Linux NetMag
Titel: Gentoo Linux
URL: http://www.linuxnetmag.com/de/issue9/m9gentoo1.html
Artikel vom: 22.02.04
Autor: Martin Schölling


Mehr Power!


Gentoo Logo Gentoo Linux wäre wohl das perfekte Betriebssystem für Tim Tailor. Vom ersten Bit an kann man ein Betriebsystem erstellen, das auf seine Bedürfnisse optimal angepasst ist. Doch der Preis dieser Optimierung ist viel Handarbeit.

Einleitung

Optimierung haben sich die Gentoo-Linux-Entwickler auf die Flagge geschrieben. Das aktuelle stable-Release mit der Versionsnummer 1.4 ist für alles die richtige Wahl: Ob Server, Workstation oder was auch immer.

Gentoo ist eine Meta-Distribution. Also nichts fertiges, sondern offen für alles...

Ohne grosse Hilfe von Installationssoftware wird jedes einzelne Programm kompiliert. Dies geschieht mit Hilfe von so genannten ebuilds, die Scripte zur Kompilierung enthalten.

Wenn man Zeit sparen will, kann man für einige ebuilds auch diekt Binaries aus dem Netz laden. Das spart bei der Installation von z.B. KDE viel Zeit, aber es widerspricht ein bisschen der Philosphie von Gentoo Linux, da dieses Programm nicht perfekt für das System optimiert wurde.

Doch nicht nur in Sachen Optimierung glänzt Gentoo Linux, auch die Aktualität der ebuilds ist hervorragend.

Die Installation

Bevor man loslegt, muss man sich zwischen drei Stages entscheiden.

Jedes Stage beginnt an verschiedenen Punkten der Installation.

Zur Optimierung des Systems werden sogennante USE-Flags gesetzt. Diese bestimmen für welchen Einsatz das System optimiert wird. Auch die Flags für GCC kann man selber setzen.



Die Installation erfolgt über die Konsole. Von der Partitionierung bis hin zur Kernelkompilierung erfolgt alles per Hand. Hier hilft allerdings eine sehr verständliche Installationsanleitung[1] mit der auch Benutzer, die nur wenig Erfahrungen mit Linux haben, gut klar kommen.

Denen wird allerdings empfohlen, erst einmal mit Stage3 zu beginnen.

Im Einsatz

Zugegeben, ein bisschen nervig ist es schon, für jedes Programm erst den Quellcode zu übersetzen, aber man hat Kontrolle über die Programme auf seinem System.

Basis hierfür ist ein von den Gentoo-Entwicklern gut gepflegter Portage-Tree, in dem so ziemlich alle Pakete zu finden sind, die man im Alltag (und darüber hinaus) benötigt.

Die Installation von ebuilts erfolgt mit einem kleinem Programm namens emerge, das den Quellcode aus dem Internet runter lädt und kompiliert.
Für Benutzer ohne Internetzugang ist es möglich eine GRP ( Gentoo Reference Platform, 3 CDs) herunterzuladen auf der viele Standard-Pakete zu finden sind.


Fazit

Praktisch und schnell. Zwar kommt Gentoo Linux ohne besondere, hübsche Installationsprogramme daher, so dass die Installation ein bisschen umständlich ist. Aber gerade dies ist der Vorteil dieser Meta-Distribution. Da man alles selber einstellen kann, wird das System nur so seinen Anforderungen gerecht.

Also nichts für Linux-Anfänger, aber sicher etwas für Leute, die lernen wollen, wie Linux arbeitet und wie man es "richtig" konfiguriert.


Verweise

[1] http://www.gentoo.de/doc/de/handbook/handbook.xml?part=0&chap=0 Installationsanleitung

[2] www.gentoo.org

[3] www.gentoo.de

[4] www.gentooforum.de