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Artikel vom 23.11.04
Autor: Thomas Kroll
Languages: en
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Disaster Recovery mit der Sysresccd

Wer kennt nicht das Problem wenn der Rechner mal wieder streikt und nichts an einer Neuinstallation vorbeiführt?
Sei es denn ein neuer Virus oder ein Hardwaredefekt. Wie schön wäre es doch wenn man sich diese nervige Linux- oder Windows-Installation sparen könnte.


Jeder, der einen eigenen Server hat, wird diesen Service zu schätzen wissen, aber auch für Desktopsysteme ist diese Art des Backups nicht uninteressant. Der Rechner muss nur einmal installiert und konfiguriert werden und kann dann problemlos als Image gespeichert werden. Dabei ist es egal ob die Sicherung auf einen anderen Rechner, Festplatte oder CD/DVD gemacht wird.
Und das alles ohne einen müden Euro für teure Software ausgeben zu müssen.

Inhaltsverzeichnis

1. Was ist die Sysresccd
2. Sicherungsmedien
3. Partimage
4. Partitionstabelle sichern/restore
5. Bootsektor sichern/restore
6. Nice to know / Beispiel

1. Was ist die Sysresccd

Die Sysresccd ist die ultimative Werkzeugsammlung zum Sichern und Wiederherstellen (restore) von Partitionen und vielem mehr.
Es bleibt kaum ein Wunsch offen.

  • qtparted (Partition Magic Clone)
  • partimage (Backup Software)
  • CD/DVD Brennprogramm
  • Clam AntiVirus
  • Chrootkits
  • Webbrowser
  • und, und, und ...
  • ... mehr Infos zu allen Tools auf www.sysresccd.org

2. Sicherungsmedien

Da es sich bei bei der Sysresccd um ein Linux von CD handelt, muss ein Device oder Netzwerkressource gemountet werden, auf welchem das Backup gespeichert werden kann.

Hier gibt es mehere Möglichkeiten:

  • CD/DVD
  • Festplatte
  • externe USB Festplatte
  • NFS Share
  • SMB Share

Wichtig: Niemals /mnt als Mountpoint verwenden, da sonst dem CD Betriebssystem die Füße weggerissen werden.

Das Anlegen von Verzeichnissen unterhalb von /mnt ist kein Problem. Devices können also problemlso nach /mnt/backup gemountet werden.

3. Partimage

Mit dem Programm "partimage" ist es möglich, seine Partitionen zu sichern. Partimage sichert die Partitionen ähnlich dem Programm "dd". Der Vorteil von Partimage besteht aber darin, dass nur die beschriebenen Blöcke gesichert werden.
Somit sichert man sein Filesystem und Daten auf der minimalsten Größe.

Gestartet wird das Programm durch die Eingabe von

  >> partimage
  



Die Benutzeroberfläche ist sehr übersichtlich gestaltet und sehr gut erklärt.

Im ersten Schritt wird die Partition ausgesucht, sowie das Imagefile.
Abhängig von der gewählten Aktion wird das Imagefile geschrieben/angelegt oder gelesen und auf die ausgewählte Partition geschrieben.

Im zweiten Schritt kann man noch zusätzlichen eine Kompression einschalten oder auch die Splitgröße des Images festlegen.
Das macht Sinn, wenn das Image größer wird als vom Filesystem unterstützt.

4. Partitionstabelle sichern/wiederherstellen

Um ein gecrashtes System wieder zügig aufsetzen können, ist es notwendig die Partitionstabelle zu sichern.
In denen mit "partimage" gesicherten Partitionen sind zwar die Filesysteme gesichert, jedoch keine Informationen über die Aufteilung der Partitionen auf der Festplatte.

  >> sfdisk -d /dev/hda > part.table
  
Das Rücksichern der Partitionstabelle erfordert folgenden Befehl:
  >> sfdisk /dev/hda <  part.table
  

5. Bootsektor sichern/wiederherstellen

Bei den meisten Systemen (Linux/Windows) befindet sich der Bootloader im Bootsektor, daher sollte dieser zwingend mit gesichert werden. Wie dieses gemacht wird, werde ich im folgenden erklären.
Der Bootsektor liegt in den ersten 512 Byte der Festplatte. Zum sichern des Bootsektors nehmen wie das Programm "dd" zur Hilfe.

  >> dd if=/dev/hda of=/mnt/backup/hda.mbr bs=512 count=1
  
Dieser Befehl bewirkt, dass die Daten vom if(Inputfile) zum of(Outputfile) in einer bs(Blocksize) von 512 Byte geschrieben werden. Und das genau ein mal.

Die Rücksicherung gestaltet sich genauso einfach, nur wird hierbei das Inputfile mit dem Outputfile ausgetauscht.
  >> dd if=/mnt/backup/hda.mbr of=/dev/hda bs=512 count=1
  

6. Nice to know / Beispiel

Einige Dinge, die man beim Benutzen von sysreccd beachten sollte:

  • beim Sichern von NTFS Partitionen bringt partimage die Meldung, dass NTFS nur experimentell unterstützt wird.
    Sollte das Filesystem nicht übermässig fragmentiert sein, sollte es aber keine Probleme geben. Ich persönlich hatte noch nie Probleme bei Sichern von NTFS.
  • beim Sichern von Daten übers Netz sollte vorher der Portmapper gestartet werden

Beispiel zum Sichern über NFS Shares

Ein typischer Durchgang zum Sichern einer Partition über NFS könnte folgendermaßen ausdehen:

  • cd booten
  • Netzwerk konfigurieren
      >> ifconfig eth0 10.0.0.5 netmask 255.255.255.0 up
      
  • Portmapper starten
      >> /etc/init.d/portmap start
      
  • Mountpoint erstellen
      >> mkdir /mnt/backup
      
  • Netzwerkressource mounten
      >> mount 10.0.0.8:/images /mnt/backup
      
  • Partitionstabelle sichern/wiederherstellen
  • Bootsektor sichern/wiederherstellen
  • Partimage starten

Sollten noch Fragen auftauchen, steht der Autor gern für Rückfragen zur Verfügung oder nutzen Sie unser Forum.


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