| Tomsrtbt steht für: "Tom's floppy which has a root filesystem and is also bootable." und ist "The most GNU/Linux on one floppy disk". So liest es sich in der FAQ zu Tomsrtbt 2.0.103, einer Linux-Distribution, die auf einer Diskette Platz findet und an dieser Stelle vorgestellt werden soll. |
Tomsrtbt ist eine "Mini-Linux-Distribution". Sie besteht aus einem nicht ganz aktuellem Kernel (Version 2.2.20), einigen Kernelmodulen für die gängigste Hardware (hauptsächlich IDE, SCSI, Netzwerkkarten, PCMCIA) und einer Reihe sorgfältig ausgewählter Tools. Die aktuelle Version 2.0.103 ist unter [1] zu finden. Man hat die Wahl zwischen:
>> tar -xzf tomsrtbt-2.0.103.tar.gz >> cd tomsrtbt-2.0.103/ >> su >> ./install.s Don't forget to READ the FAQ. Insert a blank writable 3.5" floppy diskette then strike ENTER. About to fdformat /dev/fd0u1722 Double-sided, 82 tracks, 21 sec/track. Total capacity 1722 kB. Formatting ... done Verifying ... done About to dd floppy image 3444+0 Records ein 3444+0 Records aus About to verify floppy image Succeeded!Fertig.
Floppy einlegen und los.
Welcome to tomsrtbt-2.0.103 by Tom Oehser
http://www.toms.net/rb/
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QQQQQQ# #QQQQQQ // \\
QQQQQQQ# #QQQQQQQ /( )\
QQQQQ#######QQQQQ ^`~'^
Other distributions tomsrtbt
(15 seconds...)
Als erstes kann man Boot-Parameter eingeben (boot:)
oder einfach RETURN drücken.
Man wird als zweites nach einem Video mode (80x25,...) gefragt. Auch hier
reicht einfach SPACE drücken.
Dann wird der Kernel gebootet.
Sodann wird man nach der gewünschten Tastaturbelegung gefragt.
"10" und RETURN eingeben und man hat eine deutsche Belegung.
Als nächstes erscheint:
Die Bootdisk kann nun aus dem Diskettenlaufwerk entfernt werden. Man kann zwischen 4 virtuellen Konsolen mittels ALT+F1 bis ALT+F4 hin- und herschalten. Das root-Filesystem (minix) ist in einer RAM-Disk untergebracht. Der Rechner, auf dem man bootet, sollte deshalb mindestens über 8MB Hauptspeicher verfügen. Wichtig und gut: Es wird kein einziges Bit auf die lokale Festplatte geschrieben und nichts am lokalen System verändert (außer man macht dies selbst). Man hat nun die oben aufgelisteten Programme zur Verfügung. Hier kommen übrigens Multicall-Binaries zum Einsatz (Busybox [3]). Vereinfacht gesprochen ist das ein Binary, das unter verschiedenen Namen aufgerufen wird und sich dann unterschiedlich verhält (als Argument 0 übergibt das Betriebssystem den Programmnamen). Dies ist eine Variante, um Platz zu sparen.
Netzwerk
Da mein LAN keinen DHCP-Server besitzt (würde mit tomsrtbt funktionieren)
setze ich mein C-Klasse-Netzwerk selbst auf (meine NE2000-kompatible PCI Netzwerkkarte
wurde erkannt):
>> ifconfig eth0 192.168.1.123 netmask 255.255.255.0 upOK. Netzwerkkarte geht.
>> ping 192.168.1.1OK. Anderer Rechner im LAN wird gefunden. Mit traceroute, route, wget (kann ftp und http) und telnetd/telnet stehen einige mächtige Netzwerk-Tools zur Verfügung. Man kann mittels route auch einen Router aufbauen (zumindest für statische Routen).
Dateisysteme
Mit
>> fdisk /dev/hdcschaue ich mir die lokalen Partitionen an. Mit
>> mount -t ext2 /dev/hdc1 /mnthänge ich sie ins Filesystem ein. Mit
>> umount /mntwieder aus. Ein defektes ext2-Dateisystem könnte jetzt mittels
>> e2fsck /dev/hdc1repariert werden. Die Unterstützung verschiedener Dateisysteme ist gut. ext2, ext3, minix, msdos, fat, vfat, iso9660, etc. Dies ist außerordentlich nützlich, um z.B. wichtige Dateien von nicht mehr bootfähigen Systemen zu retten, oder Startscripts auf der Festplatte zu korrigieren. Auch eine Datensicherung über Netzwerk oder auf Streamer kann durchgeführt werden.
Ein Blick auf obige Programmliste, läßt noch
weitere vielfältige Möglichkeiten des Einsatzes ahnen.
Das System kann schließlich mit
>> haltwieder ordentlich heruntergefahren werden.
Add-ons
Auf [1] lassen sich noch weitere add-ons finden, die
weitere Kernelmodule (z.B. usb) und zusätzliche Programme
beinhalten. Sämtliche Software ist übringens auf das nötigste verkleinert,
um Platz zu sparen (gemäß dem Motto: Weniger ist mehr).
An dieser Stelle sei nochmals auf Busybox verwiesen [3].
Anpassen
Dem Fortgeschrittenen Anwender bietet sich außerdem die Möglichkeit,
ein eigenes System durch Modifikation zu erstellen. Man kann als root mit
>> ./unpack.s tomsrtbt.rawdas Image auspacken und in den so erzeugten Unterverzeichnissen tomsrtbt-2.0.103.unpacked/1/ und tomsrtbt-2.0.103.unpacked/2/ eigene Änderungen einbringen. Mit
>> ./buildit.swird wieder ein Image erzeugt.
Boot-CD
Weitere Nutzungsmöglichkeiten entstehen durch die Erstellung
einer bootable CD nach der "El Torito"-Spezifikation [4]. Näheres kann
man in README.eltorito im mkisofs-Package lesen. Im Grunde
wird ein Disk-Image auf eine CD gebracht, welches quasi als Diskette
startet. Man hat so die Möglichkeit erschlossen, noch weitere Nutzdaten
auf die CD und auf diesem Wege ins System zu bringen. Das geht so:
>> bunzip2 tomsrtbt-2.0.103.ElTorito.288.img.bz2 >> mkdir meineCD >> mkdir meineCD/boot >> cp tomsrtbt-2.0.103.ElTorito.288.img meineCD/boot/Nun kopiert man alles, was man auf der CD haben möchte nach "meineCD". Dann erzeugt man ein ISO-Image von "meineCD".
>> cd meineCD
>> mkisofs -b boot/tomsrtbt-2.0.103.ElTorito.288.img \
-c boot/boot.catalog -o meineCD.iso
Size of boot image is 5760 sectors -> Emulating a 2880 kB floppy
Total translation table size: 2048
Total rockridge attributes bytes: 0
Total directory bytes: 2048
Path table size(bytes): 22
Max brk space used 0
5055 extents written (9 Mb)
Nun hat man ein ISO-Image "meineCD.iso".
Brennen kann man es mit:
>> cdrecord dev=0,0,0 -v meineCD.isoFertig.
Tomsrtbt läßt sich "out of the box" verhältnismäßig leicht installieren und anwenden (man muß kein UNIX-Guru sein). Tomsrtbt eignet sich hervorragend als Reparatur- und Rettungssystem, falls man nicht mehr von der Festplatte booten kann. Durch seine Netzwerkfähigkeiten und die Möglichkeit der Erweiterung läßt sich tomsrtbt auch als "Hacker-Tool" (im positiven Sinne!) gebrauchen. Es ist äußerst klein und hat verhältnismäßig viele Programme integriert.