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Artikel vom 28.01.06
Autor: Lars-Anders Schmuhl
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Motorola für Linux

Moto4lin

Die neueren Motorola Mobiltelefone bieten die Möglichkeit der Synchronisation über ein mitgeliefertes USB-Kabel. Um diese Möglichkeit unter Linux zu nutzen, muß man sich ein paar Pakete besorgen, compilieren und installieren, da diese noch nicht zum Standardlieferumfang der gängigen Linux-Distributionen gehören. Es wird kurz am Beispiel eines MotoRazrV3 beschrieben, wie das geht.

Benötigte Software-Pakete

Es werden folgende Pakete benötigt:

1) p2kmoto-0.1-rc1.tar.gz

Das MotoRazr wird direkt über das mitgelieferte USB-Kabel über P2K mit Linux verbunden. Die meisten modernen Motorola-Geräte unterstützen P2K. Eine Liste der Modelle findet man unter [1]. Die aktuellste Version des Pakets findet man ebenfalls unter [1].

2) moto4lin-0.3.tar.bz2

Die aktuellste Version findet man unter [2].

Installation P2K

Für den letzten, der unten aufgeführten Schritte, benötigt man root-Rechte.

  tar -xzf p2kmoto-0.1-rc1.tar.gz
  cd p2kmoto-0.1
  ./configure
  make
  make install 
  
Die erzeugten libraries werden nach /usr/local/lib installiert. I.d.R. werden sie dort nicht gefunden, weil sie nicht im Suchpfad (path-Variable) liegen. Man kann sie dort hinzufügen, indem man in ~/.bash_profile einfach
  PATH=$PATH:/usr/local/lib
  export PATH
  
hinzufügt. Alternativ kann man sich (als root) auch symbolische Links von /usr/lib aus setzen.
  cd /usr/lib
  ln -s /usr/local/lib/libp2kmoto.0.0.0 libp2kmoto 
  ln -s /usr/local/lib/libp2kmoto.0.0.0 libp2kmoto.0 
  ln -s /usr/local/lib/libp2kmoto.0.0.0 libp2kmoto.0.0.0 
  ln -s /usr/local/lib/libp2kmoto.a libp2kmoto.a 
  ln -s /usr/local/lib/libp2kmoto.la libp2kmoto.la
  
Zum Testen reicht zunächst aber auch nur ein
  export  LD_LIBRARY_PATH=/usr/local/lib
  
in der Shell.

Testen P2K

Zunächst sollte man sicherstellen, daß das Telefon auch als USB-Gerät erkannt wird (hat noch nichts mit P2K zu tun). Das kann man z.B. mit USB Viewer sehen (Abb. 1). Hier sollte das Telefon erscheinen, wenn man es mittels des UBS-Kabels mit dem Rechner verbindet.


Abb. 1 - USB Viewer zeigt das angeschlossene Telefon

Man kann ebenfalls in /var/log/messages schauen (als root):

  tail -f /var/log/messages
  
  Dec 13 22:52:18 darkstar kernel: usb 1-2: new full speed USB device using uhci_hcd and address 3
  Dec 13 22:52:18 darkstar kernel: usb 1-2: configuration #1 chosen from 2 choices
  Dec 13 22:52:21 darkstar kernel: cdc_acm 1-2:1.0: ttyACM0: USB ACM device
  Dec 13 22:52:21 darkstar kernel: usbcore: registered new driver cdc_acm
  Dec 13 22:52:21 darkstar kernel: drivers/usb/class/cdc-acm.c: v0.23:USB Abstract Control Model driver 
     for USB modems and ISDN adapters
  
Dort wird angezeigt, daß das USB-Gerät ordnungsgemäß registriert wird.
Nun kann man die Verbindung testen (jetzt kommt P2K ins Spiel). Das Gerät wird über /dev/ttyACMx angesprochen, wobei x normalerweise gleich 0 ist. Hier wird man als normaler User üblicherweise zu wenig Rechte haben. Deshalb muß man als root dieses ändern oder den Test gleich als root durchführen. Das Testprogramm ist:
  /usr/local/bin/p2ktest
  
Es erzeugt, im Falle das es funktioniert, Ausgaben in der Konsole, die etwa so aussehen:
  P2k Test
  Device list:
  0000:0000: [Linux 2.6.11.4-21.7-smp uhci_hcd] [UHCI Host Controller]
  22b8:4901: [Motorola Inc.] [Motorola Phone (V3)]
  054c:00ee: [Sony] [DRX-500UL]
  0000:0000: [Linux 2.6.11.4-21.7-smp uhci_hcd] [UHCI Host Controller]
  P2k Phone found
  
  Phone Model: V3
  Drive: /a
  Free space: 3898870 bytes
  File count: 609 bytes
     1      2   2   0 /a/cookie.txt
     2    300  40   4 /a/ALARMCLOCK
     3   5392   2   0 /a/default_wml.css
  ...
   607   1246   7   4 /a/mobile/certs/root/x509/ssl/entrust.crt
   608    793   7   4 /a/mobile/certs/root/x509/ssl/thwate.crt
   609    943   7   4 /a/mobile/certs/root/x509/kjava/motman.crt
  
Es wird das Telefon Modell angezeigt und eine Liste der Dateien im Handy ausgegeben.

Installation Moto4lin

Für den letzten, der unten aufgeführten Schritte, benötigt man root-Rechte.

  bunzip2 moto4lin-0.3.tar.bz2
  tar -xf moto4lin-0.3.tar 
  cd moto4lin-0.3
  qmake
  make
  make install
  

Moto4lin starten

Jetzt kann man mit /usr/bin/moto4lin das Programm starten (Abb. 2). Hier sollte man als root arbeiten oder die Berechtigungen anpassen, da sonst der Zugriff auf das Gerät verweigert wird.


Abb. 2 - Moto4lin - der erste Start

Nun muß man in den Preferences Connection ACM Device=/dev/ttyACM0 einstellen (Abb. 3). Mit "Update List" kann man sich die Liste der USB-Geräte anzeigen lassen. Hier sollte das Telefon auftauchen. Dieses anklicken und "Set as AT device" klicken. Damit es funktioniert mußte ich noch die "AT Product ID" löschen (steht dann auf 0000).


Abb. 3 - Moto4lin - Preferences

Dann kann man mit "Connect/Disconnect" die Verbindung herstellen und mit "Update List" die Dateien im Telefon anzeigen (Abb. 4). Nun ist es beispielsweise möglich das (recht nutzlose) Motorola Beispiel Video zu löschen, das wertvollen Speicherplatz belegt, sich aber im Handymenu nicht löschen läßt.


Abb. 4 - Moto4lin - Files im Handy

Fazit

Es bleibt zu hoffen, diese Pakete in die gängigen Linux Distributionen integriert werden, da sie für Motorola Handy Benutzer sehr nützlich sind.


Links:



Anmerkungen zu diesem Artikel


[1]  Motorola für Linux, Libs in /usr/local/lib heini02-5-2006


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