Linux Firewall: Smoothwall & IPCop
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Smoothwall ist eine auf Linux basierende "Spezialdistribution", die aus einem veralteten
Rechner eine schnell zu installierende und per Web-Frontend zu bedienende Firewall zaubert.
Aber Smoothwall macht nicht nur durch positive Eindrücke von sich reden... |
Für wen eignet sich eine Firewall?
Eine Firewall schützt das eigene Netz oder auch nur den eigenen Einzelplatzrechner beim
Zugang zum Internet vor dem Zugriff Dritter auf die eigenen Dateien.
Ob sich der Aufwand der Installation einer Firewall bei einem selbst lohnt, hängt ganz vom
eigenen Sicherheitsbedürfnis ab.
Besitzer einer Flat-Rate oder einer echten Standleitung sollten jedoch unbedingt eine Firewall
benutzen, da viele Leute es sich zu einer Art Sport gemacht haben, den IP-Adressen-Pool
bekannter Internetprovider nach PCs mit ungenügenden Sicherheitsvorkehrungen zu durchsuchen.
Besonders die für Computer-Neulinge konzipierte Zugangsanbieter wie T-Online und AOL sind
beliebte Ziele von Crackern. Hier findet sich schnell ein User mit ungenügenden
Sicherheitsvorkehrungen.
Häufig werden derart fehlerhaft konfigurierte Systeme genutzt, um illegale Dateien auf den Rechnern zu platzieren (via FTP oder SMB), die dann mit anderen Personen getauscht werden können, ohne eigene Bandbreite zu verbrauchen.
Spätestens dann, wenn Sie auf Ihrem System eigene Internet-Dienste anbieten (http, ftp, cvs, ssh, ...) sollten Sie eine Firewall installieren, um zumindest die ungenutzten Dienste für die Außenwelt zu sperren, um nicht noch mehr Einbruchsmöglichkeiten preiszugeben.
Viele Linux-Distributionen kommen mittlerweile mit eigenen Firewall-Lösungen, die dem Benutzer
bei der Einwahl ins Internet zumindest ein Minimum an Sicherheitsgefühl vermitteln sollen.
Allerdings besitzen solche Lösungen einen großen Nachteil, da hier die Firewall zumeist auch
Arbeitsrechner ist, und somit verschiedenste Leute einen Account für den Rechner
besitzen. Besitzt allerdings ein Benutzer auf dem System, auf welchem die Firewall läuft,
bereits einen Account, ist es um vieles einfacher, die Firewall auszuhebeln.
Aus diesem Grund sollte für die Firewall ein eigener Rechner abgestellt werden, auf dem nur der Administrator selbst Zugang hat. Sämtliche Dienste, die vom Internet aus erreichbar sein sollen (neben typischen Diensten wie HTTP, FTP auch bei Bedarf ein Shell-Account) sollten in eine sog. "Demilitarisierte Zone" (kurz DMZ) ausgelagert werden. Hierbei handelt es sich um einen Extra-Rechner, der getrennt vom eigentlichen LAN ist (d.h. dieser Rechner besitzt sein eigenes Subnetz ohne Routing zum LAN, in dem die Arbeitsrechner liegen), so daß etwaige Sicherheitslücken der DMZ nicht zwangsläufig einen Zugang zum viel sensibleren LAN erlauben.

Typische Netzwerktopologie mit LAN für Arbeitsrechner, Webserver innerhalb der DMZ und einer Firewall, die den Zugang zum Internet bereitstellt.
Ein derartiger Aufbau des Netzwerks ist natürlich nicht die einzige Möglichkeit. So kann
beim Internetzugang einer Privatperson häufig auf die demilitarisierte Zone gänzlich
verzichtet werden, falls man keine Dienste fürs Internet anbieten möchte.
Denkbar wäre auch ein weiterer Rechner, der nur mit der Firewall kommuniziert und dessen
Log-Dateien speziell gesichert archiviert. Dadurch wird es einem Einbrecher zusätzlich
erschwert, seine Einbruchsspuren zu verwischen. Mit derartigen Feinheiten wollen wir uns aber
hier nicht beschäftigen, sondern uns eher der obigen "Standardkonfiguration" zuwenden.
Smoothwall
Die Einrichtung einer simplen Firewall ist zwar kein unüberwindbarer Aufwand, jedoch sollten
grundlegende Kenntnisse über Routing, Port-Weiterleitung und Paket-Filterung bekannt sein.
Häufig übersteigt dies aber bereits die Kenntnisse des heutigen Durchschnitts-Users, und
selbst viele Mittelstands-Firmen können es sich nicht leisten, eine eigene EDV-Abteilung
zu besitzen, um qualifiziertes Personal zur Wartung einer Firewall einzustellen.
Denn genauso kritisch wie eine vernünftige Installation ist auch die andauernde Betreuung einer Firewall. Das regelmäßige Stopfen von aufgetretenen Sicherheitslöchern ist nicht minder wichtig, um eine Sicherheit des Netzes gewährleisten zu können.
Smoothwall von der Firma "Smoothwall Limited" versucht genau in diese Lücke zu springen und
eine einfach zu installierende Firewall dem Benutzer in die Hand zu geben, die
gleichzeitig mittels Sicherheits-Updates mit kleinstem Arbeitsaufwand auf aktuellem Stand
gehalten werden kann.
Smootwall kommt in Form einer aufs nötigste reduzierten RedHat-Distribution mit Kernel 2.2
und ist so ausgerichtet, daß Sie auch auf alter Hardware läuft (Minimum ist ein 4x86 mit
mindestens 16MB Ram und einer 300MB großen Festplatte).
Die Distribution wird unter der GP-Lizenz entwickelt und ist unter
http://www.smoothwall.org als ISO-Image erhältlich.
Installation
Weil sich Smootwall ausdrücklich auch an den "Firewall-Anfänger" richtet, ist die Installation
sehr simpel gestaltet.
Am einfachsten ist der Weg mittels bootfähiger CD. Das zugehörige knapp 23MB große ISO-Image
erhält man auf der Smoothwall-Homepage. Die momentan aktuellste Version ist 0.9.9SE, die sich
von der Variante 0.9.9 dadurch unterscheidet, daß bereits 6 Sicherheitspatches eingespielt
wurden. Allerdings gibt es bereits 6 weitere Patches, die unmittelbar nach der Installation
eingefügt werden sollten.
Weil Smootwall speziell für ältere PC-Systeme ausgelegt wurde, die jedoch häufig nicht mit
einem CD-Rom-Laufwerk ausgestattet sind (zumindest keinem bootfähigen), ist auch eine
Installation mittels Boot-Disketten vorgesehen.
Diese sind jedoch nicht auf der Smoothwall-Homepage erhältlich, sondern müssen per Hand aus
dem ISO-Image extrahiert werden.
Dies geschieht mittels Benutzung des Loop-Devices, welches einem erlaubt, ISO-Images genauso
wie eine normale CD zu mounten.
Als Superuser (root) fürt man nun folgende Befehle aus:
>> losetup /dev/loop0 /pfad/zum/smootwall-0.9.9.iso >> mount -t iso9660 /dev/loop0 /mnt/cdrom(Achtung: Das ISO-Image darf sich dabei nicht in einem NFS-Verzeichnis befinden)
Nun findet man im Unterverzeichnis /mnt/cdrom den Inhalt des ISO-Images, als hätte man sie tatsächlich ins Laufwerk gelegt.
Die benötigten Diskettenimages befinden sich nun im Unterverzeichnis /mnt/cdrom/images/ mit den Namen boot-0.9.9.img und drivers-0.9.9.img, welche darauffolgend mittels dd auf die Disketten geschrieben werden sollten (auch hierfür benötigt man root-Rechte):
>> dd if=/mnt/cdrom/images/boot-0.9.9.img of=/dev/fd0 bs=1k count 1440und analog für die Treiber-Diskette.
Das eigentliche ISO-Image plaziert man nun im Netz auf einem Web- oder FTP-Server, damit sich Smoothwall die Datei später bei der Installation mittels wget übers Netz herunterladen kann.
Nun kann man entweder mittels bootfähiger CD-Rom oder mit den erzeugten Disketten
die Installation starten. Aber Vorsicht: Smoothwall erlaubt kein Betriebssystem neben sich;
es löscht während der Installation unwiderruflich die gesamte Festplatte und ist somit nicht
für einen Test auf Ihrem Arbeitsplatzrechner geeignet.
Der Benutzer hat keine Möglichkeit in den Prozess der Festplatten-Partitionierung
einzugreifen, stattdessen erfolgt die Aufteilung in Boot-, Swap, Log- und System-Partition
vollautomatisch.
Die Eingaben während der Installation sind auf ein Minimum beschränkt; Probleme
könnten eigentlich nur die Netzwerkkarten bereiten.
Speziell bei ISA-Netzwerkkarten versagt häufig eine automatische Erkennung, hier muß dann
manuell die IO- und eventuell auch noch die IRQ-Adresse eingegeben werden.
Aber auch moderne PCI-Karten mit Plug'n'Play können bei alten Mainbords zu seltsamen
Erscheinungen führen. Hier versagt häufig die automatische IRQ-Zuweisung.
Abhilfe schafft hier eine explizite Zuweisung der IRQ-Adressen zu den jeweiligen PCI-Slots
des Boards, welche direkt im BIOS vorgenommen werden kann.
Nähere Hinweise zur Installation liefern die sehr ausführlichen Anleitungen, die sowohl in englisch, als auch in deutsch erhältlich sind unter http://www.smoothwall.org/community/docs/.
Großer Nachteil der Installation ist das Fehlen jeglicher Fehlertoleranz. Nicht nur, daß es keine Möglichkeit gibt eine fehlerhaft erfolgte Eingabe nachträglich mittels eines "Zurück"-Knopfes erneut zu tätigen, zusätzlich wird bei jedem Auftreten eines Fehlers die Installationsprozedur abgebrochen, und es wird nur die Möglichkeit eines Reboots angeboten.
Zwar besitzt das Installationsprogramm eine Minimal-Shell, jedoch ist ihr Einsatz fraglich, da nach Auftreten des Fehlers sowieso ein Reboot erfolgen muß. Ein Lösen des Problems per Hand ist somit auch von der Shell aus nicht möglich.
So trat z.B. beim Testsystem A während der Initialisierung der Swap-Partition immer ein
I/O-Error auf. Ein Lösen des Problems konnte nicht erfolgen.
Stattdessen blieb nur ein Ausweichen auf die älteren Boot-Disketten der 0.9.9, wobei
anschließend problemlos das ISO-Image der 0.9.9SE übers Netz installiert werden konnte.
| Testsysteme | |||||
|
Im nächsten Installationsschritt müssen die zusätzlichen Netzwerkkarten und, falls vorhanden,
die ISDN-Karte installiert werden.
Um die Administration der Firewall möglichst einfach zu gestalten, werden die einzelnen
Subnetze, zwischen denen die Firewall später vermitteln soll, nach Farben eingeteilt.
- Die rote Netzwerkkarte steht für die Verbindung zum Internet, also dem am
wenigsten vertrauenswürdigen Teil des Netzwerkes. Diese Verbindung kann wahlweise mittels
Modem, DSL oder ISDN aufgebaut werden (es werden sogar USB-DSL Modems unterstützt).
- Hinter der orangen Netzwerkkarte verbirgt sich die demilitarsierte Zone, also der "halbwegs" vertauenswürdige Bereich.
- Verbindung zum LAN wird durch die grüne Netzwerkkarte bereitgestellt.
Nach Eingabe der Passwörter für den Superuser (root) und des Administrators, mit dessen Account man sich später beim Web-Frontend anmelden kann, ist die Installation bereits abgeschlossen.
Konfiguration und Administration
Nach erfolgter Installation und dem nachfolgenden Reboot kann man die Firewall mittels
Webbrowser vom LAN aus unter der eingestellten IP-Adresse (z.B. 192.168.1.1) erreichen.
Die Verbindung kann einerseits via HTTP auf Port 81 oder mittels HTTPS auf Port
445 erreicht werden.
Dies erleichtert die Administation des Rechners natürlich ungemein, allerdings geht davon
auch eine nicht zu unterschätzende Gefahr aus. Denn nichts ist leichter, als ein via HTTP
übertragenes Passwort abzufangen; allerdings muß der Angreifer dafür natürlich bereits im
LAN sitzen, um den Netzwerkverkehr zur Firewall abhören zu können.
Dieser Gefahr bewusst, sollte man bei potentiellen Mitlauschern die verschlüsselte
HTTPS-Verbindung bevorzugen.
Zugriff auf das Linux-System der Firewall kann weiterhin mittels SSH erfolgen. Hierfür kommt das Web-Frontend mit einem auf Mindterm (www.appgate.com/mindterm/) basierenden Applet, welches die SSH-Verbindung zum Server herstellt. (Aus lizenzrechtlichen Gründen unterstützt Mindterm aber noch nicht das SSH2-Protokoll, so daß die Verbindung mittels SSH1 hergestellt wird.)

SSH-Sitzung per Java-Applet. Smoothwall sucht gerade nach der neu installierten Netzwerkkarte.
Von der somit geöffneten Konsole aus lassen sich nun Änderungen am System vornehmen, wobei die Konsole
wohl hauptsächlich für Konfiguration der Netzwerkkarten genutzt wird, denn die meisten anderen
anfallenden Aufgaben lassen sich auch per Web-Frontend und den damit erreichbaren CGI-Skripten
erledigen.
Für die nachträgliche Konfiguration der Netzwerkkarten ist das eigens für Smoothwall programmierte
Programm "setup" konzipiert.
Mit Hilfe dieses Programmes kann man sogar die Netzwerkkarten über eine Netzwerksitzung
konfigurieren, denn beim Laden und Entfernen der Kartentreiber wird penibel darauf geachtet, daß die
bestehende SSH-Sitzung nicht unterbrochen wird.
Das Einspielen neuer Updates gestaltet sich dank Web-Frontend spielend einfach. Hat man
erstmal die neuesten Patches von der Smoothwall-Homepage heruntergeladen (http://www.smoothwall.org/community/get/download/patches/),
kann man diese mittels Web-Browser auf die Firewall hochladen und automatisch installieren
lassen. Abhängig von der Art des Patches muß die Firewall danach u.U. neu gebootet werden (was
auch via Web-Frontend getätigt werden kann).
Allerdings sollte der Benutzer schon ein Grundvertrauen in den Web-Server von www.smoothwall.org
besitzen. Sollte dieser nämlich gecrackt, und die dortigen Patches manipuliert werden,
würden alle Smoothwall-Systeme mit blindem Vertrauen diese Pakete installieren.
Zumindest ein MD5-Wert der Pakete könnte das Vertrauen in die
getätigten Updates steigern, leider gibt es derartige Angaben nicht...
Paranoide Naturen sollten ihre Firewall erst im bereits existierenden LAN installieren und konfigurieren und erst nach Installation aller Patches gegen eine vielleicht bereits existierende Firewall austauschen. Allerdings lassen sich Updates erst installieren, wenn die Firewall die Internetverbindung selbst aufgebaut hat, und somit korrekte Gateway-Einstellungen besitzt. Denn die Firewall installiert Patches erst, nachdem eine Liste der offiziell erhältlichen Dateien aus dem Netz geladen werden konnte. Dafür muß aber der noch alte Gateway des vorerst noch genutzten Rechners eingestellt werden, der die Internet-Verbindung aufgebaut hat. Dazu gibt man in der SSH-Konsole folgendnen Befehl ein:
>> route add default gw 192.168.1.1wobei als IP-Adresse selbstverständlich diejenige des eigenen Gateways eingesetzt wird.
Probleme beim Einspielen der Updates traten beim Testsystem A auf. Hier konnten die
umfangreicheren Patches (speziell Fix-4) nicht eingespielt werden, da der Web-Browser noch
vor Beenden der Installation in ein Time-Out lief. Da das System nur über 8MB RAM verfügte,
und der PC bei der Installation viel Gebrauch von der SWAP-Partition machte, dauerte die
Patch-Installation einfach zu lange.
Dummerweise wurde die Installation des Patches aufgrund des Time-Outs nicht beendet.
Eine Installation per Hand hätte natürlich problemlos Abhilfe gebracht, doch gibt es dazu keine
Dokumentation (Es reicht aber, die Patch-Datei mittels scp auf die Firewall zu übertragen, dort zu entpacken
und das darin enthaltene Script "setup" auszuführen. Allerdings erscheint das Patch dann nicht
der Update-Liste der Web-Seite.)
Ein 4x86 mit 8MB Ram war demnach eindeutig zu schwach ausgerüstet für die Firewall.
T-DSL
Weiterer wichtiger Aspekt für viele Benutzer ist bestimmt die Unterstützung von T-DSL.
Smoothwall unterstützt von Haus aus DSL Verbindungen und kann in den meisten Fällen auch
zusammen mit T-DSL benutzt werden. Jedoch ist die Eingabe des User-Namens bei T-DSL etwas
umständlich, da dieser aus mehreren personengebunden Daten zusammengesetzt werden muß.
Als T-Online-Kunde erhält man z.B. folgende Personendaten:
- Anschlusskenung - 000920367867
- Zugehoerige T-Online-Nummer - 530014442280
- Mitbenutzernummer/Suffix - 0001
- Personliches Kennwort - 03387223
Username : 000920367867530014442280001@t-online.deAls Passwort wird ganz ohne Zusatz das Persönliche Kennwort benutzt:
Password : 03387223Die Einträge "Service name" und "Concentrator name" können freigelassen werden.
Die T-DSL-Einwahl funktioniert allerdings nicht bei allen Zugängen. Sollten Sie zu denjenigen
Personen gehören, die zu den allerersten DSL-Kunden von T-Online gehören, kann es zu Problemen beim
Verbindungsaufbau kommen. In diesem Fall wählt die Firewall ohne Erfolg.
In der "/var/log/messages" Datei finden Sie dann auch den Eintrag
T-DSL :"Timeout waiting for PADO socket"Was ist da passiert? Die Antwort geht etwas ins Detail, soll aber nicht verschwiegen werden:
Zum Aufbauen der DSL-Verbindung schickt ihre Netzwerkkarte per Broadcast eine Anfrage an die Gegenseite und wartet dann auf eine Antwort. Sollte es keine Antwort geben, wird die Anfrage noch einige male wiederholt, bis aufgegeben wird.
Die Anfragen der Netzwerkkarte kann man z.B. mittels des Tools tcpdump mitbelauschen. Ein standardmäßiger Aufbau einer PPPoE-Verbindung würde dann etwa fonlgendermaßen mitzulesen sein
| tcpdump -i ppp0 | ||||||||||
|
Schritt (1) ist der Broadcast der Netzwerkkarte an den Server der Gegenseite. Dieser antwortet
daraufhin unter (2) mit seinem Namen (Access-Concentrator Name) und bietet uns seine Dienste an.
Als Antwort schicken wir ihm dann unter (3) eine Anfrage über den von uns gewünschten Dienst zurück
("Service Request"). Letztendlich wird dann unter (4) vom Access-Concentrator die Verbindung aufgebaut
(im Beispiel mit der Verbindungsnummer 0x5340). Ab (5) findet dann die Kommunikation via
PPP-Over-Ethernet statt. Die Verbindung wurde erfolgreich aufgebaut.
(viele weitere interessante Informationen zum Thema DSL findet man unter
http://www.ruhr.de/home/nathan/FreeBSD/tdsl-freebsd.html,
allerdings für FreeBSD-Systeme.)
Leider antworten die älteren T-Online Access-Concentrator nicht auf den Broadcast des Linux-PCs, so daß keine Verbindung aufgebaut werden kann. Abhilfe schafft zwar normalerweise eine neuere Version des PPPoE Treibers wie z.B. die Treiber von "Roaring Penguin" http://www.roaringpenguin.com/pppoe/, allerdings bleibt das Austauschen solcher Komponenten bei "All-In-One" Systemen wie Smoothwall nicht ohne Folgen, weil danach die Bedienung der PPPoE-Verbindung mittels Web-Frontend u.U. nicht mehr funktioniert. Die Komponenten des Systems sind eben zu sehr voneinander abhängig.
Sollten Sie unglücklicherweise einer dieser T-DSL-Kunden sein bei denen die Gegenseite gerne
Stumm bleibt, ist ein Einsatz von Smoothwall schlicht nicht möglich.
In diesem Fall müssen Sie auf IPCop (s.u.) ausweichen, da für diese Firewall bereits
das nötige Update der PPPoE Treiber existiert. Mehr dazu aber später.
Weitere Eigenschaften
Smoothwall kommt mit einer Reihe weiterer nützlicher Tools, die bequem per Web-Frontend
konfiguriert werden können.
Zunächst natürlich erstmal die Regeln, welche Ports in die demilitarisierte Zone weitergeleitet,
bzw. welche abgeblockt werden.
Zusätzlich kommt Smoothwall mit integriertem DHCP-Server und Web-Proxy (Squid). Außerdem können
mehrere Einwahl-Profile erstellt werden, so daß zwischen verschiedenen Zugangsanbietern ausgewählt
werden kann.
Weiterhin kann ein "Intrusion Detection System" (kurz IDS) aktiviert werden, welches eine Vielzahl von
Angriffsversuchen erkennt und protokolliert. Eine tiefergehende Konfiguration dieses Tools ist
jedoch nicht (zumindest per Web-Frontend) möglich.
Sehr hilfreich ist auch die integrierte Unterstützung von dynamischen DNS-Anbietern, wie z.B.
www.dyndns.org, die es einem Internet-User ermöglichen,
trotz wechselnder IP-Adresse bei jeder Internet-Einwahl ständig unter dem selben Domain-Namen
erreichbar zu sein.
Möchte man von der DMZ aus Dienste fürs Internet anbieten, besitzt aber keine feste IP-Adresse,
ist ein derartiger Dienst unschätzbar, und dabei sogar größtenteils kostenlos erhältlich.
Die Einwahl mittels ISDN-Karte wird selbstverständlich auch unterstützt. Allerdings ist eine Kanalbündelung hierbei nicht möglich.
Sehr interessant ist auch die Installation eines VPN (Virtual Private Networks). Hiermit kann man zwei verschiedene LANs über das Internet miteinander verbinden. Sämtliche Kommunikation, die dabei über das Internet läuft, wird dabei verschlüsselt übertragen. Auf der Gegenseite muß dafür nicht einmal eine weitere Smoothwall Firewall stehen, sondern nur ein System, welches das benutzte IPSEC unterstützt.
Für weitere Fragen bezüglich der Installation und Administration der Firewall gibt es sowohl eine Mailing-Liste als auch einen IRC-Kanal für dringende Fragen. Weitere Hinweise findet man unter: http://www.smoothwall.org/community/interact/
Firmenphilosophie
Wie es scheint, ist Smoothwall doch ein durch-und-durch gelungenes Paket, trotz vielleicht kleinerer Mängel. Allerdings hat es Smoothwall geschafft, regelmäßig schlechte Presse zu erhalten. Weniger wegen eines minderwertigen Produktes, sondern vielmehr wegen der Firmenpolitik der hinter Smoothwall stehenden Firma "Smoothwall Limited".
Smoothwall Limited verdient ihr Geld mit Sicherheitstechnik, speziell eben professionelle
Firewalls. Die unter GPL vertiebene Smoothwall ist sozusagen die kleine Schwester dieser
professionellen Varianten.
Leider wird die Smoothwall-GPL-Variante anscheinend auch mit entsprechend geringer Priorität
behandelt.
Am ehesten verdeutlicht dies wohl folgende Mail, die Guido Stepken (bestimmt einigen bekannt als Sicherheits-Experte und insbesondere durch seine Firewall-Texte unter www.little-idiot.de/firewall/) erhalten hat, nachdem er "Smoothwall Limited" auf eine Reihe von Sicherheitslöcher hinwies:
| Mail-Antwort von Smoothwall |
.... I have sent this off to the submissions department to be evaluated. They will reply to you to get more specifics. I am not going to approve it to the list until they have had a chance to verify that these things are "solved", but some of what you have solved, are the things we have in the corporate version, and so putting them in the GPL version prevents us a chance to make a living. So many people tell us they don't want us to ask for money for GPL, this will only ensure that we can't make money with the commercial either. I believe I also said in the first reply that sales@smoothwall.org does send a receipt to those who donate, but that is also not handled by this list, but by them. Rebecca Ward Worldwide Online Manager Smoothwall Users List Co-Moderator |
Nicht nur, daß Sicherheitsupdates anscheinend niedrigere Priorität bei der GPL-Variante haben,
es entsteht hier zusätzlich noch der Eindruck, daß einige Sicherheits-Updates gar nicht in die
GPL-Variante einfließen sollen, damit ein Kaufanreiz für die kostenpflichtigen Varianten
entstehen.
Aber welcher GPL-Entwicker sollte dann noch Sicherheitsmängel an Smoothwall-Limited melden, wenn
er dabei immer den Eindruck erhält statt für die Linux-Gemeinschaft, einer Firma in die Hand
zu arbeiten?
Die Lösung dieses Problems war kurz und einfach. Da Smoothwall unter GPL vertrieben wird, und
dementsprechend auch der Quellcode zur Verfügung stehen mußte, entschlossen sich mehrere freie
Entwickler, basierend auf diesem Quellcode eine eigene Firewall-Distribution zu veröffentlichen
(einen sog. "Fork" zu tätigen). Dies führte (und führt eigentlich immer noch) zu Spannungen zwischen
den IP-Cop Entwicklern und Richard Morrell von Smoothwall.
Weil "Smothwall Limited" nun nicht mehr so überzeugt vom Schritt in Richtung GPL ist, wird die GPL-Variante
bis auf Sicherheitspatches nun nicht mehr weiterentwickelt, und soll demnächst durch ein sog. "Smoothwall Lite"
ersetzt werden, die dann unter einer eigenen Lizenz vertrieben wird.
Ein Grund mehr, auf den GPL-Fork umzusteigen. Diese neue Variante hat nun den Namen ...
IPCop 
und ist unter ipcop.sourceforge.net erhältlich.
IPCop basiert momentan noch vollständig auf Smoothwall-0.99SE, bietet aber einige
weiterführende Sicherheits-Updates an, die Smoothwall nicht enthalten hatte, oder erst
mit Verspätung lieferte.
Installation und Administration verlaufen entsprechend absolut analog wie bei Smoothwall, nur
daß die Logos ausgetauscht wurden und die Installation bisher nur auf englisch erfolgt.
Entsprechend hatte auch IPCop Probleme bei der Installation auf dem Testsystem A, ließ sich aber auf dem System B fehlerfrei installieren.

Einspielen neuer Updates bei IP-Cop.
Vor allem diejenigen, die unter Smoothwall Probleme mit ihrem T-DSL Zugang hatten, sollten umgehend auf IP-Cop umsteigen, da hier die bereitgestellten Updates das oben beschriebene Fehlverhalten beheben.
Um diese Updates aber einspielen zu können, benötigt man eine Verbindung zum Internet.
Diese muß folglich vorerst ersatzweise durch einen anderen Gateway-Rechner aufgebaut werden.
In der IP-Cop Konsole stellt man daraufhin diesen anderen Rechner als Gateway mittels:
>> route add default gw 192.168.1.1ein, wobei die IP-Adresse natürlich abhängig vom eigenen Gateway ist.
Zusätzlich muß die Namensauflösung in der Datei /etc/resolv.conf konfiguriert werden. Ganz ohne jeglichen Editor geht sowas schnell mittels
>> echo "nameserver 212.185.253.70" > /etc/resolv.confNun können die Sicherheits-Patches problemlos eingespielt werden und ab dann die Internet-Verbindung mittels IP-Cop aufgebaut werden.
Ansonsten sind beide Distributionen nahezu identisch, so daß sämtliche unter Smoothwall zur Verfügung stehende Eigenschaften auch unter IP-Cop zur angeboten werden.

Kofiguration des Dynamischen DNS-Anbieters.
Die Entwickler basteln bereits an einer neuen Version von IPCop, die auch
intern grundlegend neustrukturiert sein soll und dann nicht mehr auf "Smoothwall GPL" basiert.
Bis diese Entwicklung abgeschlossen ist, wird weiterhin die bisherige Version durch
Updates gepflegt.
Links:
- Smoothwall Homepage: www.smoothwall.org
- IP-Cop Homepage: ipcop.sourceforge.net
- IP-Cop Forum: ipcop.hopto.org/
- Hompage von Guido Stepken, mit vielen interessanten Informationen zum Thema Smoothwall und Firewall im allgemeinen www.little-idiot.de/firewall/
- Informationen zun TDSL und deren Benutzung unter Free-BSD: http://www.ruhr.de/home/nathan/FreeBSD/tdsl-freebsd.html
- PPPoE-Treiber: http://www.roaringpenguin.com/pppoe/
Anmerkungen zu diesem Artikel
| [2] | ipcop ipcop und squid | Kellner | 18-5-2003 |
| [10] | ipcop kein zugriff in die dmz | opi | 21-2-2003 |
| [4] | Smoothwall 1.0 Fehler bei Installation | paule | 19-2-2003 |
| [2] | IPCOP GUI PORT KONFIGURATION Port Konfiguration | Schuemi | 19-2-2003 |
| [2] | IPCop und Starmoney keine TCP-Verbindung | Mr. Big | 18-2-2003 |
| [5] | Smoothwall + Co Autom. Reconnect | alex | 21-1-2003 |
| [2] | IPCop / Smoothwall | JANHB | 29-11-2002 |
| [7] | SmoothWall & AVM Probleme mit ISDN-Adapter | konstant | 14-11-2002 |
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