Disaster Recovery mit der Sysresccd
Wer kennt nicht das Problem wenn der Rechner mal wieder streikt und nichts an einer Neuinstallation vorbeiführt?Sei es denn ein neuer Virus oder ein Hardwaredefekt. Wie schön wäre es doch wenn man sich diese nervige Linux- oder Windows-Installation sparen könnte.
Jeder, der einen eigenen Server hat, wird diesen Service zu schätzen
wissen, aber auch für Desktopsysteme ist diese Art des Backups nicht
uninteressant. Der Rechner muss nur einmal installiert und konfiguriert
werden und kann dann problemlos als Image gespeichert werden. Dabei
ist es egal ob die Sicherung auf einen anderen Rechner, Festplatte
oder CD/DVD gemacht wird.
Und das alles ohne einen müden Euro für teure Software ausgeben zu müssen.
Inhaltsverzeichnis
1. Was ist die Sysresccd
2. Sicherungsmedien
3. Partimage
4. Partitionstabelle sichern/restore
5. Bootsektor sichern/restore
6. Nice to know / Beispiel
1. Was ist die Sysresccd
Die Sysresccd ist die ultimative Werkzeugsammlung zum Sichern und
Wiederherstellen (restore) von Partitionen und vielem mehr.
Es bleibt kaum ein Wunsch offen.
- qtparted (Partition Magic Clone)
- partimage (Backup Software)
- CD/DVD Brennprogramm
- Clam AntiVirus
- Chrootkits
- Webbrowser
- und, und, und ...
- ... mehr Infos zu allen Tools auf
www.sysresccd.org
2. Sicherungsmedien
Da es sich bei bei der Sysresccd um ein Linux von CD handelt, muss
ein Device oder Netzwerkressource gemountet werden, auf welchem das
Backup gespeichert werden kann.
Hier gibt es mehere Möglichkeiten:
- CD/DVD
- Festplatte
- externe USB Festplatte
- NFS Share
- SMB Share
Wichtig: Niemals /mnt als Mountpoint verwenden, da sonst dem CD Betriebssystem die Füße weggerissen werden.
Das Anlegen von Verzeichnissen unterhalb von /mnt ist kein Problem. Devices können also problemlso nach /mnt/backup gemountet werden.
3. Partimage
Mit dem Programm "partimage" ist es möglich, seine Partitionen
zu sichern. Partimage sichert die Partitionen ähnlich dem Programm
"dd". Der Vorteil von Partimage besteht aber darin, dass nur
die beschriebenen Blöcke gesichert werden.
Somit sichert man sein Filesystem und Daten auf der minimalsten
Größe.
Gestartet wird das Programm durch die Eingabe von
>> partimage


Die Benutzeroberfläche ist sehr übersichtlich gestaltet und sehr gut erklärt.
Im ersten Schritt wird die Partition ausgesucht, sowie das Imagefile.
Abhängig von der gewählten Aktion wird das Imagefile geschrieben/angelegt oder gelesen und auf die ausgewählte Partition geschrieben.
Im zweiten Schritt kann man noch zusätzlichen eine Kompression einschalten oder auch die Splitgröße des Images festlegen.
Das macht Sinn, wenn das Image größer wird als vom Filesystem unterstützt.
4. Partitionstabelle sichern/wiederherstellen
Um ein gecrashtes System wieder zügig aufsetzen können, ist es
notwendig die Partitionstabelle zu sichern.
In denen mit "partimage" gesicherten Partitionen sind
zwar die Filesysteme gesichert, jedoch keine Informationen über die
Aufteilung der Partitionen auf der Festplatte.
>> sfdisk -d /dev/hda > part.tableDas Rücksichern der Partitionstabelle erfordert folgenden Befehl:
>> sfdisk /dev/hda < part.table
5. Bootsektor sichern/wiederherstellen
Bei den meisten Systemen (Linux/Windows) befindet sich der Bootloader
im Bootsektor, daher sollte dieser zwingend mit gesichert werden.
Wie dieses gemacht wird, werde ich im folgenden erklären.
Der Bootsektor liegt in den ersten 512 Byte der Festplatte. Zum
sichern des Bootsektors nehmen wie das Programm "dd" zur Hilfe.
>> dd if=/dev/hda of=/mnt/backup/hda.mbr bs=512 count=1Dieser Befehl bewirkt, dass die Daten vom if(Inputfile) zum of(Outputfile) in einer bs(Blocksize) von 512 Byte geschrieben werden. Und das genau ein mal.
Die Rücksicherung gestaltet sich genauso einfach, nur wird hierbei das Inputfile mit dem Outputfile ausgetauscht.
>> dd if=/mnt/backup/hda.mbr of=/dev/hda bs=512 count=1
6. Nice to know / Beispiel
Einige Dinge, die man beim Benutzen von sysreccd beachten sollte:
- beim Sichern von NTFS Partitionen bringt partimage die Meldung,
dass NTFS nur experimentell unterstützt wird.
Sollte das Filesystem nicht übermässig fragmentiert sein, sollte es aber keine Probleme geben. Ich persönlich hatte noch nie Probleme bei Sichern von NTFS. - beim Sichern von Daten übers Netz sollte vorher der Portmapper gestartet werden
Beispiel zum Sichern über NFS Shares
Ein typischer Durchgang zum Sichern einer Partition über NFS könnte folgendermaßen ausdehen:
- cd booten
- Netzwerk konfigurieren
>> ifconfig eth0 10.0.0.5 netmask 255.255.255.0 up
- Portmapper starten
>> /etc/init.d/portmap start
- Mountpoint erstellen
>> mkdir /mnt/backup
- Netzwerkressource mounten
>> mount 10.0.0.8:/images /mnt/backup
- Partitionstabelle sichern/wiederherstellen
- Bootsektor sichern/wiederherstellen
- Partimage starten
Sollten noch Fragen auftauchen, steht der Autor gern für Rückfragen zur Verfügung oder nutzen Sie unser Forum.
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