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Artikel vom 31.11.02
Autor: Thomas Grotevent
Languages: en
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Wollmilchsau Server: 7. Suqirrelmail

Kapitelübersicht:
1. Einleitung
2. Basisinstallation
3. LAMP
4. Mailserver
5. SIEVE (Websieve 0.61 / Easysieve 1.1)
6. Hylafax: Fax & Fax/Mail-Integration
7. Squirrelmail
8. Horde PHP Framework
9. Horde IMP - Webmail mit Komfort
10. Horde Turba: Kontaktmanagement
11. VBOX - Anrufbeantworter im Server
12. WebMin


Squirrelmail Logo

7.1. Wozu ein Webmailer

Die Gründe für den Einsatz eines Webmailers können vielfältig sein. Einerseits sind nicht alle Mailclients IMAP-fähig, andererseits will vielleicht nicht jeder ein Outlook o.ä. laufen lassen.
Dazu kommen personelle Faktoren wie z.B. eine immer gleiche Oberfläche unabhängig vom Betriebssystem und Browser, oder eine geringere Einarbeitung, weil ein Browser bereits bekannt ist.

7.2. "Instant Webmail"

Squirrel ist ein reines PHP-Script, das von nahezu allen Browsern aus ansprechbar ist. Eine ganze Reihe von IMAP-Servern ist vorkonfiguriert, was die Konfiguration des Systems deutlich erleichtert. Ein Routinier kann - bestehender Mail- und Web-/PHP-Server vorausgesetzt - innerhalb von ca 10. Minuten ein Webfrontend aufsetzen. Das funktioniert auch mit einem MS-Exchange-Server als IMAP-Backend. (Übrigens, eine Demonstration, die bei MS-Exchange-Admins regelmäßig leichte Anfälle von Frustration auslöst....

7.3. Installation

Voraussetzungen für den Einsatz von SquirrelMail:

  • ein IMAP-fähiger Mailserver (Cyrus, UW-IMAP, Exchange...)
  • ein Apache-Webserver mit PHP4

Einige Dingen die Sie vorher prüfen sollten:

  • PHP muss mit den Optionen -enable-track-vars, --enable-force-cgi-redirect und -with-gettext kompiliert sein. Wenn Sie das Script aus dieser Artikelreihe verwendet haben, ist das bereits der Fall. Wenn Sie vorkompilierte PHP-Module verwenden, können Sie mit Hilfe eines Mini-Programms die Konfiguration des PHP abrufen (siehe Kapitel LAMP, phptest.php)
  • Prüfen Sie in der php.ini, ob session.use_cookies =1 gesetzt ist.
  • Prüfen Sie, ob register_globals=On gesetzt ist.
    (Leider ist die Einstellung "register_globals = on" notwendig, sie ist nicht unriskant.)
  • Mit den Standardeinstellungen können Dateianhänge bis max. 2 MB übermittelt werden. Genügt das nicht, müssen Sie den Eintrag upload_max_filesize entsprechend ändern.

Anpassungen im Apache:

  • Suchen Sie in der Datei httpd.conf den Eintrag "Directory Index".
  • Prüfen Sie, ob dort u.a. der Eintrag "index.php" vorhanden ist. Wenn nicht, ergänzen Sie ihn.

Download der Software:
Das Programm kann von http://www.squirrelmail.org heruntergeladen werden. Die hier verwendete Version war 1.2.5. Die Vorversion 1.2.4 hatte noch "Quircks" im Zusammenspiel mit PHP 4.1.x, so dass eine aktuelle Version anzuraten ist.

Legen Sie ein Verzeichnis im Zugriffspfad des Webservers an:

  >> mkdir /data/httpd/htdocs/squirrel
  
Entpacken Sie das Squirrel-tarfile in dieses Verzeichnis.
Setzen Sie die Rechte an diesem Verzeichnis, so dass der Webserver Zugriff hat:
  >> chown -R wwwrun /data/httpd/htdocs/squirrel
  >> chgrp -R nogroup /data/httpd/htdocs/squirrel
  
Squirrel benutzt zwei Verzeichnisse für Benutzerdaten:
Im Squirrel-Verzeichnis ist ein Verzeichnis "data" angelegt. Hier werden Benutzereinstellungen, Signaturen etc. gespeichert. Ein weiteres Verzeichnis wird für die Zwischenspeicherung von Attachments benötigt. Man kann natürlich dafür /tmp verwenden; das ist jedoch unsicher. Für Testzwecke reicht das. Für eine ordentliche Konfiguration sollte man das data-Verzeichnis aus dem Web-Baum /data/httpd entfernen, ein eigenes Verzeichnis für Attachments anlegen und entsprechend absichern.
Legen Sie z.B. ein Verzeichnis /var/squirrel/tmp an und passen Sie die Rechte an:
  >> mkdir /var/squirrel
  >> mkdir /var/squirrel/tmp
  >> chown wwwrun /var/squirrel/tmp
  >> chgrp nogroup /var/squirrel/tmp
  >> chmod 733 /var/squirrel/tmp
  
Verschieben Sie nun noch das data-Verzeichnis aus dem Web-Baum:
  >> mv /data/httpd/htdocs/squirrel/data /var/squirrel
  
Damit ist das ganze auf einer etwas sichereren Seite. (Aber nicht endgültig sicher...)

7.4. Konfiguration von Squirrel

Die Konfiguration ist menügeführt und erstaunlich einfach. Rufen Sie dazu im Squirrel-Verzeichnis ./configure auf (oder wechseln Sie in das Verzeichnis config und starten Sie conf.pl, it's the same). Es erscheint ein Menü:

  1.Organization Preferences
  2.Server Settings
  3.Folder Defaults
  4.General Options
  5.Themes
  6.Address Books (LDAP)
  7.Message of the Day (MOTD)
  8.Plugins
  
  D	Set pre-defined settings for specific IMAP servers
  
  C.Turn color on
  S	Save Data
  Q	Quit
  
  Command >>
  
Man sollte zunächst den Punkt D anwählen, es vereinfacht vieles. Es wird angeboten: cyrus, uw, exchange, courier und quit. Für den Testserver wird natürlich cyrus gewählt. Das Konfigurationsprogramm zeigt die Presets an, danach erscheint wieder das Hauptmenü. Folgende Einstellungen müssen vorgenommen werden:

Unter 1:

   Organisationsnamen (Optional für Testsystem...)
   Default Language DE
  
unter 2.
          Punkt 1: Eintragen der eigenen, lokalen (Test)-Domain
  	Punkt 2: localhost oder FQDN des Servers
  	Punkt 6: localhost oder FQDN des Servers
  
unter 4.
          Punkt 2: /var/squirrel/data
  	Punkt 3: /var/squirrel/tmp
  
Alle anderen Einstellungen können so bleiben

7.5. Probelauf

Benutzen Sie einen Browser - möglichst auf einem anderen PC - und geben Sie die URL: your.server.here/squirrel ein. (Statt "your.server.here" natürlich mit dem Namen Ihres Servers...) Es sollte nun der Anmeldebildschirm erscheinen. Melden Sie sich mit einem bestehenden Mailkonto an, und testen Sie die verschiedenen Funktionen wie Versenden, Empfangen, Anlegen von Ordnern usw.

Squirrel Mail

7.6. Auftretende Probleme

Es zeigten sich bei den Tests zwei Probleme bei beiden Webmailern (IMP und Squirrel).
Squirrel hat offenbar ein spezielles Problem mit SSL : Beim Login auf den Mailaccount kommt es mit mehreren verschiedenen Browsern zu der Meldung "Das Dokument hat keine Daten..." Wiederholt man die Anmeldung mehrmals, klappt es letztlich.
Sowohl Squirrel als auch IMP haben Probleme mit Dateianlagen. Die Größenbegrenzung auf 2 MB ist PHP-intern und kann in der php.ini eingestellt werden. Ärgerlicher ist, das das Öffnen z.B. eines Sound- oder PDF-Attachments oft nicht gelingt. Entweder öffnen zugeordnete Programme gar nicht oder melden einen Dateifehler. Obendrein ist dies auch noch von Browser zu Browser unterschiedlich. Ich konnte den Fehler nicht exakt lokalisieren, ich vermute hier aber auch eine Macke in PHP. Das Speichern und Bearbeiten der Anlage gelang hingegen immer. Ob dies angesichts der Vielzahl an Mailviren und -würmern unbedingt ein Nachteil ist, steht auf einem anderen Blatt.

Ansonsten treten regelmäßig Probleme durch falsche Rechtevergaben u.ä. auf, die sich i.d.R. mit etwas Sucherei beheben lassen.




Anmerkungen zu diesem Artikel


[2]  keine Inbox unter Imap postfix,cyrus, squirrelklaus_raus30-7-2003


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