundinstallation von SuSE 8.1 mit anschließendem Online-update bei SuSE (empfohlen) ist eine Datensicherung empfehlenswert.

Hamburger HVV - Winterfahrplan 2003

Bevor Sie mit der Installation beginnen, müssen noch zwei merkwürdige Links aus der Installationsroutine überlistet werden. Melden Sie sich dafür in einem Terminal mit Root-Rechten an.

Zu einem verlangt das Installationsprogramm eine absolute Pfadangabe, obwohl das Programm später in dem entsprechenden Unterverzeichnis aufgerufen wird. Erstellen Sie bitte folgenden Link, je nachdem ob Sie über ein CD-, oder DVD-Laufwerk verfügen "ln /cdrom /media/cdrom" oder "ln /cdrom /media/dvd".

Der zweite Link muss für Java angepasst werden. Dazu muss zuerst ein Verzeichnis angelegt werden mit:

  >> mkdir -p /usr/lib/SunJava2-1.3.1/bin
  
Und anschließend der Link
  >> ln /usr/lib/SunJava2-1.3.1/bin/java /usr/lib/SunJava2-1.3.1/jre/bin/java
  

Nun kann die CD eingelegt und das Laufwerk gemountet werden. Wechseln Sie dort in das Verzeichnis „Linux" und rufen die Programme "perl install-geofox" und "sh install-map" nacheinander auf. Beachten Sie nicht die Angaben auf der Installationsanweisung der CD. Die Fehler wurden wohl beim Korrekturlesen übersehen. Nun können Sie den Fahrplan mittels ALT-F2 und der Eingabe geofox aufrufen.

Noch ein Tipp:
Wenn Sie die Datei /opt/geofox/images/hvvlogo_19.gif mit dem Programm Gimp laden und anschließend als PNG-File wieder speichern, haben Sie ein HVV-Logo für den Desktop bzw. für den Menüeditor zur Verfügung.

Für alle Nichthamburger:
Dieses Programm beinhaltet nicht nur sämtliche Verkehrsverbindungen, sondern auch noch einen sehr guten Stadtplan, und es ist leicht zu bedienen. Aber welcher Linuxuser ist schon zufrieden damit. Wünschenswert wäre noch eine Internetverbindung, um dann die entsprechenden Luftbilder sich bei Bedarf herrunterladen zu können.

Evolution

Es ist mir nicht gelungen, mit einfachen mitteln, die Daten aus der Version 1.0.2 in die aktuelle Version 1.0.8 zu übernehmen. Deswegen wurde ein anderer Weg gewählt. Ansonsten hätte jeder Ordner einzelnd übernommen werden müssen. Das wären in diesem Falle über 20 Stück gewesen inklusive der Filterregeln.

Zuerst wird mittels Yast2 die Version Evolution 1.0.8 deinstalliert, und die zweite CD von SuSE 8.0 gemountet. Mit dem Befehl

  >> rpm -i {cdrom}/suse/gnm1/evolution-1.0.2-48.i386.rpm
  
wird die alte Version wieder installiert, und anschließend einmal aufgerufen. Dadurch wurden im Homeverzeichnis alle notwendigen Verzeichnisse angelegt und alle Verknüpfungen erstellt. Nun kann das Evolutionverzeichnis in Home komplett gelöscht werden, und das alte Verzeichnis aus der Datensicherung nach Home kopiert werden.

Nachdem nun die zweite CD von SuSE 8.1 gemountet wurde, kann das Programm mit dem Befehl

  rpm -U {cdrom}/suse/i586/evolution-1.0.8-88.i586.rpm
  
auf die neue Version 1.0.8 upgedatet werden. Nach dem Aufruf von Evolution stehen damit sofort alle Daten wieder zur Verfügung, lediglich die Passworte mussten nochmals eingegeben werden.

Um auch die Mail vom lokalen root zu bekommen, wurde der "owner" (Eigentümer) der Datei /var/spool/mail/root auf meinen Anmeldenamen gesetzt. Damit kann auch dieses Postfach in Evolution bearbeitet werden.

Konqueror

Hier wurden nur die Lesezeichen wieder hergestellt, indem aus der Datensicherung die entsprechende Datei nach "$HOME/.kde/share/apps/konqueror/bookmarks.xml" kopiert wurde.

StarOffice 6.0

Als Besitzer einer SuSE 8.0 Pro-Office CD möchte man natürlich auch dieses Produkt installieren.
Dazu wird die CD gemountet und in das Verzeichnis {cdrom}/i386/update/8.0/pay9 gewechselt.
Mit der Befehlsfolge

  >> yast2 -i so_base.rpm so_de.rpm
  
wird nun Staroffice installiert.

Eine Installation mit dem RPM-Programm ist nicht möglich, da immer eine Fehlermeldung ausgegeben wird, das "so_lang" vermisst wird.

Nun stehen die Programme setup, spadmin und soffice wieder unter /opt/staroffice6.0 zur Verfügung. Vergessen Sie nicht, als erstes setup auszuführen.

Noch schnell in der Datei /opt/staroffice6.0/program/soffice unter den Lizenzbedingungen die Zeile

  export SOLAR_USER_RTL_TEXTENCODING=22
  
eingefügt, und schon funktioniert das EURO-Zeichen wieder.

Tipp:
Falls Sie nach einer Installation von StarOffice6.0 von der Pro-Office-CD, und einer anschließenden Deinstallation von StarOffice6.0 diese nicht mehr auf der CD vorfinden, müssen Sie in dem Verzeichnis /var/lib/YaST/patches/i386/update/8.0/updates die Dateien SO_BASE-1.{Datum}.installed und SO_DE-1.{Datum}.installed ändern in ".....{Datum}.new".
Anschließend werden die Programme wieder normal angezeigt.

Staroffice 6.0 Product update 2
Download des Produkt Patch 2 unter www.sun.com/software/star/staroffice/6.0/index.html.
Diesen Patch entpacken Sie im Verzeichnis /opt/staroffice6.0. Anschließend müssen Sie sich als Root in einem Terminal anmelden, und das Programm

  >> ./so-6_0-pp2-bin-linux.bin -patch:/opt/staroffice6.0
  
im Verzeichnis /opt/staroffice6.0 aufrufen.

Installation eines Parrallelport-Scanners

Um einen Parallelport-Scanner unter SuSE 8.1 zu betreiben, muss das Paket "sane" neu kompiliert werden. In diesem Beispiel wird ein Plustek OpticPro 6000P Flachbrettscanner installiert.

Folgende Dateien müssen aus dem Netz geladen werden:

Stellen Sie sicher, z.B. über Yast, dass die Pakete sane und xsane nicht installiert sind, bzw. deinstallieren Sie diese beiden Pakete.
Ausserdem müssen die Pakete gcc und make installiert sein. Alle nun folgenen Instruktionen setzen voraus, dass Sie in einem Terminal Root-Rechte besitzen.

Beim Kompilierungsvorgang von Quellpaketen werden vom verwendeten Compiler Fehlermeldungen ausgegeben, die darauf hinweisen, dass einige Header-Dateien fehlen, weil die Header-Dateien version.h und autoconf.h nicht in dem benötigten Verzeichnis bereitgestellt werden.
Um diese Dateien für den Compiler wieder zur Verfügung zu stellen, führen Sie die folgenden Befehle in der Kommandozeile aus:

  >> mkdir -p /usr/src/linux/include/linux
  >> cp /boot/vmlinuz.version.h /usr/src/linux/include/linux/version.h
  >> cp /boot/vmlinuz.autoconf.h /usr/src/linux/include/linux/autoconf.h
  

In der Datei /etc/modules.conf müssen noch nachfolgende Zeilen am Ende angehängt werden, damit später der Scanner auch erkannt werden kann.

Auszug /etc/modules.conf
 
   # Parport-Scanner
     alias char-major-40 pt_drv
     post-install pt_drv modprobe -k parport
     options pt_drv lampoff=180 warmup=15
     port0x378 lOffonEnd=0 mov=0
  


Die Beschreibung der Optionen steht in der Manpage von sane-plustek (man sane-plustek) nach der Installation später bereit.

Im BIOS muss sichergestellt sein, dass der Parallelport aktiviert ist und der Modus auf EPP steht.
In diesem Falle wurde als IO die Adresse 378h und der IRQ 7 eingestellt. Der Interupt ist im BIOS auf PnP eingestellt. Desweiteren sollte der Scanner mit dem Rechner verbunden und eingeschaltet sein.

Als erstes kopieren Sie die Datei sane-backends-1.0.8.tar.gz in das Verzeichnis /tmp und wechseln in dieses Verzeichnis um die Datei mit

  tar xvfz sane-backends-1.0.8.tar.gz
  
zu entpacken.
Anschließend wechseln Sie in das Verzeichnis /tmp/sane-backends-1.0.8/backend und kopieren hier die Datei plustek-module-0_42_9.tar.gz hinein, um diese anschließend zu entpacken mit
  >> tar xvfz plustek-module-0_42_9.tar.gz
  
Nun sind die Sourcen ausgepackt und können kompiliert werden.
Wechseln Sie dazu in das Verzeichnis /tmp/sane-backends-1.0.8 und führen dort nacheinander folgende Programme aus: ./configure, make, make install. Nun ist das Programm Sane installiert und hat bereits alle notwendigen Informationen für die späteren Treiber erhalten.

Um nun die Treiber zu kompilieren wechseln Sie in das Verzeichnis /tmp/sane-backends-1.0.8/backend/plustek_driver und führen dort folgende Programme nacheinander aus:

  >> make all
  >> make install
  >> make load
  
Damit sind nun auch die Treiber compiliert und installiert.

Hier ist nochmals die Befehlsfolge in Listenform:

  	cd /tmp
  	(kopieren von sane-backends-1.0.8.tar.gz)
  	tar xvfz sane-backends-1.0.8.tar.gz
  	cd sane-backends-1.0.8
  	cd backend
  	(kopieren von plustek-module-0_42_9.tar.gz)
  	tar xvfz plustek-module-0_42_9.tar.gz
  	cd ..
  	./configure
  	make
  	make install
  	cd backend
  	cd plustek_driver
  	make all
  	make install
  	make load
  

Wenn Sie nun das Programm

  >> /usr/local/bin/scanimage -L
  
aufrufen, müsste ihr Scanner erkannt werden. Bei dieser Installation erscheint der Text:

device `plustek:/dev/pt_drv' is a Plustek 600P/6000P parallel port flatbed scanner

Damit ist dieser Teil der Installation abgeschlossen, und Sie können den Scanner vom Terminal aus bedienen.

Um den Scanner auch unter einer grafischen Oberfläche zu benutzen, installieren Sie mit Yast das Programm "xsane". Anschließend können Sie über das Programm Gimp ihren Scanner bedienen.
Andere grafische Programme, wie etwa Kooka, arbeiten nicht mit diesem Scanner zusammen.

Falls Sie das z.Z. aktuelle Paket von Sane (sane-backends-1.0.9.tar.gz) installieren, so ist das Vorgehen identisch. Aber Sie müssen jedesmal, wenn Sie Yast aufrufen, explizit die Installation von sane-1.0.8 verbieten, da Yast sonst diese Version überinstalliert, wobei bisher keine Einschränkungen festgestellt werden konnten.

OCR-Erkennungs Software clara und gocr

Hierfür müssen die Pakete "clara" und "netpbm" installiert sein. Die Texte wurden mit Gimp eingelesen und als XPM-Datei gespeichert. Da die OCR-Software Clara nur BPM-Dateien lesen kann, müssen diese noch konvertiert werden mittels

	
  >> xpmtoppm {Name}.xpm | ppmtopgm | pgmtopbm > {Name}.pbm
  

Die BPM-Dateien können von der OCR-Software clara nun eingelesen werden. Die Dateien lassen sich in Clara gut ansehen, leider ist es mir bisher nicht gelungen, daraus eine Textdatei zu erstellen.

Die zweite OCR-Software gocr benötigt auch das Paket netpbm. Die vorhandene Software gocr-0.3.5 müssen Sie zuerst deinstallieren, da diese einen Speicherfehler besitzt.

Laden Sie sich die Datei gocr-0.3.6.tar.gz herunter von altmark.nat.uni-magdeburg.de/~jschulen/ocr/download.html, und entpacken Sie diese wieder im tmp-Verzeichnis. Führen Sie nun im Verzeichnis /tmp/gocr-0.3.6 folgende Programme nacheinander aus:

  >> ./configure
  >> make
  
Nun steht Ihnen das Programm gocr im Verzeichnis /usr/local/bin zur Verfügung. Kopieren Sie dieses Verzeichnis noch nach /usr/bin, damit Ihr System diese Datei auch finden kann, da der Pfad /usr/local/bin nicht bei allen Usern in der $PATH-Variable steht.

Gocr kann die Dateiformate PNM, PGM, PBM, PPM und PCX verarbeiten, was auch wieder eine vorgeschaltete Konvertierung bedingt.

  >> xpmtoppm {Name}.xpm | gocr -o {Ausgabedatei}.txt
  

Die Ausgabedatei kann nun mit jeder Textverarbeitung weiter verarbeitet werden. Das Ergebnis der OCR-Software ist zwar beachtlich, reicht aber leider noch nicht aus.

Mediaplayer Xine

Da der mitgelieferte Mediaplayer mplayer, auch nach einer Neukompilation, nicht dazu zu bewegen war alle DVDs mit Sound abzuspielen, wurde auf das Programm Xine gewechselt.

Hierzu laden Sie sich von der Internetseite gd.tuwien.ac.at/video/xine folgende drei Dateien herunter:

  • xine-lib-0.9.12.tar.gz Librarys für Xine
  • xine-ui-0.9.12.tar.gz Das eigendliche Programm Xine
  • xine-vcdx-0.9.12.tar.gz Add-On für VCD-Files

Bevor Sie nun mit dem kompilieren der Programme beginnen, müssen Sie noch mit Hilfe von Yast einige Programme installieren. Diese sind: zlib-devel, libpng-devel, pkg-devel und xdevel.

Alle nun folgenen Instruktionen setzen wieder voraus, dass Sie in einem Terminal Root-Rechte besitzen! Kopieren Sie die Dateien in das /tmp-Verzeichnis und entpacken Sie sie dort mit

  >> tar xvfz xine-???-0.9.12
  
nacheinander.

Jetzt müssen Sie erst einmal ein paar Fehlerchen beheben. Wechseln Sie in das Verzeichnis /tmp/xine-ui-0.9.12/src/xitk und rufen dort, mit einem Editor ihrer Wahl, die Datei videowin.c auf. Suchen Sie (Zeile 1319) den unten stehenden Text.

/tmp/xine-ui-0.9.12/src/xitk/videowin.c
   case KeyPress:
   
   if((!gGui->cursor_visible) && (event->xkey.keycode != gVw->kc_shift_l)) {
     gGui->cursor_visible = !gGui->cursor_visible;
     video_window_set_cursor_visibility(gGui->cursor_visible);
   }
   
   gui_handle_event(event, data);
   break;
  


Diesen ändern Sie ab in:

/tmp/xine-ui-0.9.12/src/xitk/videowin.c
   case KeyPress:
   #ifdef HAVE_XTESTEXTENSION
   
   if((!gGui->cursor_visible) && (event->xkey.keycode != gVw->kc_shift_l)) {
     gGui->cursor_visible = !gGui->cursor_visible;
     video_window_set_cursor_visibility(gGui->cursor_visible);
   }
   #endif
   
   gui_handle_event(event, data);
   break;
  


Es werden zwei Zeilen eingefügt, die mit # beginnen. Nun noch die geänderte Datei speichern und fertig. Nun müssen noch drei Links erstellt werden. Geben Sie dazu folgendes ein:

  >> ln /usr/X11R6/lib/libXext.so /usr/lib/libXext.so
  >> ln /usr/X11R6/lib/libX11.so /usr/lib/libX11.so
  >> ln /usr/lib/libslang.so.1 /usr/lib/libslang.so
  

Nun können die Programme kompilert und installiert werden. Die Installationsanweisung von www.andis-homepage.de/xine.html wurde für diese Beschreibung angepasst. Es lohnt sich immer auf dieser Hompage vorbei zu schauen.

Nun sollten Sie nacheinander in die Verzeichnisse xine-lib-0.9.12, xine-ui-0.9.12 und xine-vcdx-0.9.12 wechseln und dort auch nacheinander die Befehle

  >> ./configure
  >> make
  >> make install
  
aufrufen. Nachdem Sie xine-lib-0.9.12 installiert haben, müssen Sie noch einmal ldconfig aufrufen bevor Sie mit der Kompilation fortfahren.

Hier ist nochmals die Abfolge in Listenform:

  	cd /tmp
  	{kopieren der Dateien nach /tmp)
  
  	ln /usr/X11R6/lib/libXext.so /usr/lib/libXext.so
  	ln /usr/X11R6/lib/libX11.so /usr/lib/libX11.so
  	ln /usr/lib/libslang.so.1 /usr/lib/libslang.so
  
  	tar xvfz xine-lib-0.9.12.tar.gz
  	tar xvfz xine-ui-0.9.12.tar.gz
  		-> Datei videowin.c Fehlerbehebung
  	tar xvfz xine-vcdx-0.9.12.tar.gz
  
  	cd xine-lib-0.9.12
  	./configure
  	make
  	make install
  	ldconfig
  	cd..
  	cd xine-ui-0.9.12
  	./configure
  	make
  	make install
  	cd ..
  	cd xine-vcdx-0.9.12
  	./configure
  	make
  	make install
  

Nun müssen Sie, als normaler User, einmal in Ihr Home-Verzeichnis wechseln, und dort mit

  >> mkdir ~/.xine
  
ein Verzeichnis anlegen. Noch einen Link erstellen
  >> ln /usr/share/xine/skins ~/.xine/skins
  
und ab sofort ist Ihr Mediaplayer betriebsbereit.

Lesenswert ist auch der Artikel über Xine in der Linux-User Zeitschrift Ausgabe 1/2003.




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