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Artikel vom 27.10.02
Autor: Thomas Grotevent
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Wollmilchsau Server: 6. Hylafax: Fax & Fax/Mail-Integration

Kapitelübersicht:
1. Einleitung
2. Basisinstallation
3. LAMP
4. Mailserver
5. SIEVE (Websieve 0.61 / Easysieve 1.1)
6. Hylafax: Fax & Fax/Mail-Integration
7. Squirrelmail
8. Horde PHP Framework
9. Horde IMP - Webmail mit Komfort
10. Horde Turba: Kontaktmanagement
11. VBOX - Anrufbeantworter im Server
12. WebMin


Hylafax Da ein Server ohnehin meist 7 Tage die Woche läuft, könnte er doch eigentlich auch Faxe annehmen. Mail nimmt er doch auch.... Ein Faxserver muss her. Kommerzielle Lösungen wie Tobit Faxware oder FerrariFax sind sehr teuer und für Linux nur beschränkt verfügbar. Die erste Wahl für ein Linux-System ist HylaFAX, das den meisten Distributionen beiliegt.
HylaFAX ist sehr leistungsfähig und flexibel konfigurierbar, es wird auch mit Massenfax problemlos fertig.
Aber auch diese Rose hat Dornen: Hylafax ist eigentlich für analoge Modems programmiert worden, nicht für ISDN, so dass hier einige Klimmzüge notwendig werden. Zur Zeit ist dies nur mit den ISDN-Karten von AVM und einer proprietären Software dazu möglich, alternativ noch mit der - relativ teuren - semiaktiven Karte von Sedlbauer.
Darüber hinaus beherrscht Hylafax leider kein echtes Durchwahlverfahren (TK-Anlagenanschluss z.B. mit der Nummer 8243xx, die Durchwahl xx wird durch den Server selbst ausgewertet, Faxe entsprechend der Durchwahl zugestellt). Hylafax kann zwar mit DDI arbeiten, das Verfahren hat sich aber nicht wirklich durchgesetzt und ist für den Anrufer schwieriger zu handeln..

6.1. Voraussetzungen:

  • ISDN-Karte von AVM ("Fritz.Card" oder aktive Karten)
    Die Fritz ISA-PNP ist schwierig zu installieren (siehe auch AVM-Installationsanleitung). Alle anderen AVM-Karten laufen ohne nennenswerte Probleme.
  • Komplette Installation von ISDN4Linux.
  • Postfix für die Integration von Fax ins Mail.
  • Eine funktionierende Samba-Installation
  • und natürlich HylaFAX.

6.2. Installation

Da eine eigene Kompilation in diesem Fall keine nennenswerten Vorteile bietet, wurde das Paket HylaFAX von der Distributions-CD installiert.

Starten Sie nach der Installation mit YaST zunächst das Programm faxsetup. Es verlangt eine Reihe von Eingaben zur Grundkonfiguration von Hylafax. Im Folgenden sind ausschließlich die geänderten Parameter angegeben. Nicht angegebene Parameter werden einfach per Enter übernommen.

  Country Code 				49
  Area Code 				521
  Long distance dialing prefix 		0
  International distance dialing prefix 	00
  tracing..... 				527
  default tracing..... 			527
  Timeout when converting Postscript documents 600
  Max number of pages to permit on outbound job: 30
  
Am Schluss schreibt faxsetup die globale Konfigurationsdatei und möchte anschließend beginnen, ein Modem zu konfigurieren. Dies übernimmt später das Install von AVM, deshalb stoppt hier ein
    faxaddmodem: no
  
die Modeminstallation.

6.3. AVM-CAPI installieren

Nochmal: I4L muss installiert sein!

Laden Sie sich die Software für Ihre Fritzcard vom AVM.Server unter ftp://ftp.avm.de/cardware. Sie benötigen zwei Dateien: fc<kartentyp>-SuSE<Version>-<Capi-version>.tar.gz. Für eine Fritz-classic ISA ist der Dateiname fcclassic-SuSE7.3-03.09.10.tar.gz. usw. Dazu benötigen Sie noch die Datei capi4hylafax-01.01.02.tar.gz. Speichern Sie die Dateien wie gewohnt in einem Verzeichnis und entpacken Sie die Dateien mit tar -xzvf <dateiname>.

Beim Entpacken wird u.a. das Verzeichnis "fritz" angelegt. Wechseln Sie in dieses Verzeichnis und starten Sie die Installation mit ./install.
Bitte wechseln Sie in das Verzeichnis, starten Sie das install-Script nicht per Pfadangabe. Das Script bezieht sich auf das aktuelle Verzeichnis, per Pfad fehlen dann einige Verzeichnisstufen!

Rufen Sie nun YaST auf, wählen Sie "Administration des Systems" -> "Hardware integrieren" und "ISDN-Karte integrieren". Ändern Sie den Kartentyp-Eintrag auf "AVM B1 PCI". In einigen älteren Anleitungen der Fa. AVM und in der Ausgabe des Install-Scriptes steht hier noch die Angabe "AVM B1", diese Angabe ist definitiv falsch!

6.4. /etc/capi.conf anpassen

In der Datei /etc/capi.conf muss lediglich die passende Zeile für die AVM-Karte entkommentiert werden. Bei einer ISA-Karte müssen noch I/O-Port und IRQ eingetippt werden, das ist alles.

Das AVM-Install hat eine merkwürdige Eigenheit. Es setzt in der modules.conf einige Einträge auf "off". Beim nächsten Start gibt es dann Fehlermeldungen, weil das ipppx-Device nicht mehr gefunden wird. Suchen Sie in der Datei /etc/modules.conf die Einträge "char-major-43" bis 45. Setzen Sie statt "off" den Parameter "capidrv" ein. Das hilft...

Ungewöhnlich und etwas schmerzlich: Nach der Installation muss der PC neu gebootet werden. Hier sollte AVM noch dran arbeiten.
Achten Sie beim Neustart auf die Startmeldungen. Kontrollieren Sie anschließend die Einträge in den Logfiles auf Fehlermeldungen.

6.5. CAPI4HylaFAX installieren

Falls Sie das tar-File noch nicht entpackt haben, müssen Sie dies nun nachholen. Wechseln Sie in das neue Verzeichnis. Die Installation wird hier durch Aufruf von

  >> ./install -c 
  
gestartet. Der Parameter -c setzt die Zugriffsrechte auf ein neues Device /dev/capi20, so dass User darüber Faxe versenden können. Install erfragt anschließend einige wenige Angaben:

  • Ankommende MSN (auf diese Nummer reagiert HylaFAX durch "Abheben des Hörers")
  • Die Nummer, die der Anrufer im Empfangs- bzw. Sendeprotokoll sieht
  • Der Name, der im Empfangs- bzw. Sendeprotokoll steht.
Alle anderen Einträge verbleiben.

Editieren Sie anschließend die neu angelegte Datei /var/spool/fax/etc/config.faxCAPI.
Folgende Punkte sollten Sie anpassen:

 
  LogFile: 		/var/log/capifaxlog
  LogTraceeLevel:		4		(später reduzieren...)
  
Es wird hier der Pfad zu den Logfiles auf Standardwerte gesetzt und der höchste Tracelevel eingestellt. Letzteres ist zu Anfang zur Diagnose sehr nützlich, sollte aber später unbedingt reduziert werden. Der Speicherplatz ist begrenzt und das Log nimmt schnell Dimensionen an...

Damit ist das Hylafax-System grundsätzlich bereits einsatzfähig.
Ändern Sie noch in /etc/rc.config die Startvariable auf START_HYLAFAX = yes (SuSEconfig nicht vergessen), damit Hylafax beim Booten automatisch startet.

6.6. Fax/Mail-Integration

Für eine elegante Integration von Fax und Mail werden noch einige zusätzliche Dateien benötigt, die sich auf dem Webserver von Hylafax (www.hylafax.org/howto/faxrcvd) befinden

  faxrcvd.pdf, faxrcvd-mail.pdf
  faxrcvd.ps, faxrcvd-mail.ps
  faxrcvd.tiff, faxrcvd-mail.tiff
  
Wenn Faxe als PDF-Anlage versandt werden sollen, geht man wie folgt vor:
  • Wechseln Sie in das Verzeichnis /var/spool/fax/bin
  • sichern Sie die Datei faxrcvd
      >> mv faxrcvd faxrvcd.org
      
  • Kopieren Sie die heruntergeladene Datei "faxrcvd.pdf" an die Stelle der bisherigen "faxrcvd"
      cp <path>/ faxrcvd.pdf ./faxrcvd
      
  • Kopieren Sie die heruntergeladene Datei "faxrcvd-mail.pdf" nach faxrcvd-mail
      cp <path> /faxrcvd-mail.pdf ./faxrcvd-mail
      
  • Editieren Sie das faxrcvd-Script: Weiter unten findet sich der Parameter TOADDR: Hier wird die Mailadresse des Faxempfängers eingetragen. Sie muss an Ihre Systemgegebenheiten bzw. Ihr Umfeld angepasst werden
           TOADDR=root		oder ein anderer User.
      
  • Passen Sie die Rechte der Dateien an!
      >> chown uucp faxrcvd*
      >> chgrp uucp faxrcvd*
      >> chmod 755 faxrcvd*
      
Damit ist die normale Mailbenachrichtigung über ein gespeichertes Fax abgeändert: Das Fax ist nun gleich als PDF-Dokument an die Benachrichtigung angehängt. Wer statt dessen lieber eine TIFF- oder Postscript-Anlage haben möchte, verwendet entsprechend statt der Dateien mit ".pdf" die Dateien mit ".tiff" oder ".ps".

6.7. Automatischer Ausdruck ankommender Faxe (Hylafax bis Version 4.1.0)

Editieren Sie das neue faxrcvd-Script. Suchen Sie die folgenden Zeilen

  	/usr/bin/tiff2ps -a -O $SPOOL/$TRUNCFILE.ps $SPOOL/$FILE
  	/usr/bin/ps2pdf $SPOOL/$TRUNCFILE.ps $SPOOL/$TRUNCFILE.pdf
  
In diesen Zeilen wird das in $SPOOL/$FILE liegende empfangene Fax zunächst mit tiff2ps in ein Postscript-File umgewandelt. In der nächsten Zeile erfolgt die Umwandlung von Postscript nach PDF. Postscript ist jedoch wie geschaffen für Ausdrucke unter Linux. Fügen Sie zwischen diesen beiden Zeilen folgendes ein:
  	/usr/bin/lpr -Plp /$SPOOL/$TRUNCFILE.ps
  
Damit wird jedes ankommende Fax automatisch auf den Drucker lp gedruckt.
Mit den Scripten für tiff- und ps-Formate sollte dies ähnlich möglich sein, wurde aber von mir nicht getestet.

6.8. Faxversand per Drucker via SAMBA.

Diese Lösungen setzen einen installierten Sambaserver voraus. Die Installation von Samba ist mittlerweile so oft beschrieben worden, dass ich hier auf die entsprechenden Texte verweisen möchte. Unter anderem findet sich auch ein Artikel im LinuxNetMag: http://www.linuxnetmag.com/de/issue3/m3samba1.html

Diese erste Lösung ist nur der Vollständigkeit halber angeführt. Sie kann von allen Systemen aus angesprochen werden, die entweder auf Samba-Drucker oder auf Unix-like Drucker zugreifen können. Sie ist einfach, aber mit einigen Nachteilen behaftet.

  • Verzeichnis anlegen /var/spool/lpd/faxlp
  • Rechte setzen auf 755, User und Gruppe lp.
  • Falls notwendig, vorhandene Faxprinter aus /etc/printcap löschen.
  • in Printcap einhängen:
      faxlp:\ 
      :lp=/dev/null:\ 
      :sd=/var/spool/lpd/faxlp:\ 
      :if=/var/spool/fax/bin/sambafax:\ 
      :sh:sf:mx#0:
      
  • Laden Sie die Datei http://www.hylafax.org/howto/clients/sambafax herunter
  • Datei nach /var/spool/fax/bin kopieren, Ausführungsrechte beachten.
  • Als Druckertreiber einen Apple Laserwriter 16/600 PS verwenden

Geben Sie im Text des Faxdokumentes an: Fax : 0123-456789
Bitte genau in dieser Schreibweise ! "Fax <leer> : <leer> Nummer". Es sind keine weiteren Leerzeichen in der Nummer erlaubt, keine Punkte etc, nur ein Bindestrich..

Vorteil des Verfahrens:
Äußerst einfache Handhabung, es funktioniert von nahezu jedem PS-druckfähigen Client aus.
Es kann von jedem System aus angesprochen werden, das einen Postscript-Ausdruck erzeugen und auf einen Samba- oder LPD-Drucker ausgeben kann.
Der Nachteil:
Ein Fax aus z.B einem Grafikprogramm (Adobe, Corel, Gimp...) versagt: Die Rufnummer wird nicht erkannt! Darüber hinaus wird die Rufnummer auch sonst oft nicht erkannt, da Postscript-Code einige Eigenheiten aufweist (z.B. Schriftinformationen u.ä.), die ein Auffinden der Nummer unmöglich machen.

6.9. Printfax: Alternative für Windows-Plätze:

Das Printfax auf der SuSE-CD hat einige Probleme verursacht. Aus Zeitgründen habe ich das Original vom Autor geladen unter http://www.boerde.de/~horstf (Printfax.pl, respond, smb.add, und readme.txt). Es sei die respond-Version 1.5 empfohlen, die 1.6BETA hat bei mir noch einige wenige "Mucken" gemacht.

Printfax nutzt Samba in zweierlei Hinsicht: Zum einen wird das Fax via Samba-Druckerfreigabe zum Hylafax transportiert, zum anderen nutzt Printfax den SMB-Messenger, um auf dem Windows-PC ein Programm zur Nummernabfrage zu starten und die Nummer dort entgegenzunehmen.

Die Installation ist unkompliziert.

  • kopieren sie die printfax-1.5.0.pl nach /usr/bin/printfax.pl
  • >> chmod 755 printfax.pl
  • Editieren Sie Printfax.pl:
    printfax.pl ist sowohl für Sendfax als auch für Hylafax geschrieben, sendfax ist die default-Einstellung.
    Entkommentieren Sie alle Zeilen für Hylafax,, kommentieren Sie die Sendfax/Mgetty-Zeilen aus.
  • Meldetexte: deutsch entkommentieren-, englisch auskommentiert.
  • faxspool_args geändert auf qw(-D -R -m -n -s a4)
    Dabei bedeutet:
       D: Mail bei erfolgr. Versand
       R: Mail bei Respool
       m: feine Auflösung
       n: keine coverpage (SuSEreklame...)
       s a4: Seitenformat A4
      
  • $acct = /var/log/printfax.log
  • Eigenes Logfile anlegen.
Verzeichnis anlegen: /var/spool/faxprint
Berechtigung RWX für fax- und Samba- user setzen:
  >> chmod 775 faxprint
  >> chown uucp faxprint
  >> chgrp uucp faxprint
  
Datei smb.conf editieren, smb.conf.add anhängen und editieren:
      (path = /var/spool/faxprint)
  
Die smb.conf.add sieht so aus:

smb.conf
  ;
  ; Add to your smb.conf
  ; for use with printfax.pl 
  ;
  [fax]
     comment       = Fax
     postscript	 = yes
     print command = ( /usr/bin/printfax.pl %I %s %U %m; rm %s ) &
  ; For WinNT terminal server and Win2000 comment out the previous two lines
  ; and uncomment the next two if you are using a printfax.pl version below 1.5.0
  ;   postscript = no
  ;   print command = (echo -e '1i\n%!\n.\nw\nq'|ed %s; /usr/bin/printfax.pl %I %s %U %m) &
     printable     = yes
     writable      = no
     path          = /your/samba/print/dir
  ;
  ; Add your own security options!!!
  ;
  


Wenn Sie Windows 2000 verwenden, gibt es einige Probleme. Entkommentieren Sie die beiden unteren Zeilen, kommentieren Sie die beiden oberen Zeilen aus wie im Text beschrieben. Das schafft Abhilfe. Eventuell macht es Sinn, für Win 9x /NT und W2K zwei getrennte Druckerkonfigurationen anzulegen.

Installieren Sie nun auf den Windows-PCs das Programm respond.exe und stellen Sie einen Link in die Gruppe Autostart.

  • Entpacken Sie das ZIP-Archiv
  • Kopieren Sie die Dateien respond.exe und config.exe in ein beliebiges VZ
  • Erstellen Sie in der Gruppe Autostart eine Verknüprung auf respond.exe
  • Installieren sie als Drucker einen Apple LaserWriter 16/600 PS und verbinden Sie ihn mit dem Samba-Share

Das war bereits die Installation!

6.10. Printfax testen

  • Respond muss auf dem Windows-PC gestartet sein.
  • Testausdruck auf den oben angelegten Drucker.
  • Es erscheint ein Fenster mit der Abfrage der Nummer.
  • Nummer eingeben, auf geht's....

Der Vorteil von Printfax:
Auch komplexe Grafiken aus z.B. Corel oder Adobe können so gefaxt werden.
Der Nachteil:
Läuft nur mit Windows und Samba-Anbindung bzw. Systemen, die SMB- Drucker und SMB-Messaging unterstützen.


Generell scheinen die derzeitigen Samba-Versionen einige Probleme beim Printsharing zu haben.
Samba 2.2.1a (SuSE-CD)
Unter Win98 OK und W2K lässt sich zwar Drucken aber, das Druckfenster meldet beharrlich "Zugriff verweigert"
Samba 2.2.3-0 (FTP-Download von SuSE) hat exakt gleiche Probleme. Hier gibt's jedoch einen Parameter "use client driver = Yes".
Nun zeigt Win98 "Fehler", ist aber einwandfrei benutzbar. Auch W2K zeigt "Fehler beim Öffnen", funktioniert aber ebenfalls einwandfreie.

Wird zum Versenden von Windows-PC aus ein Postscript-Treiber verwendet, kommt es bei älteren Versionen von ps2fax zu einem Fehler "Document Page Width...". Dies tritt nach meinen Erfahrungen nur auf, wenn über MS-Win-Treiber für Postscript (z.B. Apple-Treiber) gedruckt wird. Die erzeugten Druckdateien scheinen sich ausserhalb der Standards herumzutreiben.
Diese Änderungen in der Datei /var/spool/fax/bin/ps2fax schaffen Abhilfe:

  • suchen Sie den Parameter "pagewidth=
  • Stellen Sie als Breite 1728 ein. (Etwa in Zeile 65)
  • Suchen Sie - am Ende der Datei - nach der Folge
    $CAT $fil | $PS -q \
    Darunter finden sich einige Parameter.
  • Fügen Sie den Parameter -dFIXEDMEDIA \ hinzu

Die Datei speichern, das war's. Bei neueren Versionen der SuSE-Distribution sind diese Änderungen bereits enthalten.

6.11. Mail2FAX - Fax per Postfix-Mail

Ein Mail schreiben und als Fax verschicken ist kein großes Problem, es sind nur einige minimale Änderungen notwendig. Die folgende Lösung arbeitet mit einer eigenen Mailadresse für den Faxversand in dem Format <faxnummer>@fax.<server>.<domain>.
Um diese Funktion herbeizuführen, muss man Postfix überreden, Faxe mit der o.a. Adresse an das Script "faxmail" weiterzugeben.

Editieren Sie dazu /etc/postfix/master.cf und fügen Sie folgende Zeile hinzu:

  fax 	unix	-	n	n	-	1	pipe 
    flags= user=fax argv=/usr/bin/faxmail -d -n ${user}
  
Bitte ohne Zeilenumbruch eintragen, alles in eine Zeile.
Diese Zeile sagt Postfix, dass alle an den Transportdienst "fax" gerichteten Mails an das Programm /usr/bin/faxmail weitergegeben werden sollen. Der User dazu ist "fax", die Mail selbst stammt von ${user}, hier wird der Mail-Absender automatisch eingefügt.

Editieren Sie nun /etc/postfix/transport und hängen Sie folgende Zeile an

    fax.<server>.<domain>		fax:localhost
  
Natürlich müssen Sie <server>.<domain> durch die passenden Angaben Ihres Systems ersetzen. Dies weist Postfix an, alle Mails, die an irgendeine Mailadresse user@fax.<server>.<domain> gerichtet sind, an den oben freigegebenen Transportdienst fax auf dem Localhost zu übergeben. Falls die transport-Datei noch im Urzustand ist, können Sie den Kommentartext löschen. Geben Sie anschließend ein:
      postmap transport
  
um eine neue transport.db zu erzeugen.
Sehr wichtig: Falls Sie einen DNS-Server betreiben, darf der Host fax.<server>.<domain> keinesfalls als MX eingetragen sein.

Als letztes wird noch die Datei /etc/postfix/main.cf editiert. Prüfen Sie, ob die Zeile

  transport_maps = hash:/etc/postfix/transport
  
vorhanden ist, tragen Sie sie ggf. ein. Ergänzen Sie folgende Zeile:
  fax_destination_recipient_limit = 1
  

Die erste Zeile gibt Postfix die zu verwendende transport.db an. Die zweite Zeile besagt, dass maximal ein Empfänger per Vorgang erlaubt ist. Denken Sie an ein

  >> rcpostfix reload
  
um alle Änderungen scharf zu machen.

Diese Lösung ist genial einfach und funktioniert i.d.R. auf Anhieb, solange man nur eine Textmail verschickt.
Das Versenden von Anlagen funktioniert so nicht, auch das Verschicken einer netten Grafik als Geburtstagskarte an die Schwiegermutter bereitet Probleme (nicht vom Ehegespons, sondern vom Server... Für diese Art Dokumente greift man besser auf die Anbindung des Fax als Drucker zurück.

6.12. Hinweise: Passive ISDN-Karte

Es sei nicht verschwiegen, dass eine passive ISDN-Karte erhebliche CPU-Lasten erzeugen kann. Der Prozessor muss hier die Umwandlung vornehmen, das kostet Rechenzeit. AVM gibt daher vor, dass nur eine passive Karte eingesetzt werden kann. Verwendet man aktive (und teure!) Karten, kann man mehr machen. Ich habe eine Konfiguration mit einer AVM-C4 (4 x S0, 8 Kanäle) erfolgreich testen können; leider war die Karte nur leihweise zur Verfügung gestellt worden.... schade!

6.13. Hinweise zum Kernel

Die AVM-Software arbeitet lt. AVM nicht auf Mehrprozessorsystemen!

Die AVM-Module sind versionsspezifisch, d.h. die Version für SuSe 7.3 lässt sich erstmal nur auf den Standardkernel der Version 7.3 installieren, der in der Distribution mitgeliefert wird. Wer einen eigenen Kernel "backen" möchte, sollte beachten: Im Verzeichnis "fritz" im Script "install" den Kernelstring "2.4.10-4GB" suchen, anpassen oder die Abfrage gleich ganz unschädlich machen. Dass in dem neuen Kernel die ISDN-Module (für VBOX auch die Audio-Teile) aktiv sein müssen, dürfte sich von selbst verstehen.
Das Install schreibt jedoch die Module noch in ein falsches Verzeichnis, nämlich nach /lib/modules/2.4.10-4GB/kernel/drivers in verschiedene Unterverzeichnisse. Diese Dateien müssen nur in das entsprechende Modulverzeichis des neuen Kernels umkopiert werden. Alternativ kann man auch das Script entsprechend ändern.
Eine Garantie, dass die Module ohne Neukompilierung arbeiten, bietet dieses vorgehen allerdings nicht.

Mehrere Faxkanäle bzw. ISDN-Modems:
Die Verwendung mehrerer ISDN-Kanäle für Fax ist ohne weiteres möglich. Hierzu wird die Datei /var/spool/fax/etc/config.faxCAPI editiert. In der Datei sind Sektionen durch geschweifte Klammern eingeschlossen. Kopieren Sie die gesamte Sektion von der ersten geschweiften Klammer bis zum Ende der Datei. Kopieren Sie den gesamten Text als zweite Sektion an das Ende der Datei. Ändern Sie den Devicenamen von faxCAPI auf z.B. 2ndCAPI, passen Sie die übrigen Parameter (Controller, MSN usw) entsprechend an.

CAPI4Hylafax erkennt beim nächsten Start, dass ein weiteres, virtuelles Modem eingerichtet werden soll. HylaFAX erkennt Modems jedoch am Vorhandensein einer Datei config.<modemname>, die es hier nicht gibt.
Ein einfacher Trick hilft weiter: Legen Sie einen symbolischen Link:

  >> ln -s /var/spool/fax/etc/config.faxCAPI /var/spool/fax/etc/config.2ndCAPI
  
Damit wird auf das zweite, oben neu angelegte Device 2ndCAPI verwiesen, Hylafax nimmt's als zweites Modem hin.

6.14. ****** Versionswechsel! ******

Während der Arbeit an diesem Script ist eine neue Version von Hylafax (Ver 4.1.1) erschienen. Leider war die Zeit zu knapp, diese noch einzuarbeiten, ausserdem dürfte es eine Weile dauern, bis sie sich in den Distributionen bemerkbar macht. Die neue Version ist mit der CAPI4HylaFAX bis jetzt hier nicht getestet, es sind lt. Changelog auch einige Features wie z.B. Archiving zwar dokumentiert, jedoch noch nicht endgültig implementiert. Deutlich einfacher geworden ist lt. HowTo das Mailhandling, mit dem das Fax an die Mail angehängt wird:

Erstellen Sie eine Datei /var/spool/hylafax/etc/FaxDispatch mit folgendem Inhalt:

    FILETYPE=tif;
  	SENDTO=faxmaster;
  
Ersetzen Sie nach Wunsch tif durch ps oder pdf. Diese Vorgehensweise setzt metamail oder einen anderen UU-Encoder voraus. Sollten Sie ein anderes Programm als Metamail verwenden, hängen Sie noch eine Zeile an:
     MIMENCODE=uuencode
  
Es soll möglich sein, mit der neuen Version per Änderung des Scriptes faxrcvd Faxe unmittelbar auszudrucken. Dies ist ebenfalls noch nicht getestet.

6.15. Hinweis: HylaFAX und Update per YaST2-YOU (Online Update)

Das Update per YOU (YaST-Online Update) überschreibt gnadenlos und ohne Sicherheitskopie die faxrcvd-Dateien in /var/spool/fax/bin!
Nach einem solchen Update werden die Faxdateien in den Queues (/var/spool/fax/recvq) nicht mehr gelöscht und es erfolgt kein Versand des Faxes per Mail. Löschen Sie die neu angelegte Datei "FaxDispatch" und kopieren Sie die geänderten faxrcvd-Scripte erneut, wie in 6.6. erläutert.
Alternativ kann man auch versuchen, das Dispatch zu aktivieren wie unter 6.14. geschildert.




Anmerkungen zu diesem Artikel


[2]  faxrcvd springt nicht an Chibisuke24-10-2006
[2]  hylafax problem beim Faxempfang david7701-5-2006
[14]  hylafax und email yellow01-9-2005
[2]  hylafax email ->pdf ; pdf =0kbdudu25-2-2004
[3]  HylaFax und SuSE Linux 8.2 HylaFax installiert und ISDNitck3229-1-2004
[2]  hylafax variable gesucht lernen29-12-2003
[1]  Suse Standardserver 8 Hylafax mit avmCapirichlin09-11-2003
[5]  hylafax / FaxDispatch automatische Verteilungmali276523-10-2003
[1]  Suse 8.2 HylaFax E-Mail als PDF WernerW21-9-2003
[1]  hylafax, mehrere config.faxCAPI gerhard17-9-2003
[4]  Hylafax senden per E-mail SUSE 8.1riedere15-8-2003
[2]  Hylafax on SuSE 8 FaxEmpfang legt aufjimmi29-7-2003
[4]  c2faxrecv startet mit Fehlermeldung steiny18-7-2003
[2]  hylafax, printfax und respond.exe respond poppt nicht auf!daniello4411-7-2003
[6]  Hylafax: email2Fax Probleme mit Anhängen & HTMLmkuehn26-6-2003
[3]  Faxserver: FritzPCI 2.0 c2faxsend & TIFFSanti17-6-2003
[2]  perlscript an email alias c2faxsend nicht ansprechbaranti03-5-2003
[2]  mail2fax mit pdfattachment mail2faxankie28-4-2003
[2]  Hylafax Empfangene Faxe automatisch ausdrucken Xtc04-4-2003
[11]  Hylafax lt. Wollmilchsau anleitung unter SUSE 8.1 Hylafax ProblemePeleska21-2-2003
[9]  Faxe automatisch drucken andromedianer20-1-2003
[2]  ...fast geschaft, uuencode yellow18-1-2003
[5]  hylafax..... den Überblick verloren yellow17-1-2003
[2]  Hylafax / Sambafax einrichten WernerW25-11-2002
[1]  Hylafax Zusatz zur Anleitung auf dier HP WernerW25-11-2002
[3]  Hylafax: faxeingangsordner über samba WernerW25-11-2002


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