Linux für die, die nicht blind
ins Nichts springen wollen
Ubuntu ist eine
interessante Linux Distribution, besonders für Anfänger. Man
hat sich hier sehr bemüht, ein benutzerfreundliches Linux-Umfeld
zu erstellen: Die neue Version 6 von Ubuntu kann leicht und fast
automatisch auf der großen Mehrheit von Computern installiert
werden, und diese Linux Distribution übertrifft andere in der
Vielfalt von intuitiven Programmen, die sofort nach der Installation
vorhanden sind. Zusätzlich unterstützt Ubuntu die Benutzer mit
Konfigurations-Werkzeugen bei der weiteren Aktualisierung der verschiedenen
Elemente Ihrer Linux-Installation.
Wenn man Ubuntu
installiert, kann man dafür entweder eine vollständige
Festplatte reservieren, oder man kann ein "dual-boot"
System erstellen, d.h. ein System, in dem Sie
entweder Windows oder Ubuntu Linux installieren. Der Nachteil der
dual-boot Methode ist, daß Sie ewig zwischen zwei Systemen
hin und her jonglieren müssen, um Software benutzen zu
können,
die nur auf einer Plattform funktioniert. Angesichts der
beträchtlichen Startzeit von Systemen ist diese Option nicht
unbedingt die interessanteste Wahl.

Bild 1. Linux Ubuntu in Windows XP. Warum nicht?
Viele Leute wünschen deshalb eine andere
Alternative, nämlich Ubuntu in Koexistenz mit Windows. Dafür
gibt es zwei Möglichkeiten: ein Ubuntu System unter Windows
emulieren, oder ein Windows System unter Ubuntu emulieren. Die Linux
Welt spricht nur von der letzten Möglichkeit: eine ganze Platte
mit Linux formatieren, Ubuntu installieren und dann Windows unter
Linux emulieren ("wenn es wirklich notwendig ist", wird
häufig hinzugefügt). Diese Art der Installation hat
unleugbare technische Vorteile: Linux arbeitet gut, schnell und ohne
Unterbrechung über Monate hinweg, trotz all der Updates, die
hinzugefügt werden, während Windows sicherlich dadurch auffällt,
dass es immer wieder neugestartet werden muss. Es ist folglich
logisch, das stabilere Linux System zuerst zu installieren, und
darauf das weniger stabile Windows System zu emulieren.
Jedoch
ist die Lösung "Windows in Linux" nicht für
jedermann angemessen. Eine vollständige Platte umformatieren,
ein Linux System anbringen, das man noch nicht kennt, und dann wieder
(uff!!) ein vollständiges Windows System installieren, mit allen
seinen speziellen Anpassungen an die verschiedenen
Peripheriegeräte, sowie alle Applikationen mit ihren
verschiedenen Seriennummern und Paßworten (mein Verzeichnis für
"Programme" wiegt 17 GB), all dies, ohne im voraus zu
wissen, ob alle Applikationen richtig oder schnell genug
funktionieren werden, ist ein gewagter Sprung ins Nichts für
gewisse unter uns. Die Lösung, die hier vorgeschlagen wird ist
folglich das Entgegengesetzte: ein Linux System in Emulation in einem
Windows System zu installieren. Das erlaubt, das Ubuntu System in
aller Ruhe zu erforschen, und wenn man wünscht, kann man dann im
eigenem Rhythmus, teilweise oder ganz in diese alternative Welt zum
Microsoft Riesen hinüberwechseln.
Die
aktuellen Systeme in der Linux Welt erlauben diese Emulation nicht
nur kostenlos, sondern auch angemessen schnell, solange Sie ein
Windows XP oder 2K System auf einem verhältnismäßig
leistungsfähigen Computer haben (2 Gigahertz, Intel Prozessor).
Nur diese Art von Windows Installation erlaubt eine angenehme
Emulation (XP wird bevorzugt, 2K braucht einen Patch). Wir fanden,
dass mit freien Werkzeugen auf einem 2 Gigahertz Intel Prozessor
ungefähr der Toleranzpunkt für eine angenehme
Arbeitsgeschwindigkeit erreicht wird. Wenn diese Bedingungen nicht
bestehen, müsste man eine dual-boot Installation oder eine
kommerzielle Emulation empfehlen, bei der der Toleranzpunkt
vermutlich bei langsameren Maschinen erreicht wird.
Die vorgeschlagene Lösung
Wenn Ihr Plattenplatz
es erlaubt, können wir einen Speicherbreich für
eine Linux Emulation in Ihrer Windows Installation reservieren. In
diesem Bereich richten wir Ubuntu ein. Sobald Sie verstanden
haben, wie dies gemacht wird, können Sie selbstverständlich
ebenfalls andere Linux Distributionen installieren. Wir werden außerdem
die neuesten Beschleunigungen anwenden.
Wir
benutzen nur freie und zugelassene Software für
diese Emulation. Im Internet findet man auch Beschreibungen, Systeme
für
den freien Player/Emulator VMware Player der kommerziellen Firma VMware
herzurichten (siehe den Verweis am Ende dieser Seite). Die Emulation via
VMware Player ist schneller. Aber in dieser ersten Präsentation
benutzen wir nur Freeware.
Die Software ist die folgende:
1. Qemu Manager, ein Steuerprogramm für die Emulation,
2. die Qemu Emulation Software, sowie
3. den KQemu Beschleuniger, der es erlaubt, die Prozesse des
Linux Kernels direkt innerhalb Ihres Mikroprozessors auszuführen
(anstatt sie als Windows Prozesse zu emulieren).
Diese
ganze Software ist frei von Gebühren, was stark geschätzt
wird, da die kommerziellen Angebote von VMware bei
ungefähr 300 Euro starten. Benutzen wir diese Stelle also, um
einigen Leuten zu danken, die wichtige Arbeiten in diesem Zusammenhang
geleistet haben: natürlich an Mark Shuttleworth und seine
Mannschaft, sowie die Schöpfer von Debian Linux für Ubuntu,
aber dann auch an das Genie am Ursprung der Qemu Emulation und des
KQemu Beschleunigers, Fabrice Bellard (Frankreich). Ebenfalls bedankt
werden Dave Reynolds (England), der Entwickler des Qemu Managers, Kazu (Japan), der die neueste Qemu Windows
Version aufrecht erhält, sowie Stefano Marinelli (Italien), der
den Free Operating Systems Zoo unterhält (siehe unten, Schritt 35).
Die
Geschwindigkeit der Emulation hängt stark vom Vorhandensein
einer Beschleunigung ab. Ohne Beschleuniger kann Qemu Linux nur mit
einem Geschwindigkeits-Verhältnis von 5:1 bis 10:1 emulieren. Das heißt,
die Emulation einer einzelnen Linux Anweisung würde zwischen 5
und 10 Windows Anweisungen erfordern. Mit der KQemu Beschleunigung
fällt der Prozentsatz auf etwa 2:1 (Huff, 2005).
Es
ist auch wichtig zu sagen, daß die Qemu Emulation einen
Internet-Anschluss anbietet und den Ton emuliert. Für Internet
zapft sie den Anschluß des Windows Systems an, aber es ist auch
möglich, eine spezielle feste IP Ziffer für die Qemu
Emulation zu reservieren. Die Qemu Emulation simuliert die Ton- und
Midi Wiedergabe des SoundBlaster16, AdLib und Ensoniq
ES1370.
Die Installation
Folgen Sie
mir bitte genau durch die verschiedenen Stadien dieser
Installation.
Speicher: Sie benötigen
mindestens 3 GB Speicherkapazität, um zu sehen, wie die
Emulation arbeitet, und 10 oder mehr GB werden für eine
angemessenere Installation empfohlen. Leute, die mit Windows in
einem Fat32 System arbeiten, werden auf 4 GB begrenzt. Es wird
deshalb empfohlen von einem Windows XP auf einer NTFS Plattform
auszugehen.
Internet-Anschluß: Wir hoffen,
daß Sie Zugang zu einem schnellen Anschluß haben,
andernfalls warten Sie ziemlich lange auf Ihre
Downloads.
Downloads: Laden Sie die folgende
Software herunter:
Ubuntu Desktop für
PC, von http://www.ubuntu.com/download (617 MB). Meine Version:
ubuntu-6.06-desktop-i386.iso. Sie könnten theoretisch
eine startbare CD von diesem Download machen, aber wir behalten diese
Datei einfach im "iso"-Format auf der Festplatte.
Qemu Manager, von http://www.davereyn.co.uk/download.htm (3.9 MB). Auf der Downloadseite zum Punkt hinunterrollen, wo Sie
"Qemu Manager Version 2.2 For Windows (March 2006) With QEMU
0.8.0 and KQEMU support" sehen (oder ähnlich). Diese
Version schließt eine Version von Qemu 0.8.0 ein und sie
unterstützt Beschleunigungen. Meine Version:
setupqemuk22.exe.
KQemu
Beschleuniger, von
http://fabrice.bellard.free.fr/qemu/download.html (186 KB). Meine
Version: kqemu-1.3.0pre7.tar.gz.
Die
allerletzte Version von Qemu für Windows, von
http://www.h7.dion.ne.jp/%7Eqemu-win/ (5.7 MB). Meine Version:
qemu-0.8.1-Windows-3.zip. Diese Version enthält
verschiedene Korrekturen und zusätzliche
Beschleunigungen.
Erstellung der Verzeichnisse
1. Erstellen Sie ein Verzeichnis "Linux" auf dem
Wurzelniveau Ihres Computers oder auf einer externen Platte (zum
Beispiel C:\Linux oder D:\Linux). Die Wahl des Wortes "Linux"
ist willkürlich, aber Sie sparen sich eine Menge Mühe, wenn
der volle Pfadname nicht Leerbuchstaben, Umlaute oder Akzente
enthält. Erstellen Sie Im Linux Verzeichnis ein zweites
Verzeichnis mit dem Namen "QemuSave" (folglich
C:\Linux\QemuSave).
2. Wenn Sie sich
entscheiden, Ihr System auf einer externen Platte einzurichten,
sollten Sie prüfen, ob sie für Leistung optimiert ist.
Verifizieren Sie dies via "Systemsteuerung | System | Hardware |
Gerätemanager | Laufwerke | Festplatte x | Eigenschaften |
Richtlinien". Bei Bedarf nach der Einstellung neustarten.
3. Legen Sie alle heruntergeladenen Dokumente in das QemuSave
Verzeichnis.
Installation des Beschleunigers
4. Wir installieren den KQemu Beschleuniger zuerst. Dekomprimieren
Sie den Inhalt von kqemu-1.3.0pre7.tar.gz als eine temporäres
Verzeichnis, rechtsklicken Sie auf kqemu.inf, das sie im
Verzeichnis finden und wählen Sie "install". Auf diese
Art richten Sie die Beschleuniger-Software in Ihrem Windows
Betriebssystem ein, was erlaubt, dass Linux seinen Kernel direkt im
Mikroprozessor betreiben kann. Nach dieser Installation benötigen
Sie die dekomprimierte Datei nicht mehr.
5.
Richten Sie eine Startdatei für den Beschleuniger ein. Im Linux
Verzeichnis erstellen Sie eine Datei, die "KQemuAccelerator.bat"
genannt wird. Fügen Sie den folgenden Text hinein:
Net
start kqemu
pause
6. Auf diese Datei doppel-klicken. Dieses lanciert den Beschleuniger
und Sie erhalten die Bestätigung: "The KQEMU virtualisation
module for QEMU service was started successfully.". Schliessen
Sie die KQemuAccelerator.bat Datei.
QemuManager installieren
7. Jetzt den
QemuManager mit einem Doppelklick auf "setupqemuk22.exe"
dekomprimieren. Vorsicht: Den QemuManager ins C:\Linux\QemuManager
Verzeichnis kopieren (und nicht in die "Programme" oder
"Program Files"). Der Installationsprogramm erstellt ein
C:\Linux\QemuManager Verzeichnis, in dem Sie unter anderem das
folgende finden:
a. Das Qemu
Verzeichnis, der Emulator.
b. Das
Media-Verzeichnis für externe Systeme, z.B. die Datei
ubuntu-6.06-desktop-i386.iso (die ich auf "Ubuntu6.iso"
abkürzte).
c. Das Images-Verzeichnis,
das die Datei für den Speicherplatz enthalten wird, die Sie für
Linux erstellen werden.
8. Verschieben Sie nun
ubuntu-6.06-desktop-i386.iso (oder jetzt "Ubuntu6.iso") von
C:\Linux\QemuSave ins C:\Linux\QemuManager\media Verzeichnis.
Qemu
Update
9. Dekomprimieren Sie die
neueste Version von Qemu (qemu-0.8.1-Windows-3.zip) in das
C:\Linux\QemuManager\qemu Verzeichnis hinein. Antworten Sie "ja",
um alle duplizierten Dateien und Verzeichnisse zu ersetzen.
Speicher
für Ubuntu
10. Wir erstellen jetzt
den Speicher für Ubuntu. Dieser Raum enthält das
dekomprimierte System der Ubuntu iso-Datei, plus den Raum, der für
den Plattenspeicher erfordert wird. Wir nehmen hier an, daß Sie
10 GB reservieren.
11. Für dieses fügen
Sie den folgenden Text in eine Datei, die "QemuImage.bat"
genannt wird und in das Linux Verzeichnis gelegt wird (drei Befehle):
12. Wenn Sie es
wünschen, verändern Sie die 10G (für 10 Gigabytes),
z.B. in 20G.
13. Starten Sie das QemuImage.bat
Skript. Die Erstellung dieses Speicherraumes dauert eine gewisse
Zeit. Die schlussendliche Datei im QemuManager Images-Verzeichnis
wird ein wenig größer als angegeben, weil sie das System
einschließt. Am Ende dieser Operation versucht Qemu das Programm
zu starten, was aber noch nicht möglich sein wird. Dafür
brauchen wir QemuManager.
Den QemuManager starten und
einstellen
14. Starten Sie den
QemuManager. Während der Startphase wählen Sie sowohl die
Emulation 0.80 oder höher, als auch die Option "Enable
KQEMU Accelerator Driver Support". Die verschiedenen Ablagen
sollten bereits richtig vorgewählt sein, wenn Sie die
Anweisungen getreu befolgt haben. QemuManager präsentiert Ihnen
schließlich eine grafische Benutzeroberfläche.
15. Um eine Startfläche für Ubuntu6 herzustellen, klicken
Sie auf den Knopf ganz links, auf das weiße Kreuz. Geben Sie
"Ubuntu6" als Namen für diese virtuelle Maschine ein.
Als Betriebssystem wählen Sie "Linux Distribution" und
reservieren Sie einen guten Teil Ihres RAM-Speichers: mindestens 128
MB, gewöhnlich 1/3 - 1/2 Ihres physischen RAMs. Auf meinen
Computern wählte ich 512 MB.
16. Unter
"Hardware Disk Settings", wählen Sie die Option "Use
existing virtual drive". Auf der nächsten Seite wählen
Sie "ubuntu6.img" im "images" Verzeichnis. Auf
der folgenden Seite wählen Sie "Enable audio", aber
nicht "Launch Full Screen" (Sie können immer die volle
Schirmgrösse mit CTRL+ALT-f erhalten, wenn Sie einmal in der
Ubuntu Umgebung sind). Auf der abschließenden Seite speichern
Sie alles mit "Save Virtual Machine". Eine Startleiste wird
hergestellt.
17. Doppel-klicken Sie auf die
Startleiste, um Ihre virtuelle Maschine zu konfigurieren. Klicken Sie
auf das Teilfenster "Disk Configuration". Unter "Hard
disk" sollten Sie die Ablage der "ubuntu6.img" Datei
bereits anzeigen. Wir fügen jetzt die ursprüngliche Datei
"ubuntu6.iso" hinzu, damit das System die Installation
durchführen kann. In der Mitte der Konfigurationsseite, unter
"CD-ROM", wählen Sie das Kontrollkästchen "Boot
From CD-ROM". Dann via einen Klick auf das Symbol an der rechten
Seite der Oberfläche die Ablage der Datei "ubuntu6.iso"
eingeben (von C:\Linux\QemuManager\media). Der Rest der Optionen
bleibt in der Standardarteinstellung. Schließen Sie die
Konfiguration mit "Save".
18.
Mögliche Beschleunigung des Qemu Managers. Die
Installation von Ubuntu dauert einige Stunden. Wenn Sie Ihren
Computer ganz alleine arbeiten lassen wollen, können Sie Qemu
einen höheren Prozentsatz der Maschinentakte zur Verfügung
stellen. Dafür klicken Sie auf den zweit-letzten Knopf der
Hauptschnittstelle (mit dem abwärts gerichteten roten Pfeil) und
stellen Sie das Menü unter "Launch Qemu with the following
priority" auf "high" ein. Wählen Sie nicht
"Realtime", denn dies würde Ihnen die Kontrolle der
Maschine entziehen.
Installation von Ubuntu, Phasen 1
und 2
19. Wir sind jetzt bereit, Ubuntu
zu installieren, was in zwei Phasen geschieht. Während der
ersten Phase dekomprimiert Ubuntu Dateien in Ihren
Emulationsspeicher. Im zweiten Stadium installiert es
unterschiedliche Teile des Systems und der Anwendungen. Dies kann
einige Zeit dauern (typisch zwei Stunden oder mehr).
20. Während der Ubuntu Installation sollte man den Windows
Prozeßmanager nicht aktivieren (nicht
CTRL+ALT+DELETE anklicken). Dies würde die Ubuntu Installation
stoppen, und Sie müssten Ihre Installation wieder vom Anfang an
neu beginnen.
21. Während der Installation
scheint Ubuntu manchmal längere "Pausen" zu machen.
Auch wird es vermutlich einige Fehlanzeigen wegen Besonderheiten
Ihrer Maschine geben. Man muss sich da nicht allzu sehr darüber
sorgen. Lassen Sie die Maschine über ihre verschiedenen Optionen
"nachdenken", und lassen Sie sie einfach ihre Installation
fortsetzen.
22. Um die Installation zu starten,
klicken Sie auf den Knopf mit dem Pfeil in grün, und Ubuntu
startet. Sobald es zum Ubuntu Fenster kommt, klicken Sie auf den
Installierknopf und beantworten Sie die verschiedenen Fragen.
23. Wenn Ubuntu zur Seite für die Festplattenreservierung kommt,
wählen Sie "Erase the entire disk of 10.7 GB". Dies
läßt Ubuntu sich im Speicher installieren, den Sie vorher
erstellt haben.
24. Lassen Sie jetzt Ubuntu den
ersten Teil seiner Installation ausführen.
25. Sie haben es ohne Zweifel bemerkt: das Qemu Fenster "nimmt
den Cursor gefangen". Um Ihren Cursor vom Fenster "zu
befreien", müssen Sie CTRL+ALT tippen und die Maus
verschieben.
26. Am Ende der ersten Phase, wenn
Ubuntu sagt, daß es wieder neustartet, erlaubt der
Beschleuniger keinen einfachen Neustart. Wenn Ubuntu Sie bittet, die
Installations CD zu entfernen, schliessen Sie das Qemu
Installationsfenster und kehren Sie zum Qemu Manager zurück.
27. Jetzt müssen wir im Qemu Manager das Entsprechende tun und
die Installations CD entfernen. Dafür kehren wir via Doppelklick
auf die Startleiste zur Konfigurationsseite zurück und wählen
wieder das Teilfenster "Disk Configuration". Dort
wählen wir das "Boot From CD-ROM" Kontrollkästchen ab
(d.h., von Ubuntu6.img) und kommen mit "Save" aus der
Konfiguration heraus. Jetzt können Sie die zweite Phase der
Installation beginnen, indem Sie wieder auf den Pfeil in grün
klicken.
28. Ubuntu installiert dann
verschiedene Dateien. Nach einer Weile grüsst Sie endlich Ihr
emuliertes Ubuntu.
29. Für die
Schirmauflösung läßt Qemu Sie zwischen drei Niveaus
wählen: 640 x 480, 800 x 600 und 1024 x 768 Pixel. Alle Tests
hier wurden mit 1024 x 768 Pixel ausgeführt.
30. Schlussendlich können Sie ein Skript schreiben, um den
Beschleuniger und Ubuntu zusammen, ohne Qemu Manager, zu starten.
Legen Sie eine Datei an ("LaunchUbuntu6.bat") und platzieren
Sie diese im Linux Verzeichnis. Vorsicht: Diese Datei
minimieren und erst ganz am Schluss wieder schliessen, nachdem Ubuntu
heruntergefahren worden ist.
net start kqemu
.\QemuManager\qemu\qemu -L .\QemuManager\qemu -soundhw es1370,sb16,adlib .\QemuManager\images\ubuntu6.img
pause
Aktivierung des Internet-Anschlußes und des
Datei-Austausch mit Windows
31.
Innerhalb Ubuntu ist es möglich, dass Sie Ihren
Internet-Anschluß
aktivieren müssen. Finden Sie "System | Administration | Network
settings", klicken Sie auf "Ethernet connection" und
die Taste "Activate". Das Konzept "Ethernet" ist
in Ubuntu 6 unter Qemu ziemlich weitreichend, denn es schließt
alle möglichen Internet-Anschlüße ein,
einschließlich
zum Beispiel drahtlose Netzwerkverbindungen. Wenn Ihr Windows System
mit Internet verbunden ist, vermittelt die Qemu "User
Networking" Einstellung diesen Kommunikationsweg auf den
Ethernet-Anschluß in Ubuntu weiter, gleichgültig ob
Windows über Ethernet oder eine drahtlose Netzwerkverbindung mit
Internet verbunden ist. (Dies scheint bei Ubuntu 5 nicht der Fall zu
sein). Qemus "User Connection" stellt die DHCP-bereitete IP Ziffer
richtig ein, aber unter den verschiedenen Computer, auf denen ich Ubuntu
installiert habe fand ich eine Machine, auf der ich die DNS Nummer meines
Internetdienstanbieters eingeben musste. "Domain" lasse ich leer.
32. Der Dateiaustausch mit Windows wird
über die Internet-Verbindung durchgeführt. Sie müssen
nur in Ubuntu einen Kommunikationskanal mit Windows aktivieren. Dafür
öffnen Sie das Menü "Places | Connect to Server".
In "Service type", wählen Sie "Windows share".
Für "Server" geben Sie die IP-Ziffer der Maschine ein,
auf die Sie zugreifen möchten. Dies kann die interne
IP-Ziffer Ihrer eigenen
Windowsmaschine sein, also diejenige, die Ihnen wahrscheinlich von
einem DNS Server zugeteilt wurde. (Sie können diese Windows
IP-Ziffer in
"Start | Ausführen | Ipconfig" sehen). Ein Verzeichnis
mit dieser IP Number erscheint dann auf Ihrer Ubuntu
Benutzeroberfläche, in der Sie dann alle Dateien auf der Windows
Maschine sehen. Wenn Sie die Dateien nicht sehen können, sollten
Sie prüfen, ob Sie dafür die ausreichenden Privilegien
haben. Im Zweifel überprüfen, ob Sie den Inhalt der Dateien
von einer anderen Windows Maschine aus in Ihrem Netz sehen
können.
Mehr, immer mehr
33. Schneller:
a.
(nützlich) eine Defragmentatierung auf der Ubuntu Festplatte
durchführen.
b.
(nützlich) eine niedrigere Schirmauflösung verwenden.
c. (kleiner Effekt) die Priorität des Qemu
Prozesses auf "hoch" setzen.
d. (kleiner Effekt) eine schnellere Festplatte benutzen.
e. (wirkungsvoll) etwas Geld beiseite legen für
eine kommerzielle Kopie von VMware. Damit startet Ubuntu schneller,
und diese Emulation ist durchwegs etwas schneller als die Qemu
Emulation.
f. (wirkungsvoll)
wenn Ihre Notwendigkeiten es ermöglichen, von Windows ganz auf
Ubuntu umsteigen und Windows in einer Qemu Emulation betreiben.
g. (wirkungsvoll) einige denken wohl daran, einen
Intel Doppel-Kern Pentium 4 zu kaufen, mit 3.6 MHZ, 4 GB RAM und 500
GB für die Festplatte. Das würde sicherlich ein paar
Geschwindigkeitsfragen ausräumen. : -)
34. Ton und Videowiedergabe:
In Linux muss man sich ein bisschen zusätzliche Mühe geben, um Ton- und
Videocodecs zu installieren, aber am Schluss kann man dann die meisten Ton-
und Videoaufnahmen abspielen. Fangen Sie mit den Seiten https://help.ubuntu.com/community/RestrictedFormats und http://www.easyubuntu.freecontrib.org an.
35.
Mehr Anwendungen anbringen: Es gibt eine gute Anleitung
von Jason Faulkner (10 Seiten) für "die besten freien
Installationen auf Ubuntu" (gültig für Ubuntu 5;
einige Namen haben sich von Ubuntu 5 zu 6 geändert). Er kann auf
http://www.pcmech.com/show/os/917/ gefunden werden.
36. Wohin mit dem Qemu Manager? An diesem Punkt könnte
man theoretisch Qemu Manager wegwerfen. Aber vielleicht doch eben
nicht. Qemu ist ein allgemeiner Emulator, der Ihnen ermöglicht,
eine ganze Reihe an Betriebssystemen laufen zu lassen, und wenn Sie
wollen auch gleichzeitig: DOS, Mac OS X, verschiedene Distributionen von
Linux oder von Windows, etc. (zum Beispiel, Windows 98 in Windows
XP). Warum es nicht also auf Ihrer Platte behalten und mehr Systeme
erforschen? Selbstverständlich könnten Sie all dies mit
einer Reihe von Batch-Skripten für Qemu tun, aber Qemu Manager
vereinfacht und erklärt die verschiedenen Emulationsprozesse
viel besser. Freie und kompatible Systeme für Qemu werden von Stefano Marinelli im
"freien Betriebssystem-Zoo" auf
http://free.oszoo.org/download.php gepflegt.
37. Abwarten. Die Qemu Welt hat sich dieses letzte Jahr
(2005-2006) sehr schnell entwickelt und verändert. Gleich wie
Ubuntu erhöht sich die Popularität von Qemu. Hoffen wir,
daß diese Welt fortfährt sich zu entwickeln und daß
sie weitere Verbesserungen bringt, wie zum Beispiel weitere
Beschleunigungen oder größere Bildauflösungen.
38. Die definitiven Unterlagen über Qemu sind in
http://fabrice.bellard.free.fr/qemu/qemu-doc.html zu finden. Dies
würde z.B. der Ort sein, wo man Informationen über das
Reservieren von unterschiedlichen IP-Ziffern für Ubuntu finden
kann.
39. Schließlich: Ihr erster
Anlaufpunkt umr Unterstützung zu finden ist immer die Ubuntu Webseite:
http://www.ubuntu.com/. Als Beispiel: Ich ging auf die Adobe
Webseite, um eine Ubuntu-kompatible Version des Adobe Readers zu
suchen. Nicht nötig! Die Support-Seiten der Ubuntu Webseite
beschrieben, wie man das Auflisten von Software wie z.B. des Adobe
Reader im Ubuntu System aktiviert, sodass der
Paket-Manager "Synaptic" dann die ganze Arbeit einer automatischen und
problemfreien Installation in Ihrem Ubuntu vornehmen kann.
Einige
Zeitmaße
Um Ihnen eine Idee von dem zu geben, was Sie in einer Qemu
Ubuntu Emulation erwartet, maßen wir einige Programmstarts.
Dies ist natürlich ein unvollständiger Test für die
verschiedenen Arten der Datenverarbeitung, aber zumindest ein kleiner Blick
auf das, was Sie erwartet, wenn Sie Programme in einem emulierten
Linux öffnen. Wir starteten diese Anwendungen ein erstes und ein
zweites Mal nach einem Neustart, und wir warteten, bis die
Darstellung der graphischen Benutzeroberfläche sichtbar wurde.
Wir warteten nicht, bis das neue Dokument völlig sichtbar war --
dies wäre z.B. mit Browsers nicht sehr sinnvoll gewesen. Jedes
Zeit wurde dreimal gemessen.
Die
geprüften Dokumente waren:
A. Der Firefox Browser
B.
Ein Textdokument in OpenOffice
C. Adobe Reader 7.
Die drei Anwendungen sind
in Windows und in Linux vorhanden. OpenOffice bietet (mehr oder
weniger) die Funktionen von Microsoft Word.
Wir
versuchten, diese Vergleiche auf drei Computern durchzuführen:
A. Ein stationärer Computer, Prozessor AMD 2600+, 2.06
Gigahertz, 1.3 GB RAM
B.
Ein tragbarer Computer, Prozessor Intel Pentium M, 1 Gigahertz, 1 GB
RAM
C. Ein tragbarer
Computer, Prozessor Intel Pentium M, 2.13 Gigahertz, 2 GB RAM
Ubuntu wurde wie hier beschrieben mit Qemu
und dem Beschleuniger KQemu installiert. Das Spezifikationen des emulierten
Systems waren: 512 MB Speicher, 10
GB Festplattenspeicher und eine Auflösung von 1024 x 768
Pixel.
Subjektiver Eindruck
Leider erreichte nur das System C eine
annehmbare Arbeitsgeschwindigkeit. Die Systeme A und B haben sich in der
Emulation als entweder übermäßig langsam (A) oder
unbrauchbar (B) gezeigt. Das Booten dauerte sehr lange, die Maus
verschob sich in großen Sprüngen, und die Programmstarts
waren nicht zumutbar. Wir wurden folglich gezwungen, die Tests auf
diesen zwei Maschinen aufzugeben. Auf dieser Art von System sollte
Ubuntu als einzelnes oder als double-boot System installiert werden,
oder vielleicht könnte eine kommerzielle Lösung
Zufriedenheit geben.
Andererseits
arbeitete System C eher gut. Das Laden des Betriebssystems Ubuntu ist
schneller als für XP, die Maus bewegt sich gleichmäßig
und die Wartezeiten sind auf den zwei Plattformen angemessen. Das
Vorhandensein der Emulation verlangsamt wohl die übrigen Windows
Prozesse etwas, aber auf einem solchen System kann Ubuntu problemlos
in einer Qemu Emulation arbeiten. Wir wurden vom deutlichen
Unterschied zwischen dem Betriebssystems auf AMD überrascht, das mit 2.06
Gigahertz lief, im Vergleich zum Intel M System, welches mit 2.13 Gigahertz
taktet. Wir stellten fest, daß die KQemu Beschleunigung
offenbar Intel-spezifisch war. Und ohne die Beschleunigung verliert
die Emulation seinen ganzen Charme.

Tabelle 2. Startzeiten (in Sekunden) in einem Ubuntu, das auf einem 2.13 Gigahertz Intel Pentium M emuliert wird.
Objektive Messungen
Der
Durchschnitt der Meßungen zeigte ein Verhältnis von 2.47:1.
Selbstverständlich enthalten diese Aufgaben einen großen
Anteil von ersten Programmstarts. Unter solchen Zuständen konnte
der dynamische Qemu-Übersetzer nicht wirklich von den
vorhergehenden Übersetzungen profitieren, die für die
gleiche Anwendung gespeichert werden (Bellard, 2005). Tatsächlich,
wenn Erststarts separat genommen wurden, zeigte sich ein Verhältnis
von 2.61:1, während die Zweitstarts eine Verhältnis von 2.17:1
zeigten. Wir merkten auch einen großen Unterschied zwischen den
verschiedenen Programmstarts. So dauerte das Starten von OpenOffice
einmal 47 Sekunden und ein anderes Mal 30 Sekunden. Programmstarts
unter Ubuntu 6 waren weniger variabel als unter Ubuntu 5. Kurz gesagt
sehen wir, daß mit der gegenwärtigen Qemu Emulation ein
2.1 Gigahertz Windows Computer Ubuntu Programmstarts etwa so ausführt
wie ein Computer, der ungefähr mit 800 MHz taktet und daß
er sich einem Computer nähert, der für konstante Aufgaben
mit 1.0 Gigahertz funktioniert. Und das ist gar nicht so übel!
Zusammenfassung
Ubuntu
stellt einen wichtigen Beitrag in der Welt der freien Software dar.
Die Emulation der Systeme und die Stärke der Maschinen sind am
Punkt angekommen, wo Brücken zwischen Windows und den
"Neulingen" von Ubuntu hergestellt werden können. Vielen
Dank an die Qemu Software, die uns erlaubt, dies zu tun, ohne das
Computerbudget für die nächsten Monate zu ruinieren.
Literaturhinweise
Bellard, F. (2005). QEMU, a Fast and Portable Dynamic Translator. Proceedings of USENIX 2005 Annual Technical Conference, FREENIX, 41-46. http://www.usenix.org/event/usenix05/tech/freenix/full_papers/bellard/bellard.pdf
Huff, M. (2005). Using The QEMU Emulator, My Thoughts And Experiences. http://linuxgazette.net/118/huff.html
Anmerkungen
Nach diesen Tests fand ich heraus, dass Open Office in Windows sowie in Ubuntu um einiges schneller startet, wenn man den Grafik-Cache deutlich anhebt. In"Tools | Options | Memory" benutze ich nun 60 MB für "Use for OpenOffice.org" und 10 MB pro Objekt. Nach dieser Veränderung fällt subjektiv gesehen der Unterschied in den Startzeiten zwischen Open Office und Microsoft Office kaum mehr ins Gewicht.
Ich beabsichtige, diese Anweisungen während ein paar Jahren aufrecht zu erhalten. Ich bin deshalb für mögliche Anmerkungen und/oder Korrekturen dankbar: eric (Punkt) keller (das gewundene a-Ding) unil (Punkt) ch.
Eric Keller unterrichtet Informatik an der Universität Lausanne.
Dieser Artikel ist Copyright©2006 Eric Keller. Sie werden eingeladen, diese Webseite für sich persönlich herunterzuladen, ihn anderen weiterzugeben, oder auf diese Webseite zu verweisen, aber für das Übernehmen von Teilen des Textes oder des gesamten Textes in Ihre eigene Publikation brauchen Sie meine ausdrückliche Genehmigung.
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