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Artikel vom 13.08.06
Autor: Eric Keller
Übersetzer: Eric Keller
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Ubuntu als emuliertes System in Windows

Linux für die, die nicht blind ins Nichts springen wollen

Ubuntu ist eine interessante Linux Distribution, besonders für Anfänger. Man hat sich hier sehr bemüht, ein benutzerfreundliches Linux-Umfeld zu erstellen: Die neue Version 6 von Ubuntu kann leicht und fast automatisch auf der großen Mehrheit von Computern installiert werden, und diese Linux Distribution übertrifft andere in der Vielfalt von intuitiven Programmen, die sofort nach der Installation vorhanden sind. Zusätzlich unterstützt Ubuntu die Benutzer mit Konfigurations-Werkzeugen bei der weiteren Aktualisierung der verschiedenen Elemente Ihrer Linux-Installation.

Wenn man Ubuntu installiert, kann man dafür entweder eine vollständige Festplatte reservieren, oder man kann ein "dual-boot" System erstellen, d.h. ein System, in dem Sie entweder Windows oder Ubuntu Linux installieren. Der Nachteil der dual-boot Methode ist, daß Sie ewig zwischen zwei Systemen hin und her jonglieren müssen, um Software benutzen zu können, die nur auf einer Plattform funktioniert. Angesichts der beträchtlichen Startzeit von Systemen ist diese Option nicht unbedingt die interessanteste Wahl.

Linux Ubuntu in Windows XP. Warum nicht?

Bild 1. Linux Ubuntu in Windows XP. Warum nicht?

Viele Leute wünschen deshalb eine andere Alternative, nämlich Ubuntu in Koexistenz mit Windows. Dafür gibt es zwei Möglichkeiten: ein Ubuntu System unter Windows emulieren, oder ein Windows System unter Ubuntu emulieren. Die Linux Welt spricht nur von der letzten Möglichkeit: eine ganze Platte mit Linux formatieren, Ubuntu installieren und dann Windows unter Linux emulieren ("wenn es wirklich notwendig ist", wird häufig hinzugefügt). Diese Art der Installation hat unleugbare technische Vorteile: Linux arbeitet gut, schnell und ohne Unterbrechung über Monate hinweg, trotz all der Updates, die hinzugefügt werden, während Windows sicherlich dadurch auffällt, dass es immer wieder neugestartet werden muss. Es ist folglich logisch, das stabilere Linux System zuerst zu installieren, und darauf das weniger stabile Windows System zu emulieren.

Jedoch ist die Lösung "Windows in Linux" nicht für jedermann angemessen. Eine vollständige Platte umformatieren, ein Linux System anbringen, das man noch nicht kennt, und dann wieder (uff!!) ein vollständiges Windows System installieren, mit allen seinen speziellen Anpassungen an die verschiedenen Peripheriegeräte, sowie alle Applikationen mit ihren verschiedenen Seriennummern und Paßworten (mein Verzeichnis für "Programme" wiegt 17 GB), all dies, ohne im voraus zu wissen, ob alle Applikationen richtig oder schnell genug funktionieren werden, ist ein gewagter Sprung ins Nichts für gewisse unter uns. Die Lösung, die hier vorgeschlagen wird ist folglich das Entgegengesetzte: ein Linux System in Emulation in einem Windows System zu installieren. Das erlaubt, das Ubuntu System in aller Ruhe zu erforschen, und wenn man wünscht, kann man dann im eigenem Rhythmus, teilweise oder ganz in diese alternative Welt zum Microsoft Riesen hinüberwechseln.

Die aktuellen Systeme in der Linux Welt erlauben diese Emulation nicht nur kostenlos, sondern auch angemessen schnell, solange Sie ein Windows XP oder 2K System auf einem verhältnismäßig leistungsfähigen Computer haben (2 Gigahertz, Intel Prozessor). Nur diese Art von Windows Installation erlaubt eine angenehme Emulation (XP wird bevorzugt, 2K braucht einen Patch). Wir fanden, dass mit freien Werkzeugen auf einem 2 Gigahertz Intel Prozessor ungefähr der Toleranzpunkt für eine angenehme Arbeitsgeschwindigkeit erreicht wird. Wenn diese Bedingungen nicht bestehen, müsste man eine dual-boot Installation oder eine kommerzielle Emulation empfehlen, bei der der Toleranzpunkt vermutlich bei langsameren Maschinen erreicht wird.

Die vorgeschlagene Lösung

Wenn Ihr Plattenplatz es erlaubt, können wir einen Speicherbreich für eine Linux Emulation in Ihrer Windows Installation reservieren. In diesem Bereich richten wir Ubuntu ein. Sobald Sie verstanden haben, wie dies gemacht wird, können Sie selbstverständlich ebenfalls andere Linux Distributionen installieren. Wir werden außerdem die neuesten Beschleunigungen anwenden.

Wir benutzen nur freie und zugelassene Software für diese Emulation. Im Internet findet man auch Beschreibungen, Systeme für den freien Player/Emulator VMware Player der kommerziellen Firma VMware herzurichten (siehe den Verweis am Ende dieser Seite). Die Emulation via VMware Player ist schneller. Aber in dieser ersten Präsentation benutzen wir nur Freeware.
Die Software ist die folgende:

    1. Qemu Manager, ein Steuerprogramm für die Emulation,
    2. die Qemu Emulation Software, sowie
    3. den KQemu Beschleuniger, der es erlaubt, die Prozesse des Linux Kernels direkt innerhalb Ihres Mikroprozessors auszuführen (anstatt sie als Windows Prozesse zu emulieren).

Diese ganze Software ist frei von Gebühren, was stark geschätzt wird, da die kommerziellen Angebote von VMware bei ungefähr 300 Euro starten. Benutzen wir diese Stelle also, um einigen Leuten zu danken, die wichtige Arbeiten in diesem Zusammenhang geleistet haben: natürlich an Mark Shuttleworth und seine Mannschaft, sowie die Schöpfer von Debian Linux für Ubuntu, aber dann auch an das Genie am Ursprung der Qemu Emulation und des KQemu Beschleunigers, Fabrice Bellard (Frankreich). Ebenfalls bedankt werden Dave Reynolds (England), der Entwickler des Qemu Managers, Kazu (Japan), der die neueste Qemu Windows Version aufrecht erhält, sowie Stefano Marinelli (Italien), der den Free Operating Systems Zoo unterhält (siehe unten, Schritt 35).

Die Geschwindigkeit der Emulation hängt stark vom Vorhandensein einer Beschleunigung ab. Ohne Beschleuniger kann Qemu Linux nur mit einem Geschwindigkeits-Verhältnis von 5:1 bis 10:1 emulieren. Das heißt, die Emulation einer einzelnen Linux Anweisung würde zwischen 5 und 10 Windows Anweisungen erfordern. Mit der KQemu Beschleunigung fällt der Prozentsatz auf etwa 2:1 (Huff, 2005).

Es ist auch wichtig zu sagen, daß die Qemu Emulation einen Internet-Anschluss anbietet und den Ton emuliert. Für Internet zapft sie den Anschluß des Windows Systems an, aber es ist auch möglich, eine spezielle feste IP Ziffer für die Qemu Emulation zu reservieren. Die Qemu Emulation simuliert die Ton- und Midi Wiedergabe des SoundBlaster16, AdLib und Ensoniq ES1370.

Die Installation

Folgen Sie mir bitte genau durch die verschiedenen Stadien dieser Installation.

Speicher: Sie benötigen mindestens 3 GB Speicherkapazität, um zu sehen, wie die Emulation arbeitet, und 10 oder mehr GB werden für eine angemessenere Installation empfohlen. Leute, die mit Windows in einem  Fat32 System arbeiten, werden auf 4 GB begrenzt. Es wird deshalb empfohlen von einem Windows XP auf einer NTFS Plattform auszugehen.

Internet-Anschluß: Wir hoffen, daß Sie Zugang zu einem schnellen Anschluß haben, andernfalls warten Sie ziemlich lange auf Ihre Downloads.

Downloads: Laden Sie die folgende Software herunter:
    Ubuntu Desktop für PC, von http://www.ubuntu.com/download (617 MB). Meine Version: ubuntu-6.06-desktop-i386.iso. Sie könnten theoretisch eine startbare CD von diesem Download machen, aber wir behalten diese Datei einfach im "iso"-Format auf der Festplatte.
    Qemu Manager, von http://www.davereyn.co.uk/download.htm (3.9 MB). Auf der Downloadseite  zum Punkt hinunterrollen, wo Sie "Qemu Manager Version 2.2 For Windows (March 2006) With QEMU 0.8.0 and KQEMU support" sehen (oder ähnlich). Diese Version schließt eine Version von Qemu 0.8.0 ein und sie unterstützt Beschleunigungen. Meine Version: setupqemuk22.exe.
    KQemu Beschleuniger, von http://fabrice.bellard.free.fr/qemu/download.html (186 KB). Meine Version: kqemu-1.3.0pre7.tar.gz.
    Die allerletzte Version von Qemu für Windows, von http://www.h7.dion.ne.jp/%7Eqemu-win/ (5.7 MB). Meine Version: qemu-0.8.1-Windows-3.zip. Diese Version enthält verschiedene Korrekturen und zusätzliche Beschleunigungen.

Erstellung der Verzeichnisse
    1. Erstellen Sie ein Verzeichnis "Linux" auf dem Wurzelniveau Ihres Computers oder auf einer externen Platte (zum Beispiel C:\Linux oder D:\Linux). Die Wahl des Wortes "Linux" ist willkürlich, aber Sie sparen sich eine Menge Mühe, wenn der volle Pfadname nicht Leerbuchstaben, Umlaute oder Akzente enthält. Erstellen Sie Im Linux Verzeichnis ein zweites Verzeichnis mit dem Namen "QemuSave" (folglich C:\Linux\QemuSave).
    2. Wenn Sie sich entscheiden, Ihr System auf einer externen Platte einzurichten, sollten Sie prüfen, ob sie für Leistung optimiert ist. Verifizieren Sie dies via "Systemsteuerung | System | Hardware | Gerätemanager | Laufwerke | Festplatte x | Eigenschaften | Richtlinien". Bei Bedarf nach der Einstellung neustarten.
    3. Legen Sie alle heruntergeladenen Dokumente in das QemuSave Verzeichnis.

Installation des Beschleunigers
    4. Wir installieren den KQemu Beschleuniger zuerst. Dekomprimieren Sie den Inhalt von kqemu-1.3.0pre7.tar.gz als eine temporäres Verzeichnis, rechtsklicken Sie auf kqemu.inf, das sie im Verzeichnis finden und wählen Sie "install". Auf diese Art richten Sie die Beschleuniger-Software in Ihrem Windows Betriebssystem ein, was erlaubt, dass Linux seinen Kernel direkt im Mikroprozessor betreiben kann. Nach dieser Installation benötigen Sie die dekomprimierte Datei nicht mehr.
    5. Richten Sie eine Startdatei für den Beschleuniger ein. Im Linux Verzeichnis erstellen Sie eine Datei, die "KQemuAccelerator.bat" genannt wird. Fügen Sie den folgenden Text hinein:

Net start kqemu
pause


    6. Auf diese Datei doppel-klicken. Dieses lanciert den Beschleuniger und Sie erhalten die Bestätigung: "The KQEMU virtualisation module for QEMU service was started successfully.". Schliessen Sie die KQemuAccelerator.bat Datei.

QemuManager installieren
    7. Jetzt den QemuManager mit einem Doppelklick auf "setupqemuk22.exe" dekomprimieren. Vorsicht: Den QemuManager ins C:\Linux\QemuManager Verzeichnis kopieren (und nicht in die "Programme" oder "Program Files"). Der Installationsprogramm erstellt ein C:\Linux\QemuManager Verzeichnis, in dem Sie unter anderem das folgende finden:

a. Das Qemu Verzeichnis, der Emulator.
b. Das Media-Verzeichnis für externe Systeme, z.B. die Datei ubuntu-6.06-desktop-i386.iso (die ich auf "Ubuntu6.iso" abkürzte).
c. Das Images-Verzeichnis, das die Datei für den Speicherplatz enthalten wird, die Sie für Linux erstellen werden.

    8. Verschieben Sie nun ubuntu-6.06-desktop-i386.iso (oder jetzt "Ubuntu6.iso") von C:\Linux\QemuSave ins C:\Linux\QemuManager\media Verzeichnis.

Qemu Update
    9. Dekomprimieren Sie die neueste Version von Qemu (qemu-0.8.1-Windows-3.zip) in das C:\Linux\QemuManager\qemu Verzeichnis hinein. Antworten Sie "ja", um alle duplizierten Dateien und Verzeichnisse zu ersetzen.

Speicher für Ubuntu
    10. Wir erstellen jetzt den Speicher für Ubuntu. Dieser Raum enthält das dekomprimierte System der Ubuntu iso-Datei, plus den Raum, der für den Plattenspeicher erfordert wird. Wir nehmen hier an, daß Sie 10 GB reservieren.
    11. Für dieses fügen Sie den folgenden Text in eine Datei, die "QemuImage.bat" genannt wird und in das Linux Verzeichnis gelegt wird (drei Befehle):

.\QemuManager\qemu\qemu-img create .\QemuManager\images\ubuntu6.img 10G

.\QemuManager\qemu\qemu -hda .\QemuManager\media\ubuntu6.iso -L .\QemuManager\qemu -m 512 -usb -cdrom .\QemuManager\images\ubuntu6.img

pause

    12. Wenn Sie es wünschen, verändern Sie die 10G (für 10 Gigabytes), z.B. in 20G.
    13. Starten Sie das QemuImage.bat Skript. Die Erstellung dieses Speicherraumes dauert eine gewisse Zeit. Die schlussendliche Datei im QemuManager Images-Verzeichnis wird ein wenig größer als angegeben, weil sie das System einschließt. Am Ende dieser Operation versucht Qemu das Programm zu starten, was aber noch nicht möglich sein wird. Dafür brauchen wir QemuManager.

Den QemuManager starten und einstellen
    14. Starten Sie den QemuManager. Während der Startphase wählen Sie sowohl die Emulation 0.80 oder höher, als auch die Option "Enable KQEMU Accelerator Driver Support". Die verschiedenen Ablagen sollten bereits richtig vorgewählt sein, wenn Sie die Anweisungen getreu befolgt haben. QemuManager präsentiert Ihnen schließlich eine grafische Benutzeroberfläche.
    15. Um eine Startfläche für Ubuntu6 herzustellen, klicken Sie auf den Knopf ganz links, auf das weiße Kreuz. Geben Sie "Ubuntu6" als Namen für diese virtuelle Maschine ein. Als Betriebssystem wählen Sie "Linux Distribution" und reservieren Sie einen guten Teil Ihres RAM-Speichers: mindestens 128 MB, gewöhnlich 1/3 - 1/2 Ihres physischen RAMs. Auf meinen Computern wählte ich 512 MB.
    16. Unter "Hardware Disk Settings", wählen Sie die Option "Use existing virtual drive". Auf der nächsten Seite wählen Sie "ubuntu6.img" im "images" Verzeichnis. Auf der folgenden Seite wählen Sie "Enable audio", aber nicht "Launch Full Screen" (Sie können immer die volle Schirmgrösse mit CTRL+ALT-f erhalten, wenn Sie einmal in der Ubuntu Umgebung sind). Auf der abschließenden Seite speichern Sie alles mit "Save Virtual Machine". Eine Startleiste wird hergestellt.
    17. Doppel-klicken Sie auf die Startleiste, um Ihre virtuelle Maschine zu konfigurieren. Klicken Sie auf das Teilfenster "Disk Configuration". Unter "Hard disk" sollten Sie die Ablage der "ubuntu6.img" Datei bereits anzeigen. Wir fügen jetzt die ursprüngliche Datei "ubuntu6.iso" hinzu, damit das System die Installation durchführen kann. In der Mitte der Konfigurationsseite, unter "CD-ROM", wählen Sie das Kontrollkästchen "Boot From CD-ROM". Dann via einen Klick auf das Symbol an der rechten Seite der Oberfläche die Ablage der Datei "ubuntu6.iso" eingeben (von C:\Linux\QemuManager\media). Der Rest der Optionen bleibt in der Standardarteinstellung. Schließen Sie die Konfiguration mit "Save".
    18. Mögliche Beschleunigung des Qemu Managers. Die Installation von Ubuntu dauert einige Stunden. Wenn Sie Ihren Computer ganz alleine arbeiten lassen wollen, können Sie Qemu einen höheren Prozentsatz der Maschinentakte zur Verfügung stellen. Dafür klicken Sie auf den zweit-letzten Knopf der Hauptschnittstelle (mit dem abwärts gerichteten roten Pfeil) und stellen Sie das Menü unter "Launch Qemu with the following priority" auf "high" ein. Wählen Sie nicht "Realtime", denn dies würde Ihnen die Kontrolle der Maschine entziehen.

Installation von Ubuntu, Phasen 1 und 2
    19. Wir sind jetzt bereit, Ubuntu zu installieren, was in zwei Phasen geschieht. Während der ersten Phase dekomprimiert Ubuntu Dateien in Ihren Emulationsspeicher. Im zweiten Stadium installiert es unterschiedliche Teile des Systems und der Anwendungen. Dies kann einige Zeit dauern (typisch zwei Stunden oder mehr).
    20. Während der Ubuntu Installation sollte man den Windows Prozeßmanager nicht aktivieren (nicht CTRL+ALT+DELETE anklicken). Dies würde die Ubuntu Installation stoppen, und Sie müssten Ihre Installation wieder vom Anfang an neu beginnen.
    21. Während der Installation scheint Ubuntu manchmal längere "Pausen" zu machen. Auch wird es vermutlich einige Fehlanzeigen wegen Besonderheiten Ihrer Maschine geben. Man muss sich da nicht allzu sehr darüber sorgen. Lassen Sie die Maschine über ihre verschiedenen Optionen "nachdenken", und lassen Sie sie einfach ihre Installation fortsetzen.
    22. Um die Installation zu starten, klicken Sie auf den Knopf mit dem Pfeil in grün, und Ubuntu startet. Sobald es zum Ubuntu Fenster kommt, klicken Sie auf den Installierknopf und beantworten Sie die verschiedenen Fragen.
    23. Wenn Ubuntu zur Seite für die Festplattenreservierung kommt, wählen Sie "Erase the entire disk of 10.7 GB". Dies läßt Ubuntu sich im Speicher installieren, den Sie vorher erstellt haben.
    24. Lassen Sie jetzt Ubuntu den ersten Teil seiner Installation ausführen.
    25. Sie haben es ohne Zweifel bemerkt: das Qemu Fenster "nimmt den Cursor gefangen". Um Ihren Cursor vom Fenster "zu befreien", müssen Sie CTRL+ALT tippen und die Maus verschieben.
    26. Am Ende der ersten Phase, wenn Ubuntu sagt, daß es wieder neustartet, erlaubt der Beschleuniger keinen einfachen Neustart. Wenn Ubuntu Sie bittet, die Installations CD zu entfernen, schliessen Sie das Qemu Installationsfenster und kehren Sie zum Qemu Manager zurück.
    27. Jetzt müssen wir im Qemu Manager das Entsprechende tun und die Installations CD entfernen. Dafür kehren wir via Doppelklick auf die Startleiste zur Konfigurationsseite zurück und wählen wieder das Teilfenster "Disk Configuration". Dort wählen wir das "Boot From CD-ROM" Kontrollkästchen  ab (d.h., von Ubuntu6.img) und kommen mit "Save" aus der Konfiguration heraus. Jetzt können Sie die zweite Phase der Installation beginnen, indem Sie wieder auf den Pfeil in grün klicken.
    28. Ubuntu installiert dann verschiedene Dateien. Nach einer Weile grüsst Sie endlich Ihr emuliertes Ubuntu.
    29. Für die Schirmauflösung läßt Qemu Sie zwischen drei Niveaus wählen: 640 x 480, 800 x 600 und 1024 x 768 Pixel. Alle Tests hier wurden mit 1024 x 768 Pixel ausgeführt.
    30. Schlussendlich können Sie ein Skript schreiben, um den Beschleuniger und Ubuntu zusammen, ohne Qemu Manager, zu starten. Legen Sie eine Datei an ("LaunchUbuntu6.bat") und platzieren Sie diese im Linux Verzeichnis. Vorsicht: Diese Datei minimieren und erst ganz am Schluss wieder schliessen, nachdem Ubuntu heruntergefahren worden ist.

net start kqemu

.\QemuManager\qemu\qemu -L .\QemuManager\qemu -soundhw es1370,sb16,adlib .\QemuManager\images\ubuntu6.img

pause


Aktivierung des Internet-Anschlußes und des Datei-Austausch mit Windows
    31. Innerhalb Ubuntu ist es möglich, dass Sie Ihren Internet-Anschluß aktivieren müssen. Finden Sie "System | Administration | Network settings", klicken Sie auf "Ethernet connection" und die Taste "Activate". Das Konzept "Ethernet" ist in Ubuntu 6 unter Qemu ziemlich weitreichend, denn es schließt alle möglichen Internet-Anschlüße ein, einschließlich zum Beispiel drahtlose Netzwerkverbindungen. Wenn Ihr Windows System mit Internet verbunden ist, vermittelt die Qemu "User Networking" Einstellung diesen Kommunikationsweg auf den Ethernet-Anschluß in Ubuntu weiter, gleichgültig ob Windows über Ethernet oder eine drahtlose Netzwerkverbindung mit Internet verbunden ist. (Dies scheint bei Ubuntu 5 nicht der Fall zu sein). Qemus "User Connection" stellt die DHCP-bereitete IP Ziffer richtig ein, aber unter den verschiedenen Computer, auf denen ich Ubuntu installiert habe fand ich eine Machine, auf der ich die DNS Nummer meines Internetdienstanbieters eingeben musste. "Domain" lasse ich leer.
    32. Der Dateiaustausch mit Windows wird über die Internet-Verbindung durchgeführt. Sie müssen nur in Ubuntu einen Kommunikationskanal mit Windows aktivieren. Dafür öffnen Sie das Menü "Places | Connect to Server". In "Service type", wählen Sie "Windows share". Für "Server" geben Sie die IP-Ziffer der Maschine ein, auf die Sie zugreifen möchten. Dies kann die interne IP-Ziffer Ihrer eigenen Windowsmaschine sein, also diejenige, die Ihnen wahrscheinlich von einem DNS Server zugeteilt wurde. (Sie können diese Windows IP-Ziffer in "Start | Ausführen | Ipconfig" sehen). Ein Verzeichnis mit dieser IP Number erscheint dann auf Ihrer Ubuntu Benutzeroberfläche, in der Sie dann alle Dateien auf der Windows Maschine sehen. Wenn Sie die Dateien nicht sehen können, sollten Sie prüfen, ob Sie dafür die ausreichenden Privilegien haben. Im Zweifel überprüfen, ob Sie den Inhalt der Dateien von einer anderen Windows Maschine aus in Ihrem Netz sehen können.

Mehr, immer mehr
    33. Schneller:
        a. (nützlich) eine Defragmentatierung auf der Ubuntu Festplatte durchführen.
        b. (nützlich) eine niedrigere Schirmauflösung verwenden.
        c. (kleiner Effekt) die Priorität des Qemu Prozesses auf "hoch" setzen.
        d. (kleiner Effekt) eine schnellere Festplatte benutzen.
        e. (wirkungsvoll) etwas Geld beiseite legen für eine kommerzielle Kopie von VMware. Damit startet Ubuntu schneller, und diese Emulation ist durchwegs etwas schneller als die Qemu Emulation.
        f. (wirkungsvoll) wenn Ihre Notwendigkeiten es ermöglichen, von Windows ganz auf Ubuntu umsteigen und Windows in einer Qemu Emulation betreiben.
        g. (wirkungsvoll) einige denken wohl daran, einen Intel Doppel-Kern Pentium 4 zu kaufen, mit 3.6 MHZ, 4 GB RAM und 500 GB für die Festplatte. Das würde sicherlich ein paar Geschwindigkeitsfragen ausräumen. : -)
    34. Ton und Videowiedergabe: In Linux muss man sich ein bisschen zusätzliche Mühe geben, um Ton- und Videocodecs zu installieren, aber am Schluss kann man dann die meisten Ton- und Videoaufnahmen abspielen. Fangen Sie mit den Seiten https://help.ubuntu.com/community/RestrictedFormats und http://www.easyubuntu.freecontrib.org an.
    35. Mehr Anwendungen anbringen: Es gibt eine gute Anleitung von Jason Faulkner (10 Seiten) für "die besten freien Installationen auf Ubuntu" (gültig für Ubuntu 5; einige Namen haben sich von Ubuntu 5 zu 6 geändert). Er kann auf http://www.pcmech.com/show/os/917/ gefunden werden.
    36. Wohin mit dem Qemu Manager? An diesem Punkt könnte man theoretisch Qemu Manager wegwerfen. Aber vielleicht doch eben nicht. Qemu ist ein allgemeiner Emulator, der Ihnen ermöglicht, eine ganze Reihe an Betriebssystemen laufen zu lassen, und wenn Sie wollen auch gleichzeitig: DOS, Mac OS X, verschiedene Distributionen von Linux oder von Windows, etc. (zum Beispiel, Windows 98 in Windows XP). Warum es nicht also auf Ihrer Platte behalten und mehr Systeme erforschen? Selbstverständlich könnten Sie all dies mit einer Reihe von Batch-Skripten für Qemu tun, aber Qemu Manager vereinfacht und erklärt die verschiedenen Emulationsprozesse viel besser. Freie und kompatible Systeme für Qemu werden von Stefano Marinelli im "freien Betriebssystem-Zoo" auf http://free.oszoo.org/download.php gepflegt.
    37. Abwarten. Die Qemu Welt hat sich dieses letzte Jahr (2005-2006) sehr schnell entwickelt und verändert. Gleich wie Ubuntu erhöht sich die Popularität von Qemu. Hoffen wir, daß diese Welt fortfährt sich zu entwickeln und daß sie weitere Verbesserungen bringt, wie zum Beispiel weitere Beschleunigungen oder größere Bildauflösungen.
    38. Die definitiven Unterlagen über Qemu sind in http://fabrice.bellard.free.fr/qemu/qemu-doc.html zu finden. Dies würde z.B. der Ort sein, wo man Informationen über das Reservieren von unterschiedlichen IP-Ziffern für Ubuntu finden kann.
    39. Schließlich: Ihr erster Anlaufpunkt umr Unterstützung zu finden ist immer die Ubuntu Webseite: http://www.ubuntu.com/. Als Beispiel: Ich ging auf die Adobe Webseite, um eine Ubuntu-kompatible Version des Adobe Readers zu suchen. Nicht nötig! Die Support-Seiten der Ubuntu Webseite beschrieben, wie man das Auflisten von Software wie z.B. des Adobe Reader im Ubuntu System aktiviert, sodass der Paket-Manager "Synaptic" dann die ganze Arbeit einer automatischen und problemfreien Installation in Ihrem Ubuntu vornehmen kann.

Einige Zeitmaße

Um Ihnen eine Idee von dem zu geben, was Sie in einer Qemu Ubuntu Emulation erwartet, maßen wir einige Programmstarts. Dies ist natürlich ein unvollständiger Test für die verschiedenen Arten der Datenverarbeitung, aber zumindest ein kleiner Blick auf das, was Sie erwartet, wenn Sie Programme in einem emulierten Linux öffnen. Wir starteten diese Anwendungen ein erstes und ein zweites Mal nach einem Neustart, und wir warteten, bis die Darstellung der graphischen Benutzeroberfläche sichtbar wurde. Wir warteten nicht, bis das neue Dokument völlig sichtbar war -- dies wäre z.B. mit Browsers nicht sehr sinnvoll gewesen. Jedes Zeit wurde dreimal gemessen.

Die geprüften Dokumente waren:
    A. Der Firefox Browser
    B. Ein Textdokument in OpenOffice
    C. Adobe Reader 7.
Die drei Anwendungen sind in Windows und in Linux vorhanden. OpenOffice bietet (mehr oder weniger) die Funktionen von Microsoft Word.

Wir versuchten, diese Vergleiche auf drei Computern durchzuführen:
    A. Ein stationärer Computer, Prozessor AMD 2600+, 2.06 Gigahertz, 1.3 GB RAM
    B. Ein tragbarer Computer, Prozessor Intel Pentium M, 1 Gigahertz, 1 GB RAM
    C. Ein tragbarer Computer, Prozessor Intel Pentium M, 2.13 Gigahertz, 2 GB RAM

Ubuntu wurde wie hier beschrieben mit Qemu und dem Beschleuniger KQemu installiert. Das Spezifikationen des emulierten Systems waren: 512 MB Speicher, 10 GB Festplattenspeicher und eine Auflösung von 1024 x 768 Pixel.

Subjektiver Eindruck

Leider erreichte nur das System C eine annehmbare Arbeitsgeschwindigkeit. Die Systeme A und B haben sich in der Emulation als entweder übermäßig langsam (A) oder unbrauchbar (B) gezeigt. Das Booten dauerte sehr lange, die Maus verschob sich in großen Sprüngen, und die Programmstarts waren nicht zumutbar. Wir wurden folglich gezwungen, die Tests auf diesen zwei Maschinen aufzugeben. Auf dieser Art von System sollte Ubuntu als einzelnes oder als double-boot System installiert werden, oder vielleicht könnte eine kommerzielle Lösung Zufriedenheit geben.

Andererseits arbeitete System C eher gut. Das Laden des Betriebssystems Ubuntu ist schneller als für XP, die Maus bewegt sich gleichmäßig und die Wartezeiten sind auf den zwei Plattformen angemessen. Das Vorhandensein der Emulation verlangsamt wohl die übrigen Windows Prozesse etwas, aber auf einem solchen System kann Ubuntu problemlos in einer Qemu Emulation arbeiten. Wir wurden vom deutlichen Unterschied zwischen dem Betriebssystems auf AMD überrascht, das mit 2.06 Gigahertz lief, im Vergleich zum Intel M System, welches mit 2.13 Gigahertz taktet. Wir stellten fest, daß die KQemu Beschleunigung offenbar Intel-spezifisch war. Und ohne die Beschleunigung verliert die Emulation seinen ganzen Charme.

Startzeiten für Ubuntu auf einem Intel Pentium M

Tabelle 2. Startzeiten (in Sekunden) in einem Ubuntu, das auf einem 2.13 Gigahertz Intel Pentium M emuliert wird.


Objektive Messungen

Der Durchschnitt der Meßungen zeigte ein Verhältnis von 2.47:1. Selbstverständlich enthalten diese Aufgaben einen großen Anteil von ersten Programmstarts. Unter solchen Zuständen konnte der dynamische Qemu-Übersetzer nicht wirklich von den vorhergehenden Übersetzungen profitieren, die für die gleiche Anwendung gespeichert werden (Bellard, 2005). Tatsächlich, wenn Erststarts separat genommen wurden, zeigte sich ein Verhältnis von 2.61:1, während die Zweitstarts eine Verhältnis von 2.17:1 zeigten. Wir merkten auch einen großen Unterschied zwischen den verschiedenen Programmstarts. So dauerte das Starten von OpenOffice einmal 47 Sekunden und ein anderes Mal 30 Sekunden. Programmstarts unter Ubuntu 6 waren weniger variabel als unter Ubuntu 5. Kurz gesagt sehen wir, daß mit der gegenwärtigen Qemu Emulation ein 2.1 Gigahertz Windows Computer Ubuntu Programmstarts etwa so ausführt wie ein Computer, der ungefähr mit 800 MHz taktet und daß er sich einem Computer nähert, der für konstante Aufgaben mit 1.0 Gigahertz funktioniert. Und das ist gar nicht so übel!

Zusammenfassung

Ubuntu stellt einen wichtigen Beitrag in der Welt der freien Software dar. Die Emulation der Systeme und die Stärke der Maschinen sind am Punkt angekommen, wo Brücken zwischen Windows und den "Neulingen" von Ubuntu hergestellt werden können. Vielen Dank an die Qemu Software, die uns erlaubt, dies zu tun, ohne das Computerbudget für die nächsten Monate zu ruinieren.

Literaturhinweise

  • Bellard, F. (2005). QEMU, a Fast and Portable Dynamic Translator. Proceedings of USENIX 2005 Annual Technical Conference, FREENIX, 41-46. http://www.usenix.org/event/usenix05/tech/freenix/full_papers/bellard/bellard.pdf

  • Huff, M. (2005). Using The QEMU Emulator, My Thoughts And Experiences. http://linuxgazette.net/118/huff.html

Anmerkungen

  • Nach diesen Tests fand ich heraus, dass Open Office in Windows sowie in Ubuntu um einiges schneller startet, wenn man den Grafik-Cache deutlich anhebt. In"Tools | Options | Memory" benutze ich nun 60 MB für "Use for OpenOffice.org" und 10 MB pro Objekt. Nach dieser Veränderung fällt subjektiv gesehen der Unterschied in den Startzeiten zwischen Open Office und Microsoft Office kaum mehr ins Gewicht.

  • Ich beabsichtige, diese Anweisungen während ein paar Jahren aufrecht zu erhalten. Ich bin deshalb für mögliche Anmerkungen und/oder Korrekturen dankbar: eric (Punkt) keller (das gewundene a-Ding) unil (Punkt) ch.

  • Eric Keller unterrichtet Informatik an der Universität Lausanne.

  • Dieser Artikel ist Copyright©2006 Eric Keller. Sie werden eingeladen, diese Webseite für sich persönlich herunterzuladen, ihn anderen weiterzugeben, oder auf diese Webseite zu verweisen, aber für das Übernehmen von Teilen des Textes oder des gesamten Textes in Ihre eigene Publikation brauchen Sie meine ausdrückliche Genehmigung.

Links
Eric Keller, IMM, Universität Lausanne, Schweiz, Version 1.0, Juni 2006

Auf http://homepage.sunrise.ch/mysunrise/ekeller00/EricKellerUbuntuPage.html finden Sie übersetzungen dieses Artikels in andere Sprachen.




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