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Artikel vom 5.11.06
Autor: Ronny Ziegler
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MythTV - Festplattenvideorecorder

MythTV ist ein umfangreicher personalisierter digitaler Videorekorder auf der Basis von Linux. Er bietet nahezu alle Dienste, die man sich von einem modernen Videorekorder wünscht. Der große Umfang des Softwarepakets stellt den Benutzer bei der ersten Installation allerdings häufig vor einige Probleme.

Der folgende Artikel ist nicht als Installationsanleitung gedacht. Dafür gibt es im Netz viel bessere und umfangreichere Texte. Er ist eher eine Sammlung von Bemerkungen und nützlichen Tips, die einem die Installation von MythTV und das spätere regelmäßige Benutzen erleichtern können. Denn Viele nützliche Dinge sind zwar alle im Netzt bereits irgendwo dokumentiert, aber zumeist über viele Seiten und Foren verstreut. Es wurde nur MythTV getestet. Andere verbreitete Video Disk Recorder wie der beliebte c't-VDR werden nicht betrachtet, obwohl auch diese Lösung sehr ausgereift ist und ganz bestimmt einen Blick wert ist.

KnoppMyth

Für viele der größeren Distributionen existieren bereits fertige Pakete um MythTV zu installieren. Allerdings sind derartige Lösungen noch immer mit etwas Handarbeit verbunden, da noch viele Komponenten konfiguriert werden müssen. Außerdem sollte ein Rechner einzig dafür abgestellt werden, die Aufgaben eines VDRs zu übernehmen. In einem solchen Fall ist es praktischer (und nervenschonender) gleich eine speziell für deraritge Wünsche erstellte Distribution zu verwenden, beuntzt wurde hierfür KnoppMyth.

KnoppMyth ist eine auf Knoppix aufbauende Distribution (folglich wird Debian als Grundsystem benutzt). Die Distribution wird dabei um die für MythTV benötigten Programme und Module erweitert, auch die initialisierte Datenbank wird gleich mitgeliefert. Dies erstpart einem viel Handarbeit die nötig ist, wenn man MythTV auf einer bereits existierenden Distribution hinzuinstallieren möchte. Möchte man einen einzelnen Rechner komplett nur als DVR abstellen ist KnoppMyth bestimmt der unkomplizierteste Weg. Außerdem befinden sich im KnoppMyth-Kernel teilweise Treiber für TV-Karten die es (z.B. aus Stabilitätsgründen) noch nicht in den Standard-Linux-Kernel geschafft haben.
Aber Vorsicht: KnoppMyth ist vom Prinzip her schon als Einzeldistribution auf dem Rechner ausgelegt, die komplette Festplatte wird vor der Installation automatisch gelöscht, um Platz für MythTV zu schaffen.
Nach erfolgreicher Installation findet man im Hauptverzeichnis ein Unterverzeichnis /myth/, in dem sich ein großteil der zu MythTV gehörenden Dateien befinden, speziell die mitgeschnittenen und archivierten Video-Dateien.

Die Ansprüche an die Hardware sind für heutige Verhältnisse eher als durchschnittlich zu bezeichnen. Benutzt wurde ein System mit folgenden Komponenten:

Hardware
  
  NVIDIA GForce 5200
  Hauppauge WinTV DVB-T Karte mit angeschlossenem Infrarot-Empfänger und Fernbedienung
  512 MB Ram, insg. 700 GB HD
  AMD Duron 1800 Prozessor
  VIA8233 Sound on board
  


Der benötigte Festplattenplatz ist sehr von den Sehgewohnheiten abhängig. Archiviert man häufig und viele Filme, so sind 300 GB Festplattenplatz schnell verbraucht.

Was bietet MythTV

MythTV ist ein umfangreiches Software-Paket bestehend aus einem Backend, das die programmierten Aufnahmen im Hintergrund ausführt und auch Aufträge wie Transkodierung (herunterrechnen der Videos auf geringere Auflösung) und automatische Erkennung von Werbeblöcken abarbeitet. Das Frontend Hingegen dient der Steuerung des VDR am Fernseher und ist durch Module erweiterbar. Zusätzliches ist eine Steuerung übers Inter- oder Intranet mittels Webbrowser möglich. Aller Teile greifen auf eine gemeinsame SQL-Datenbank zu, in der sämtliche Informationen und Aufträge abgelegt werden.


MythTV: Stöbern durch die archivierten Videos (zusammen mit IMDB.com-Anbindung für Titel-Informationen).

Die wohl wichtigsten Komponenten, die MythTV bietet sind im folgenden aufgelistet:

DVR Time-Shifting, Unterstützung mehrerer TV-Tuner (parallele Aufnahme versch. Programme), transkodierung in verschiedene Auflösungen, automatische Webung-Erkennung, Programmierung via EPG.

MySQL sämtlich Daten werden in einer SQL-Datenbank gespeichert

OSD On Screen Display. Programminformationen und Steuerungshinweise werden über das TV-Bild projiziert. Es gibt verschiedene Themes, zwischen denen gewählt werden kann.

MySQL sämtlich Daten werden in einer SQL-Datenbank gespeichert

MythWeb Web-Frontend zur einfachen Konfiguration des DVR und Programmierung der Aufnahmen.

Picture Gallery Bildergallerien auf dem Fernsehen anschauen und verwalten.

MP3 Musiksammlung am TV abspielen (für kleinere Sammlungen geeignet). Keine Amarok-Steuerung möglich.

WeatherForecast Wettervorhersagen und Satellitenbilder anzeigen lassen.

LIRC Unterstützung von Infrarot-Fernbedienungnen.

Spiele Frozen Bubble und Tux Racer per Infrarotfernbedienung spielbar.

Video Collection Filmsammlungen archivieren. Nutzt mplayer (muß notfalls per Hand kompiliert werden, um weitere Codecs wie wmv9 zu unterstützen, bietet unterstützung für Untertietel, und Filme, die auf mehrere Dateien verteilt sind.) IMDB-Anbindung um Filmbeschreibungen automatisch aus dem Internet zu beziehen.

News/RSS Feeds Nachrichten aus RSS-Quellen beziehen.

Konquerer Integrierter Web-Browser (bedingt am TV einsetzbar).

DVD-, MP3-Ripper DVDs und MP3s können automatisch gerippt und ins Archiv übertragen werden.

Burn DVDs Aufgenommene Filme können komfortabel auf DVD kopiert werden (mit DVD-Menü).

VoIP Voice over IP Telefonate (mit WebCam) über den Fernsehe aus führen (SIP Protokoll).

Installation

Mit KnoppMyth gestaltet sich die Installation recht einfach. Man erhält eine Boot-CD, die die Hardware in bekannter Knoppix-Manier erst auf vorhandene Hardware untersucht und dann die Treiber für die Komponenten lädt.
Trotzdem gibt es noch genügend Details, die per Hand angepasst werden müssen. Besonders die Konfiguration der Infrarot-Fernbedienung kann einige Zeit in Ansrpuch nehmen und muß vollständig per Hand und Text-Editor erfolgen. Näheres dazu findet sich im Absatz "LIRC".
Nach der Installation startet die grafische Oberfläche und der Benutzer mythtv meldet sich automatisch an. Beim ersten Start werden noch einige Konfigurationsskripte abgearbeitet, die dem Benutzer u.U. verschiedene Fragen stellen. Sollte man hier (häufig aus Unwissenheit, wenn man das erste mal einen DVR benutzt) falsche Einstellungen angeben, so kann man diese später immer noch korrigieren (allerdings nur, wenn man herausgefunden hat, wie...).

Weiterhin wird das Programm mythtv-setup gestartet, was eine konfiguration des MythTV-Backends erlaubt und z.B. für die Einstellungen der TV-Karten und Programme zuständig ist.
Sollte die TV-Karte vom Kernel erkannt worden sein, so kann man an dieser Stelle eine automatische Programmsuche starten. Bei DVB-T Karten kann es (abhängig von der Empfangsstärke und der Position der Antenne) passieren, daß man nur einen Teil der möglichen Sender empfängt. Man sollte den Scan mehrfach ausführen und dabei für die Anenne verschiedene Positionen benutzen, dabei kann umpositionierung der Antenne um einen Meter schon ausreichen, um ein anderes Bouquet zu empfangen. Hat man die Frequenzen für die Sender dann erstmal gefunden, kann man später auch von der schlechteren Position aus den Kanal empfangen (dann allerdings mit einigen Bild- und Ton-Artefakten).

Auch mehrere Tuner werden unterstützt, auch das Mischen von verschiendene Quellen wie z.B. DVB-T, DVB-S und Analog. Wählt man später einen Kanal aus, benutzt MythTV automatisch diejenige Karte als Quelle, die das Programm anbietet.


MythTV: LiveTV als kleines Bild zusammen mit EPG-Übersicht.

Mythfilldatabase

Der größte Vorteil eines Digitalen Videorekorders ist die Elektronische Programmzeitschrift (EPG), die automatisch mitübertragen wird. Diese Information kann aus verschiedensten Quellen bezogen werden und wird in einem XML-Format abgespeichert.

Für deutsche Programminformationen gibt es Skripte, die z.B. die Webseiten von TVToday durchforsten und sich die Informationen von dort holen. Dieses Verfahren ist allerdings sehr langsam und fehrleranfällig, da bei Änderungen am Web-Design der TVToday-Seite dieses Skript manchmal versagt. Innerhalb von wenigen Stunden ist dann allerdings häufig ein Update vorhanden, was diese Änderungen am Design berücksichtigt.
Weiterhin gibt es ein Skript, welches die Informationen aus der Prisma-Webseite bezieht http://www.mythwiki.de/index.php/HOWTO_Prisma_EPG. Dieses Skript ist standardmäßig nicht in MythTV integriert und muß per Hand installiert werden.

Dieses Skripte müssen regelmäßig ausgeführt werden und die XML-Ausgaben an das Programm mythfilldatabase übermittelt werden, welches dann das EPG in die SQL-Datenbank überträgt. Am besten beutzt man dafür ein crontab-Skript, welches täglich zu Uhrzeiten ausgeführt wird, an denen die Web-Seiten unter geringer last stehen.
Bei DVB-T wird die elektronische Programmzeitschrift allerdings immer mit übertragen, so daß man auf das benutzen der Web-Dienste TVToday und Prisma (bis auf sonderfälle) lieber verzichten sollte. Seit der Version 0.20 kann MythTV nun auch das EPG aus dem DVB-T Signal beziehen, gänzlich ohne externen Aufruf von mythfilldatabase.

Selbst beim analogen Signal wird ein EPG-Signal übertragen, auch wenn es bisher immer noch relativ unbekannt zu sein schein und von kaum einem Fernseher genutzt wird. Die Linux-Software nxtvepg kann dieses Signal auswerten und die Daten im XML-Format speichern. Diese können dann wiederrum mittels mythfilldatabase in die Datenbank übertragen werden. Die Software nxtvepg kann hierbei als daemon im Hintergrund laufen und die ständig aktuellen Informationen in eine XML-Datei herausschreiben. Ein cron-Job sorgt dann dafür, daß diese Informationen regelmäßig von MythTV ausgelesen werden.

MythWeb

Das Web-Frontend namens MythWeb bietet einen komfortablen Weg z.B. über das Internet seinen Videorekorder zu programmieren oder einfach nur ein paar Einstellugen der Konfiguration zu ändern.
Außerdem ist es wesentlich angenehmer seinen VDR am Web-Browser zu programmieren, als am Fernsehen, weil hier die Auflösung besser ist, bzw. der Schriftsatz wesentlich kleiner ist und man so mehr Programminformationen gleichzeitig angezeigt bekommt:


MythWeb: Videorekorder übers Internet konfigurieren und programmieren.

Zunächst muß der Apache mit Passwortschutz konfiguriert werden, so daß wir uns beruhigt übers Netz einloggen können. Der folgende Abschnitt erlaubt eine User-Verwaltung über die Datei /var/www/htdigest, und muß ggf. angepasst wrden.

/etc/httpd.conf
   <Directory /var/www/> 
   
   #
   # This may also be "None", "All", or any combination of "Indexes",
   # "Includes", "FollowSymLinks", "ExecCGI", or "MultiViews".
   #
   # Note that "MultiViews" must be named *explicitly* --- "Options All"
   # doesn't give it to you.
   #
       Options Indexes Includes FollowSymLinks MultiViews
   
   #
   # This controls which options the .htaccess files in directories can
   # override. Can also be "All", or any combination of "Options", "FileInfo",
   # "AuthConfig", and "Limit"
   #
       AllowOverride All
       AuthType           Digest
       AuthName           "MythTV"
       AuthDigestFile     /var/www/htdigest
       Require            valid-user 
   
   #
   # Controls who can get stuff from this server.
   #
       Order allow,deny
       Allow from all
   </Directory>
  


In der /var/www/htdigest werden nun die Zugangsberechtigten Benutzer und ihr Passwort abgelegt. Neue Benutzer hinzufügen mittels htdigest

  >> htdigest /var/www/htdigest MythTV mythweb
  
Daraufhin gibt man das Passwort ein, mit dem man sich übers Web einloggen möchte. Sollte die Datei /var/www/htdigest noch nicht existieren, muß man die zusätzliche Option -c benutzen, um die Datei anzulegen.

Über MythWeb lassen sich daraufhin auch die Programmplätze konfigurieren (kann man auch über das Programm mythtv-setup) und die XMLTV-IDs verteilen, die nötig sind, wenn man das EPG nicht direkt über das DVB Signal bezieht, sondern sich z.B. mit einem der beiliegenden Skripte aus Web-Seiten der Fernsehzeitschriften holt.
Neben der Videorekorder-Programmierung kann man auch über MythTV die aufgenommenen Sendungen auf DVD brennen.

LIRC

Hauppauge Nova-T Karten werden zusammen mit Infrarotempfänger und Fernbedienung geliefert. Leider wechselt sehr häufig die beiliegende Fernbedienung. Zwar werden mehrere Modelle bereits vom Kernel unterstützt, aber nicht alle, und ständig kommen neue Varianten hinzu. Die bei dem hier benutzten System beiliegende Fernbedienung war ein silbernes Modell, wie auf dem folgenden Bild:


Hauppauge Infrarot-Fernbedienung

Ein Tastendruck der Fernbedienung wird über ein /dev/input/event Device an das System übergeben. Bestimmte Tasten werden direkt vom X-Server interpretiert (bereits ohne konfigurierte LIRC unterstützung), wie z.B. Pfeil hoch, runter, rechts links, OK=Enter und der Nummernblock. Aber andere Tasten werden nicht erkannt und sind auch nicht konfigurierbar. Möchte man alle funktionen der Fernbedienung nutzen, was empfehlenswert ist, da ansonsten die Lautstärke-Regler nicht benutzt werden können, muß man zunächst LIRC installieren. Denn LIRC kann mittlerweile neben den eigenständigen Infrarotempfängern, die z.B. an seriellen Port angeschlossen werden (siehe auch LIRC - Infrarot Empfänger), auch Geräte nutzen, die über ein Input-Device kommunizieren.

Welches Device dabei von der Karte angesprochen wird kann man relativ simpel über das Ausgelesen der vorhanden Devices mit cat erfahren:

  >> cat /dev/input/event1
  
oder evtl. einer anderen vorhandenen Nummer. Sollten beim Drücken einer beliebigen Fernbedienungstaste Zeichen erscheinen, so ist dieses Device aktiv.

Zunächst muß LIRC so konfiguriert werden, daß das korrekte Event-Device als Eingabe benutzt wird. In diesem Beispiel /dev/input/event1.

/etc/lirc/hardware.conf
   # /etc/lirc/hardware.conf
   #
   # Arguments which will be used when launching lircd
   LIRCD_ARGS=""
  
   #Don't start lircmd even if there seems to be a good config file
   START_LIRCMD=false
  
   #Try to load appropriate kernel modules
   LOAD_MODULES=true
  
   # Run "lircd --driver=help" for a list of supported drivers.
   DRIVER="dev/input"
   # If DEVICE is set to /dev/lirc and devfs is in use /dev/lirc/0 will be
   # automatically used instead
   DEVICE="/dev/input/event1"
   #MODULES="lirc_dev lirc_serial"
   MODULES=""
   LIRCD_CONF="UNCONFIGURED"
   LIRCMD_CONF="UNCONFIGURED"
  


Nach dem Neustart des LIRC-Dienstes können im nächsten Schritt nun die Signale der Fernbedienung erlernt werden (mit irrecord). Wie dies im Detail geschieht, ist z.B. im Artikel LIRC - Infrarot Empfänger zu finden. Für die oben abgebildete Fernbedienung wurde folgende Konfigurationsdatei erlernt: lircd.conf. Diese muß danach nach /etc/lirc/ kopiert werden.

Weiterhin muß noch konfiguriert werden, wie MythTV auf die einzelnen Fernbedienungstasten reagieren soll. Dies geschieht über die Datei /home/mythtv/.lircrc. Leider ist die standardmäßig beiliegende Version der Konfigurationsdatei sehr fehlerhaft. Es werden falsche Knöpfe referenziert und auch falsche Befehle an MythTV übergeben (z.B. wird "Mute" nicht mittels "F9" erreicht, sonder mit "|"). Einige Funktionen sind aber einfach nur ungünstig gelegt.
Leider scheint es im Netz keine Übersicht aller unterstützen Befehle zu geben, die MythTV von LIRC entgegennehmen kann.

Die hier im Einsatz stehende Konfigurationsdatei findet man unter lircrc, und muß bei Bedarf noch nach /home/mythtv/.lircrc kopiert werden.

TV-Out

Um nun eine Ausgabe auf dem Fernseher zu haben muß man den TV-Ausgang der Grafikkarte benutzten oder einen VGA-TV-Konverter einsetzen. Sollte man im Besitz eines LCD-Bildschirms sein, ist es empfehlenswert, den Fernseher direkt per VGA oder DVI anzuschließen, da dies eine viel höhere Auflösung erlaubt.

Alle neueren NVidia-Karten besitzen heutzutage einen VGA-Ausgang. Wie dieser Konfiguriert wird findet man u.a. im Artikel Linux auf dem Fernseher II.

Man muß nur die XF86-Konfiguration anpassen und die vorhandene Datei /etc/X11/XF86Config-4 ersetzen. Eine Beispielkonfiguration für den TV-Out findet man unter XF86Config-4.tvout.

EPG

Das EPG kann, wie bererits weiter oben erwähnt, entweder direkt mit dem TV-Signal empfangen werden (sog. EIT), oder aus verschiedenen Web-Seiten extrahiert wreden. Es ist auch möglich die Daten aus mehreren Quellen zu kombinieren, wass nötig wird, wenn z.B. einige Kanäle über bestimmte Dienste nicht angeboten werden (so scheint beispielsweise N24 kein EIT zu senden).

Leider war das per EIT bezogene Programm um zwei Stunden zeitversetzt gegenüber den richtigen Zeiten (d.h. die Tagessschau begann laut EPG erst um 22:00 Uhr). Dies ließ sich beheben, indem die Uhrzeit im Bios auf GMT umgestellt wurde. Zusätzlich musste dann die Zeitzone korrekt eingestellt werden, indem die Datei /etc/localtime umglinkt wird:

  >> cd /etc
  >> ln -s /usr/share/zoneinfo/Europe/Berlin localtime
  
Dies scheint aber nur mit den EIT-Daten zu funktionieren. Im gegensatz dazu erhalten Daten, die per Web-Skript geladen werden, nun einen fehlerhaften Offset von zwei Stunden, der vorher nicht vorhanden war. Hier wäre es wünschenswert, wenn den Skripten als Option mitgegeben werden könnte, um wieviele Stunden die Programmdaten verschoben werden sollen.

Funktioniert das EPG dann korrekt, so erkennt der VDR automatisch, sollten sich zwei Aufnahmen überschneiden. Besitzt man nun mehrere Tuner, so werden die Sendungen autmatisch auf die verschiedenen Tuner verteilt. Je nach Aufnahmewunsch weicht der DVR aber auch auf eine möglicherweise existierende Wiederhol einer Sendung aus, um eine Überschneidung zu vermeiden. Zusätzlich kann man den Aufnahmen auch Prioritäten geben, so daß bei Konflikten die Sendung mit der höchsten Priorität aufgenommen wird.

Fine-Tunig

Senderlogos: Es können die Senderlogos mit dem tv_grab_de_tvtoday Skript von der TVToday-Webseite bezogen werden. Diese Logos werden in verschiedenen Teilen von MythTV angezeigt. Leider besitzen die so kopierten Logos nur eine sehr geringe Auflösung und sind z.T. auch nicht mehr aktuell. Die Grafiken der Sender werden unter /home/mythtv/.mythtv/channels/ gespeichert und können dort einfach gegen eigene Logos ausgetauscht werden. So erhält man z.B. von sämtlichen Öffentlich-Rechtlichen Sendern Logos in hoher Auflösung direkt über Wikipedia. MythTV unterstützt dabei sogar transparente Gifs, obwohl dies an nicht allen Stellen im Programm gut aussieht (an einigen Stellen im Programm verbirgt sich hinter den transparenten Logos dann noch störender Text).


MythTV: Konfiguration des Frontends und Backends ist direkt am Fernseher möglich.

X11vnc: Sollte an den MythTV-Rechner keine Tastatur angeschlossen sein, so kann es sich als nützlich erweisen den Rechner per VNC fernsteuern zu können. Hierfür installiert man auf dem Rechner X11vnc und startet es automatisch über den Windowmanager Fluxbox bei jedem Start. Hierfür erweitert man den Beginn der Datei /home/mythtv/.fluxbox/apps um folgende Zeile:

  [startup]        {xterm -e /home/mythtv/x11vnc-0.8.2/x11vnc/x11vnc -forever}
  
Somit kann man sich immer per VNC auf dem Fernseher einloggen.

Shutdown: Möchte man den Rechner per Fernbedienung ausschalten können, so muß der Befehl Shutdown beim Drücken des Power-Knopfes an der Fernbedienung ausgeführt werden. Um dies zu erreichen müssen verschiedene Dinge eingestellt werden. Zunächst muß der Dienst irexec gestartet werden, der es erlaubt bei LIRC-Ereignissen bestimmte Befehle auszufühlen.
Man startet das Programm am besten wieder automatisch über den Windowmanager über die Datei /home/mythtv/.fluxbox/apps, welche man um den Eintrag

  [startup]        {irexec}
  
erweitert. Die LIRC-Konfiguration muß nun so eingestellt werden, daß der Drücken des Power-Knopfes den Shutdown ausführt:

/home/mythtv/.lircrc
  begin
       prog = irexec
       button = Power
       config = /usr/bin/sudo /sbin/shutdown -h now
  end
  


Normalerweise darf ein User den shutdown-Befehl nicht ausführen. Also müssen wir den Umweg über sudo gehen. Damit der Shutdown ohne die für sudo übliche Passwortabfrage erfolgt, muß die Datei /etc/sudoers angepasser werden um den Eintrag:

mythtv ALL=NOPASSWD:/usr/bin/eject,/sbin/halt,/sbin/reboot,/bin/mount,/bin/umount,/usr/local/bin/mythbackup,\ /usr/local/bin/mythrestore,/etc/init.d/mythtv-backend,/usr/local/sbin/hibernate,/sbin/shutdown

Die Datei wird nicht direkt editiert, sondern über den Befehl visudo. Man beachte, daß in der aufgeführten Zeile nur der letzte Eintrag /sbin/shutdown hinzugefügt werden muß. Die restlichen Einträge sollten bereits vorhanden sein.

Samba: Hat man Filme Aufgenommen, so möchte man diese vielleicht auch übers Netz auf anderen Rechnern sehen oder dorthin kopieren. Gerade diese Möglichkeit unterscheidet offene Lösungen wie MythTV von kommerziellen VDR, bei denen eine Datenaustausch meist nicht oder nur eingeschränkt möglich ist. Am einfachsten ist die Benutzung von Samba, um von Windows oder Linux aus auf den VDR zugreifen zu können. Samba einstellen zum Datenaustausch übers Netz. Der Eintrag

/etc/samba/smb.conf
  [myth]
          comment = Myth files
          writeable = yes
          valid users = mythtv
          path = /myth
  
  


erlaubt dem User mythtv den Zugriff auf die Daten, die unter dem Verzeichnis /myth abgelegt sind.

Fazit & ToDo

MythTV ist bereits jetzt eine sehr ausgereifte Software, deren Bedienung und Möglichkeiten kaum Wünsche übrig läßt. Der Tägliche Einsatz ist schon jetzt sehr stabil und die Benutzung von Zeitversetztem TV möchte man nie wieder missen, sobald man sich daran gewöhnt hat.

Trotzdem gibt es noch ein paar Kleinigkeiten, die momentan noch etwas störend bei MythTV sind. So kann man bei nur einem Tuner während einer Aufnahme nicht andere Programme des selben Bouquets anschauen. Eine Funktion, die z.B. von Kaffeine angeboten wird.
Der MP3-Spieler ist für größere Sammlungen kaum zu gebrauchen, da eine Navigation durch viele Alben hindurch mittels einer Fernbedienung sehr ineffektiv gelöst ist. Allerdings ist es wohl schwer, hier einen guten alternativen Weg zu finden. Die Möglichkeit alternativ Amarok in Vollbildschirmansicht zu betreiben wäre vielleicht praktisch.
Die automatische Erkennung von Webeblöcken funktioniert ziemlich verläßlich. Allerdings hat der Algorithmus Probleme Eigenwerbung der Sender auch als Werbung zu erkennen. Hier funktionieren die Suchtechniken des Algorithmus nicht, weil z.B. bei Eigenwerbung auch das Programmlogo eingeblendet wird. (Ein interessanter Artikel über den Alorithmus unter How the Commercial Flagging works.
Ist die Systemuhr auf die lokale Zeit eingestellt und holt man sich das EPG via TVToday sind die Zeiten korrekt. Die Daten via EIT hingegen um zwei Stunden verschoben. Stellt man daraufhin die Systemuhr auf GMT um und stellt die Zeitzone ein, sind die EIT-Zeiten korrekt, aber die TVToday-Zeiten um zwei Stunden verschoben. Hier wäre es hilfreich einfach einen Zeitoffset den Skripten als Option mitzugeben.

Trotz dieser eher kleinen Mängel, die bestimmt noch behoben werden oder vielleicht auch durch eine Umkonfiguration des Systems erreicht werden können (aber dann bitte in der Dokumentation deutlicher hervorheben) macht die Benutzung von MythTV einfach nur Spaß!

Links

KnoppMyth Homepage: http://www.mysettopbox.tv/knoppmyth.html
How the Commercial Flagging works: http://www.mythpvr.com/mythtv/how-commercial-flagging-works.html
C'T VDR: http://www.heise.de/ct/ftp/projekte/vdr/
MythWiki: http://www.mythwiki.de/index.php/Hauptseite
MythForum: http://www.mythwiki.de/index.php/Hauptseite
Prisma EPG: http://www.mythwiki.de/index.php/HOWTO_Prisma_EPG
NatMag LIRC-Artikel: LIRC - Infrarot Empfänger
NetMag TV-Out Artikel:Linux auf dem Fernseher II
X11vnc Homepage: X11vnc




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