Wollmilchsau Server: 6. Hylafax: Fax & Fax/Mail-Integration
Kapitelübersicht:
Da ein Server ohnehin meist 7 Tage die Woche läuft, könnte er doch eigentlich auch
Faxe annehmen. Mail nimmt er doch auch.... Ein Faxserver muss her.
Kommerzielle Lösungen wie Tobit Faxware oder FerrariFax sind sehr teuer
und für Linux nur beschränkt verfügbar. Die erste Wahl für ein
Linux-System ist HylaFAX, das den meisten Distributionen beiliegt.HylaFAX ist sehr leistungsfähig und flexibel konfigurierbar, es wird auch mit Massenfax problemlos fertig.
Aber auch diese Rose hat Dornen: Hylafax ist eigentlich für analoge Modems programmiert worden, nicht für ISDN, so dass hier einige Klimmzüge notwendig werden. Zur Zeit ist dies nur mit den ISDN-Karten von AVM und einer proprietären Software dazu möglich, alternativ noch mit der - relativ teuren - semiaktiven Karte von Sedlbauer.
Darüber hinaus beherrscht Hylafax leider kein echtes Durchwahlverfahren (TK-Anlagenanschluss z.B. mit der Nummer 8243xx, die Durchwahl xx wird durch den Server selbst ausgewertet, Faxe entsprechend der Durchwahl zugestellt). Hylafax kann zwar mit DDI arbeiten, das Verfahren hat sich aber nicht wirklich durchgesetzt und ist für den Anrufer schwieriger zu handeln..
6.1. Voraussetzungen:
- ISDN-Karte von AVM ("Fritz.Card" oder aktive Karten)
Die Fritz ISA-PNP ist schwierig zu installieren (siehe auch AVM-Installationsanleitung). Alle anderen AVM-Karten laufen ohne nennenswerte Probleme. - Komplette Installation von ISDN4Linux.
- Postfix für die Integration von Fax ins Mail.
- Eine funktionierende Samba-Installation
- und natürlich HylaFAX.
6.2. Installation
Da eine eigene Kompilation in diesem Fall keine nennenswerten Vorteile bietet, wurde das Paket HylaFAX von der Distributions-CD installiert.
Starten Sie nach der Installation mit YaST zunächst das Programm faxsetup. Es verlangt eine Reihe von Eingaben zur Grundkonfiguration von Hylafax. Im Folgenden sind ausschließlich die geänderten Parameter angegeben. Nicht angegebene Parameter werden einfach per Enter übernommen.
Country Code 49 Area Code 521 Long distance dialing prefix 0 International distance dialing prefix 00 tracing..... 527 default tracing..... 527 Timeout when converting Postscript documents 600 Max number of pages to permit on outbound job: 30Am Schluss schreibt faxsetup die globale Konfigurationsdatei und möchte anschließend beginnen, ein Modem zu konfigurieren. Dies übernimmt später das Install von AVM, deshalb stoppt hier ein
faxaddmodem: no
die Modeminstallation.
6.3. AVM-CAPI installieren
Nochmal: I4L muss installiert sein!
Laden Sie sich die Software für Ihre Fritzcard vom AVM.Server unter ftp://ftp.avm.de/cardware. Sie benötigen zwei Dateien: fc<kartentyp>-SuSE<Version>-<Capi-version>.tar.gz. Für eine Fritz-classic ISA ist der Dateiname fcclassic-SuSE7.3-03.09.10.tar.gz. usw. Dazu benötigen Sie noch die Datei capi4hylafax-01.01.02.tar.gz. Speichern Sie die Dateien wie gewohnt in einem Verzeichnis und entpacken Sie die Dateien mit tar -xzvf <dateiname>.
Beim Entpacken wird u.a. das Verzeichnis "fritz" angelegt. Wechseln
Sie in dieses Verzeichnis und starten Sie die Installation mit ./install.
Bitte wechseln Sie in das Verzeichnis, starten Sie das install-Script nicht
per Pfadangabe. Das Script bezieht sich auf das aktuelle Verzeichnis, per
Pfad fehlen dann einige Verzeichnisstufen!
Rufen Sie nun YaST auf, wählen Sie "Administration des Systems" -> "Hardware integrieren" und "ISDN-Karte integrieren". Ändern Sie den Kartentyp-Eintrag auf "AVM B1 PCI". In einigen älteren Anleitungen der Fa. AVM und in der Ausgabe des Install-Scriptes steht hier noch die Angabe "AVM B1", diese Angabe ist definitiv falsch!
6.4. /etc/capi.conf anpassen
In der Datei /etc/capi.conf muss lediglich die passende Zeile für die AVM-Karte entkommentiert werden. Bei einer ISA-Karte müssen noch I/O-Port und IRQ eingetippt werden, das ist alles.
Das AVM-Install hat eine merkwürdige Eigenheit. Es setzt in der
modules.conf einige Einträge auf "off". Beim nächsten Start gibt
es dann Fehlermeldungen, weil das ipppx-Device nicht mehr gefunden
wird. Suchen Sie in der Datei /etc/modules.conf die Einträge
"char-major-43" bis 45. Setzen Sie statt "off" den
Parameter "capidrv" ein. Das hilft...
Ungewöhnlich und etwas schmerzlich: Nach der Installation muss der PC neu
gebootet werden. Hier sollte AVM noch dran arbeiten.
Achten Sie beim Neustart auf die Startmeldungen. Kontrollieren Sie
anschließend die Einträge in den Logfiles auf Fehlermeldungen.
6.5. CAPI4HylaFAX installieren
Falls Sie das tar-File noch nicht entpackt haben, müssen Sie dies nun nachholen. Wechseln Sie in das neue Verzeichnis. Die Installation wird hier durch Aufruf von
>> ./install -cgestartet. Der Parameter -c setzt die Zugriffsrechte auf ein neues Device /dev/capi20, so dass User darüber Faxe versenden können. Install erfragt anschließend einige wenige Angaben:
- Ankommende MSN (auf diese Nummer reagiert HylaFAX durch "Abheben des Hörers")
- Die Nummer, die der Anrufer im Empfangs- bzw. Sendeprotokoll sieht
- Der Name, der im Empfangs- bzw. Sendeprotokoll steht.
Editieren Sie anschließend die neu angelegte Datei /var/spool/fax/etc/config.faxCAPI.
Folgende Punkte sollten Sie anpassen:
LogFile: /var/log/capifaxlog LogTraceeLevel: 4 (später reduzieren...)Es wird hier der Pfad zu den Logfiles auf Standardwerte gesetzt und der höchste Tracelevel eingestellt. Letzteres ist zu Anfang zur Diagnose sehr nützlich, sollte aber später unbedingt reduziert werden. Der Speicherplatz ist begrenzt und das Log nimmt schnell Dimensionen an...
Damit ist das Hylafax-System grundsätzlich bereits einsatzfähig.
Ändern Sie noch in /etc/rc.config die Startvariable auf
START_HYLAFAX = yes (SuSEconfig nicht vergessen), damit Hylafax
beim Booten automatisch startet.
6.6. Fax/Mail-Integration
Für eine elegante Integration von Fax und Mail werden noch einige zusätzliche Dateien benötigt, die sich auf dem Webserver von Hylafax (www.hylafax.org/howto/faxrcvd) befinden
faxrcvd.pdf, faxrcvd-mail.pdf faxrcvd.ps, faxrcvd-mail.ps faxrcvd.tiff, faxrcvd-mail.tiffWenn Faxe als PDF-Anlage versandt werden sollen, geht man wie folgt vor:
- Wechseln Sie in das Verzeichnis /var/spool/fax/bin
- sichern Sie die Datei faxrcvd
>> mv faxrcvd faxrvcd.org
- Kopieren Sie die heruntergeladene Datei "faxrcvd.pdf" an die
Stelle der bisherigen "faxrcvd"
cp <path>/ faxrcvd.pdf ./faxrcvd
- Kopieren Sie die heruntergeladene Datei "faxrcvd-mail.pdf" nach faxrcvd-mail
cp <path> /faxrcvd-mail.pdf ./faxrcvd-mail
- Editieren Sie das faxrcvd-Script: Weiter unten findet sich der
Parameter TOADDR: Hier wird die Mailadresse des Faxempfängers
eingetragen. Sie muss an Ihre Systemgegebenheiten bzw. Ihr Umfeld
angepasst werden
TOADDR=root oder ein anderer User. - Passen Sie die Rechte der Dateien an!
>> chown uucp faxrcvd* >> chgrp uucp faxrcvd* >> chmod 755 faxrcvd*
6.7. Automatischer Ausdruck ankommender Faxe (Hylafax bis Version 4.1.0)
Editieren Sie das neue faxrcvd-Script. Suchen Sie die folgenden Zeilen
/usr/bin/tiff2ps -a -O $SPOOL/$TRUNCFILE.ps $SPOOL/$FILE /usr/bin/ps2pdf $SPOOL/$TRUNCFILE.ps $SPOOL/$TRUNCFILE.pdfIn diesen Zeilen wird das in $SPOOL/$FILE liegende empfangene Fax zunächst mit tiff2ps in ein Postscript-File umgewandelt. In der nächsten Zeile erfolgt die Umwandlung von Postscript nach PDF. Postscript ist jedoch wie geschaffen für Ausdrucke unter Linux. Fügen Sie zwischen diesen beiden Zeilen folgendes ein:
/usr/bin/lpr -Plp /$SPOOL/$TRUNCFILE.psDamit wird jedes ankommende Fax automatisch auf den Drucker lp gedruckt.
Mit den Scripten für tiff- und ps-Formate sollte dies ähnlich möglich sein, wurde aber von mir nicht getestet.
6.8. Faxversand per Drucker via SAMBA.
Diese Lösungen setzen einen installierten Sambaserver voraus. Die Installation von Samba ist mittlerweile so oft beschrieben worden, dass ich hier auf die entsprechenden Texte verweisen möchte. Unter anderem findet sich auch ein Artikel im LinuxNetMag: http://www.linuxnetmag.com/de/issue3/m3samba1.html
Diese erste Lösung ist nur der Vollständigkeit halber angeführt. Sie kann von allen Systemen aus angesprochen werden, die entweder auf Samba-Drucker oder auf Unix-like Drucker zugreifen können. Sie ist einfach, aber mit einigen Nachteilen behaftet.
- Verzeichnis anlegen /var/spool/lpd/faxlp
- Rechte setzen auf 755, User und Gruppe lp.
- Falls notwendig, vorhandene Faxprinter aus /etc/printcap löschen.
- in Printcap einhängen:
faxlp:\ :lp=/dev/null:\ :sd=/var/spool/lpd/faxlp:\ :if=/var/spool/fax/bin/sambafax:\ :sh:sf:mx#0:
- Laden Sie die Datei http://www.hylafax.org/howto/clients/sambafax herunter
- Datei nach /var/spool/fax/bin kopieren, Ausführungsrechte beachten.
- Als Druckertreiber einen Apple Laserwriter 16/600 PS verwenden
Geben Sie im Text des Faxdokumentes an: Fax : 0123-456789
Bitte genau in dieser Schreibweise ! "Fax <leer> : <leer> Nummer". Es
sind keine weiteren Leerzeichen in der Nummer erlaubt, keine Punkte
etc, nur ein Bindestrich..
Vorteil des Verfahrens:
Äußerst einfache Handhabung, es funktioniert von nahezu jedem
PS-druckfähigen Client aus.
Es kann von jedem System aus angesprochen werden, das einen
Postscript-Ausdruck erzeugen und auf einen Samba- oder LPD-Drucker ausgeben
kann.
Der Nachteil:
Ein Fax aus z.B einem Grafikprogramm (Adobe, Corel, Gimp...) versagt: Die
Rufnummer wird nicht erkannt! Darüber hinaus wird die Rufnummer auch sonst
oft nicht erkannt, da Postscript-Code einige Eigenheiten aufweist (z.B.
Schriftinformationen u.ä.), die ein Auffinden der Nummer unmöglich machen.
6.9. Printfax: Alternative für Windows-Plätze:
Das Printfax auf der SuSE-CD hat einige Probleme verursacht. Aus Zeitgründen habe ich das Original vom Autor geladen unter http://www.boerde.de/~horstf (Printfax.pl, respond, smb.add, und readme.txt). Es sei die respond-Version 1.5 empfohlen, die 1.6BETA hat bei mir noch einige wenige "Mucken" gemacht.
Printfax nutzt Samba in zweierlei Hinsicht: Zum einen wird das Fax via Samba-Druckerfreigabe zum Hylafax transportiert, zum anderen nutzt Printfax den SMB-Messenger, um auf dem Windows-PC ein Programm zur Nummernabfrage zu starten und die Nummer dort entgegenzunehmen.
Die Installation ist unkompliziert.
- kopieren sie die printfax-1.5.0.pl nach /usr/bin/printfax.pl
- >> chmod 755 printfax.pl
- Editieren Sie Printfax.pl:
printfax.pl ist sowohl für Sendfax als auch für Hylafax geschrieben, sendfax ist die default-Einstellung.
Entkommentieren Sie alle Zeilen für Hylafax,, kommentieren Sie die Sendfax/Mgetty-Zeilen aus.
- Meldetexte: deutsch entkommentieren-, englisch auskommentiert.
- faxspool_args geändert auf qw(-D -R -m -n -s a4)
Dabei bedeutet:
D: Mail bei erfolgr. Versand R: Mail bei Respool m: feine Auflösung n: keine coverpage (SuSEreklame...) s a4: Seitenformat A4
- $acct = /var/log/printfax.log
- Eigenes Logfile anlegen.
Berechtigung RWX für fax- und Samba- user setzen:
>> chmod 775 faxprint >> chown uucp faxprint >> chgrp uucp faxprintDatei smb.conf editieren, smb.conf.add anhängen und editieren:
(path = /var/spool/faxprint)
Die smb.conf.add sieht so aus:
| smb.conf |
;
; Add to your smb.conf
; for use with printfax.pl
;
[fax]
comment = Fax
postscript = yes
print command = ( /usr/bin/printfax.pl %I %s %U %m; rm %s ) &
; For WinNT terminal server and Win2000 comment out the previous two lines
; and uncomment the next two if you are using a printfax.pl version below 1.5.0
; postscript = no
; print command = (echo -e '1i\n%!\n.\nw\nq'|ed %s; /usr/bin/printfax.pl %I %s %U %m) &
printable = yes
writable = no
path = /your/samba/print/dir
;
; Add your own security options!!!
;
|
Wenn Sie Windows 2000 verwenden, gibt es einige Probleme. Entkommentieren Sie die beiden unteren Zeilen, kommentieren Sie die beiden oberen Zeilen aus wie im Text beschrieben. Das schafft Abhilfe. Eventuell macht es Sinn, für Win 9x /NT und W2K zwei getrennte Druckerkonfigurationen anzulegen.
Installieren Sie nun auf den Windows-PCs das Programm respond.exe und
stellen Sie einen Link in die Gruppe Autostart.
- Entpacken Sie das ZIP-Archiv
- Kopieren Sie die Dateien respond.exe und config.exe in ein beliebiges VZ
- Erstellen Sie in der Gruppe Autostart eine Verknüprung auf respond.exe
- Installieren sie als Drucker einen Apple LaserWriter 16/600 PS und verbinden Sie ihn mit dem Samba-Share
Das war bereits die Installation!
6.10. Printfax testen
- Respond muss auf dem Windows-PC gestartet sein.
- Testausdruck auf den oben angelegten Drucker.
- Es erscheint ein Fenster mit der Abfrage der Nummer.
- Nummer eingeben, auf geht's....
Der Vorteil von Printfax:
Auch komplexe Grafiken aus z.B. Corel oder
Adobe können so gefaxt werden.
Der Nachteil:
Läuft nur mit Windows und Samba-Anbindung bzw.
Systemen, die SMB- Drucker und SMB-Messaging unterstützen.
Generell scheinen die derzeitigen Samba-Versionen einige Probleme beim Printsharing zu haben.
Samba 2.2.1a (SuSE-CD)
Unter Win98 OK und W2K lässt sich zwar Drucken aber, das Druckfenster meldet beharrlich "Zugriff verweigert"
Samba 2.2.3-0 (FTP-Download von SuSE) hat exakt gleiche Probleme. Hier gibt's jedoch einen Parameter "use client driver = Yes".
Nun zeigt Win98 "Fehler", ist aber einwandfrei benutzbar. Auch W2K zeigt "Fehler beim Öffnen", funktioniert aber ebenfalls einwandfreie.
Wird zum Versenden von Windows-PC aus ein Postscript-Treiber verwendet,
kommt es bei älteren Versionen von ps2fax zu einem Fehler "Document Page
Width...". Dies tritt nach meinen Erfahrungen nur auf, wenn über
MS-Win-Treiber für Postscript (z.B. Apple-Treiber) gedruckt wird. Die
erzeugten Druckdateien scheinen sich ausserhalb der Standards herumzutreiben.
Diese Änderungen in der Datei /var/spool/fax/bin/ps2fax schaffen
Abhilfe:
- suchen Sie den Parameter "pagewidth=
- Stellen Sie als Breite 1728 ein. (Etwa in Zeile 65)
- Suchen Sie - am Ende der Datei - nach der Folge
$CAT $fil | $PS -q \
Darunter finden sich einige Parameter. - Fügen Sie den Parameter -dFIXEDMEDIA \ hinzu
Die Datei speichern, das war's. Bei neueren Versionen der SuSE-Distribution sind diese Änderungen bereits enthalten.
6.11. Mail2FAX - Fax per Postfix-Mail
Ein Mail schreiben und als Fax verschicken ist kein großes Problem, es
sind nur einige minimale Änderungen notwendig. Die folgende Lösung arbeitet
mit einer eigenen Mailadresse für den Faxversand in dem
Format <faxnummer>@fax.<server>.<domain>.
Um diese Funktion herbeizuführen, muss man Postfix überreden, Faxe mit
der o.a. Adresse an das Script "faxmail" weiterzugeben.
Editieren Sie dazu /etc/postfix/master.cf und fügen Sie folgende Zeile hinzu:
fax unix - n n - 1 pipe
flags= user=fax argv=/usr/bin/faxmail -d -n ${user}
Bitte ohne Zeilenumbruch eintragen, alles in eine Zeile.Diese Zeile sagt Postfix, dass alle an den Transportdienst "fax" gerichteten Mails an das Programm /usr/bin/faxmail weitergegeben werden sollen. Der User dazu ist "fax", die Mail selbst stammt von ${user}, hier wird der Mail-Absender automatisch eingefügt.
Editieren Sie nun /etc/postfix/transport und hängen Sie folgende Zeile an
fax.<server>.<domain> fax:localhost
Natürlich müssen Sie <server>.<domain> durch die passenden
Angaben Ihres Systems ersetzen. Dies weist Postfix an, alle Mails, die an
irgendeine Mailadresse user@fax.<server>.<domain> gerichtet
sind, an den oben freigegebenen Transportdienst fax auf dem Localhost zu
übergeben. Falls die transport-Datei noch im Urzustand ist, können
Sie den Kommentartext löschen. Geben Sie anschließend ein:
postmap transport
um eine neue transport.db zu erzeugen. Sehr wichtig: Falls Sie einen DNS-Server betreiben, darf der Host fax.<server>.<domain> keinesfalls als MX eingetragen sein.
Als letztes wird noch die Datei /etc/postfix/main.cf editiert. Prüfen Sie, ob die Zeile
transport_maps = hash:/etc/postfix/transportvorhanden ist, tragen Sie sie ggf. ein. Ergänzen Sie folgende Zeile:
fax_destination_recipient_limit = 1
Die erste Zeile gibt Postfix die zu verwendende transport.db an. Die zweite Zeile besagt, dass maximal ein Empfänger per Vorgang erlaubt ist. Denken Sie an ein
>> rcpostfix reloadum alle Änderungen scharf zu machen.
Diese Lösung ist genial einfach und funktioniert i.d.R. auf Anhieb, solange
man nur eine Textmail verschickt.
Das Versenden von Anlagen funktioniert so nicht, auch das Verschicken einer
netten Grafik als Geburtstagskarte an die Schwiegermutter bereitet Probleme
(nicht vom Ehegespons, sondern vom Server...
Für diese Art Dokumente
greift man besser auf die Anbindung des Fax als Drucker zurück.
6.12. Hinweise: Passive ISDN-Karte
Es sei nicht verschwiegen, dass eine passive ISDN-Karte erhebliche CPU-Lasten
erzeugen kann. Der Prozessor muss hier die Umwandlung vornehmen, das kostet
Rechenzeit. AVM gibt daher vor, dass nur eine passive Karte eingesetzt werden
kann. Verwendet man aktive (und teure!) Karten, kann man mehr machen. Ich
habe eine Konfiguration mit einer AVM-C4 (4 x S0, 8 Kanäle) erfolgreich
testen können; leider war die Karte nur leihweise zur Verfügung gestellt
worden.... schade!
6.13. Hinweise zum Kernel
Die AVM-Software arbeitet lt. AVM nicht auf Mehrprozessorsystemen!
Die AVM-Module sind versionsspezifisch, d.h. die Version für SuSe 7.3 lässt
sich erstmal nur auf den Standardkernel der Version 7.3 installieren, der in
der Distribution mitgeliefert wird. Wer einen eigenen Kernel "backen" möchte,
sollte beachten: Im Verzeichnis "fritz" im Script "install" den
Kernelstring "2.4.10-4GB" suchen, anpassen oder die Abfrage gleich ganz
unschädlich machen. Dass in dem neuen Kernel die ISDN-Module (für VBOX auch
die Audio-Teile) aktiv sein müssen, dürfte sich von selbst verstehen.
Das Install schreibt jedoch die Module noch in ein falsches Verzeichnis,
nämlich nach /lib/modules/2.4.10-4GB/kernel/drivers in verschiedene
Unterverzeichnisse. Diese Dateien müssen nur in das
entsprechende Modulverzeichis des neuen Kernels umkopiert werden. Alternativ kann man
auch das Script entsprechend ändern.
Eine Garantie, dass die Module ohne Neukompilierung arbeiten, bietet
dieses vorgehen allerdings nicht.
Mehrere Faxkanäle bzw. ISDN-Modems:
Die Verwendung mehrerer ISDN-Kanäle für Fax ist ohne weiteres möglich.
Hierzu wird die Datei /var/spool/fax/etc/config.faxCAPI editiert.
In der Datei sind Sektionen durch geschweifte Klammern eingeschlossen. Kopieren
Sie die gesamte Sektion von der ersten geschweiften Klammer bis zum Ende
der Datei. Kopieren Sie den gesamten Text als zweite Sektion an das Ende
der Datei. Ändern Sie den Devicenamen von faxCAPI auf z.B. 2ndCAPI, passen
Sie die übrigen Parameter (Controller, MSN usw) entsprechend an.
CAPI4Hylafax erkennt beim nächsten Start, dass ein weiteres, virtuelles Modem
eingerichtet werden soll. HylaFAX erkennt Modems jedoch am Vorhandensein
einer Datei config.<modemname>, die es hier nicht gibt.
Ein einfacher Trick hilft weiter: Legen Sie einen symbolischen Link:
>> ln -s /var/spool/fax/etc/config.faxCAPI /var/spool/fax/etc/config.2ndCAPIDamit wird auf das zweite, oben neu angelegte Device 2ndCAPI verwiesen, Hylafax nimmt's als zweites Modem hin.
6.14. ****** Versionswechsel! ******
Während der Arbeit an diesem Script ist eine neue Version von Hylafax (Ver 4.1.1) erschienen. Leider war die Zeit zu knapp, diese noch einzuarbeiten, ausserdem dürfte es eine Weile dauern, bis sie sich in den Distributionen bemerkbar macht. Die neue Version ist mit der CAPI4HylaFAX bis jetzt hier nicht getestet, es sind lt. Changelog auch einige Features wie z.B. Archiving zwar dokumentiert, jedoch noch nicht endgültig implementiert. Deutlich einfacher geworden ist lt. HowTo das Mailhandling, mit dem das Fax an die Mail angehängt wird:
Erstellen Sie eine Datei /var/spool/hylafax/etc/FaxDispatch mit folgendem Inhalt:
FILETYPE=tif;
SENDTO=faxmaster;
Ersetzen Sie nach Wunsch tif durch ps oder pdf. Diese Vorgehensweise setzt
metamail oder einen anderen UU-Encoder voraus. Sollten Sie ein anderes
Programm als Metamail verwenden, hängen Sie noch eine Zeile an:
MIMENCODE=uuencode
Es soll möglich sein, mit der neuen Version per Änderung des Scriptes faxrcvd
Faxe unmittelbar auszudrucken. Dies ist ebenfalls noch nicht getestet.
6.15. Hinweis: HylaFAX und Update per YaST2-YOU (Online Update)
Das Update per YOU (YaST-Online Update) überschreibt gnadenlos und ohne Sicherheitskopie
die faxrcvd-Dateien in /var/spool/fax/bin!
Nach einem solchen Update werden die Faxdateien in den Queues (/var/spool/fax/recvq)
nicht mehr gelöscht und es erfolgt kein Versand des Faxes per Mail. Löschen Sie die neu
angelegte Datei "FaxDispatch" und kopieren Sie die
geänderten faxrcvd-Scripte erneut, wie in 6.6. erläutert.
Alternativ kann man auch versuchen, das Dispatch zu aktivieren wie unter
6.14. geschildert.
Anmerkungen zu diesem Artikel
| [2] | faxrcvd springt nicht an | Chibisuke | 24-10-2006 |
| [2] | hylafax problem beim Faxempfang | david77 | 01-5-2006 |
| [14] | hylafax und email | yellow | 01-9-2005 |
| [2] | hylafax email ->pdf ; pdf =0kb | dudu | 25-2-2004 |
| [3] | HylaFax und SuSE Linux 8.2 HylaFax installiert und ISDN | itck32 | 29-1-2004 |
| [2] | hylafax variable gesucht | lernen | 29-12-2003 |
| [1] | Suse Standardserver 8 Hylafax mit avmCapi | richlin | 09-11-2003 |
| [5] | hylafax / FaxDispatch automatische Verteilung | mali2765 | 23-10-2003 |
| [1] | Suse 8.2 HylaFax E-Mail als PDF | WernerW | 21-9-2003 |
| [1] | hylafax, mehrere config.faxCAPI | gerhard | 17-9-2003 |
| [4] | Hylafax senden per E-mail SUSE 8.1 | riedere | 15-8-2003 |
| [2] | Hylafax on SuSE 8 FaxEmpfang legt auf | jimmi | 29-7-2003 |
| [4] | c2faxrecv startet mit Fehlermeldung | steiny | 18-7-2003 |
| [2] | hylafax, printfax und respond.exe respond poppt nicht auf! | daniello44 | 11-7-2003 |
| [6] | Hylafax: email2Fax Probleme mit Anhängen & HTML | mkuehn | 26-6-2003 |
| [3] | Faxserver: FritzPCI 2.0 c2faxsend & TIFFS | anti | 17-6-2003 |
| [2] | perlscript an email alias c2faxsend nicht ansprechbar | anti | 03-5-2003 |
| [2] | mail2fax mit pdfattachment mail2fax | ankie | 28-4-2003 |
| [2] | Hylafax Empfangene Faxe automatisch ausdrucken | Xtc | 04-4-2003 |
| [11] | Hylafax lt. Wollmilchsau anleitung unter SUSE 8.1 Hylafax Probleme | Peleska | 21-2-2003 |
| [9] | Faxe automatisch drucken | andromedianer | 20-1-2003 |
| [2] | ...fast geschaft, uuencode | yellow | 18-1-2003 |
| [5] | hylafax..... den Überblick verloren | yellow | 17-1-2003 |
| [2] | Hylafax / Sambafax einrichten | WernerW | 25-11-2002 |
| [1] | Hylafax Zusatz zur Anleitung auf dier HP | WernerW | 25-11-2002 |
| [3] | Hylafax: faxeingangsordner über samba | WernerW | 25-11-2002 |
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