Linux Mandrake 8.1 - Testbericht
Linux Mandrake 8.1 - der zweite Geselle in der 8er Reihe bei Mandrake - wird in diesem Bericht auf Herz und Nieren getestet. Lohnt sich die Anschaffung des 89,- DM teuren Paketes? Läuft es auch auf meinem System? All diese Fragen sollen in diesem Testbericht unter die Lupe genommen werden.
I. Vorwort
II. Testsysteme
III. Bezugsquellen
1. Das Paket
1.1 Der Inhalt
1.2 Gimmicks
1.3 Errata und Sonstiges
2. Die Anleitungen
2.1 Das Installations- und Benutzerhandbuch
2.2 Die Referenz
3. Das Betriebssystem
3.1 Die Installation
3.2 Die Benutzung
3.3 Vor- und Nachteile von Linux Mandrake
3.4 Awards
4. Daten
& Fakten
4.1 Die Aktualität
4.2 Preis/Leistung
4.3 Support
I. Vorwort
Mandrake
ist ein Distributor aus Frankreich, der auf der Basis von RedHat's
Linux eine eigenständige, erweiterte Distribution entwickelt. Als Abkürzung
wird folgend MDK stellvertretend für ManDraKe [Linux] verwendet. Vergleichen
werde ich ggf. mit MDK 8.0 und SuSE 7.0 Professional. Der Bericht wird so einfach
formuliert wie möglich, jedoch kann es vorkommen, dass einige Details
zu unverständlich sind. Sollte dies der Fall sein, so schreibt Eure Fragen in den
Kommentarbereich am Ende des Artikels
Um MDK8.1 ausgiebig testen zu können, habe ich zwei aktuelle Systeme zur Testinstallation zu Rate gezogen. System I ist mit "Linux-Ready" Hardware ausgestattet, d.h. zu jeder notwendigen Hardware ist der Chipsatz bekannt und unterstützt. Die ISA Netzwerkkarte wurde mit Absicht von Plug'n'Play auf feste IRQ und IO Werte gesetzt, da MDK8.0 damit seine Probleme hatte. Wenn die Karte auf der "Factory-Setting" Plug'n'Play belassen wird, finden MDK8.0 & MDK8.1 die Karte ohne Probleme. Die Grafikkarte ist zu Testzwecken auch an passender Stelle, da so die Kompatibilität mit aktueller Hardware getestet werden kann.
| System I | ||||||||||||||||||||
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System II ist ein Sony VAIO PCG-FX301. Als Probleme können nur die Grafikkarte und der Firewireanschluss in Betracht kommen. Glücklicherweise stellte sich heraus, dass keine dieser Komponenten irgendwelche Probleme bereitete.
| System II | ||||||||||||||||
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III. Bezugsquellen
Mandrake Linux kann - ohne
zusätzliche Kosten - direkt aus dem Internet von der Mandrake Seite via
FTP oder HTTP heruntergeladen werden. Dieser Download umfasst 2 CDs im ISO Format.
Von der ersten CD kann dann die Installation direkt gestartet werden.
Das PowerPack (Preis: 89,- DM) hingegen, bietet viel mehr als nur diese 2 CDs
- sieben (7!) CDs voller Applikationen, Aufkleber, ausführliche Anleitungen,
Support und das schöne Gefühl dem finanziell angeschlagenem Unternehmen
zu helfen. Jedem ist es überlassen. Falls Sie jedoch ein Anfänger
in Sachen Linux sind, empfehle ich die PowerPack Edition, da die beliegende
Lektüre dem Einsteiger hilfreich zur Seite steht. Und falls das nicht reicht,
genügt ein Anruf oder eine Email an Mandrake und die Probleme sind professionell
und schnell gelöst.
1. Das Paket
Die Hülle des neuen Betriebsystems stellt sich recht geschmackvoll dar. Ausführliche Informationen über den Inhalt und die unterstützte Hardware sind richtig und auffallend platziert. Jedoch haben die Übersetzer, glaube ich, einige verwirrende Fehler auf der Packung hinterlassen.
1.1 Der Inhalt
Das Paket beherbergt die 2 Anleitungen, eine Liste der im Handbuch gemachten Fehler, die 7 CDs und schliesslich einen A5 grossen Zettel mit 17 Aufklebern. Auf die Anleitungen werde ich später genauer eingehen. Die Aufkleber sind positiv auffallende Gimmicks. Die CDs sind einzeln in Plastikhüllen aufbewahrt. Nach einigem Öffnen und Schliessen gehen die Nähte allerdings kaputt - also am Besten gleich zu stabileren Hüllen greifen. SuSE hat dieses Problem besser gelöst: eine aufklappbare CD Box, die mit den Ausmaßen von 2 CD-Hüllen aufwartet.
1.2 Gimmicks, 
die den Käufern ein Gefühl der Vertrautheit mit dem neuen Betriebssystem vermitteln sollen. Passende Aufkleber für die "Hersteller-Logo-Vertiefung" vorn am Gehäuse sowie Aufkleber für die 5,25" Schächte. Auch für Personen, die mit ihren Briefen ausdrücken wollen "ich benutze es", finden 8 passende Aufkleber für diesen Zweck (bei Mandrake scheinen die diese Aufkleber en masse zu drucken - 7 Aufkleber waren auf dem Packet von Mandrake).
1.3 Errata und Sonstiges
Fehler sind menschlich.
Verwirrende Fehler sind schlimm. Fehler wie "Alle SCSI-Speichermedien sind
SCSI-Controller abhängig" sind davon noch die leichten Fälle.
Schwieriger wird es bei Dingen wie "CD-ROM/DVD-ROM/CD-Brenner: Alles SCSI,
IDE, PCMCIA und ....". Diese Fehler sind auf dem Paket zu finden. Im Inneren
wird schon offener mit Fehlern umgegangen: man findet eine Errata. Mit vollständigen
Texten und Bildern werden dem Benutzer die gemachten Fehler gestanden (in der Errata steht:
"... nach Drucklegung am Produkt geändert ..."). Glücklicherweise
lassen sich in der Errata keine Fehler finden ![]()
Auch Eigenwerbung lässt sich im Paket finden. Zettel wie "Wie bestelle
ich mehr Mandrake-Produkte" empfinde ich eher als stöhrend, da auch
auf der Hauptinformationsquelle - www.mandrake.com - für die Produkte ausgiebig
geworben wird.
2. Die Anleitungen
Generell gesehen, ersetzen die von Mandrake mitgelieferten Anleitungen weiterführende Lektüre. Postitiv anzumerken ist, dass die Anleitungen in verschiedenen Formaten (Online, PDF, Zip...) in allen verfügbaren Sprachen einzusehen sind. Falls Sie einmal auf eine andere Linux (nicht-Mandrake-Distribution) umsteigen wollen, werden Ihnen diese Bücher auch weiterhelfen.
2.1 Das Installations- und Benutzerhandbuch
Um dem Benutzer einen leichten
Einstieg und eine reibungslose Installation zu gewährleisten, tut Mandrake
anscheinend alles. Die Installation verläuft auf beiden Systemen reibungslos
Mein Vater, der noch nie von Linux gehört hatte, konnte mir MDK8.1 installieren.
Trotzdem gibt Mandrake noch eine (fehlerfreie) Installationsanleitung.
Schritt-für-Schritt
wird klargemacht, wie sich MDK8.1 verhalten wird, wenn nun die eine oder andere
Schaltfläche gewählt wird. OnScreen Hilfe, die immer ratgebend zur
Seite steht, unterstützen diese Schritt-für-Schritt Anleitung zusätzlich.
In derselben Anleitung ist auch das Benutzerhandbuch. Chronologisch korrekt
und ausführlich begleitet dieses Handbuch den Anfänger wie auch den
Profi durch den alltäglichen Gebrauch.
Auf GNOME und KDE wird besonders eingegangen, da dies die Standardbenutzeroberflächen
sind. Jedoch wird auch auf die Konsole vorbereitet. Die Texteditoren 'vi' und
'emacs' werden vertraut gemacht und die wichtigsten Befehlen (+ein paar mehr) ebenso.
2.2 Die Referenz
Dieses praktische Buch umfasst
300 Seiten (inkl. Glossar und Befehlserläuterungen). Es ist allgemeiner
gehalten als das Installations- und Benutzerhandbuch und richtet sich an alle,
die mehr erfahren möchten. Wie funktioniert was? Welchen Befehl kann ich
benutzen? Das Problem stört - wie kann ich es beheben? Solche Fragen werden
nochmals eingehend besprochen. Allgemein bekannte Fehler und Probleme werden
sinnvollerweise schon im Benutzerhandbuch erläutert.
Der Glossar erweitert nicht nur das Wissen um Mandrake Linux, sondern auch das
Wissen der Computerbegriffe. Begriffe wie "Grafikkarte" und "virtuelle
Arbeitsfläche" fanden den Weg in den Glossar wie auch "DHCP"
und "IP".
Im Appendix der Referenz stösst man auf die deutsche Übersetzung der
häufig anzutreffenden GPL
(Gnu Public License).
3. Das Betriebsystem
Linux ist eigentlich nur der Kern des Betriebssystems - auch Kernel genannt. Alles drumherum muss passend zusammengestellt werden. Dieser Aufgabe nehmen sich verschiedene Distributoren an. So auch SuSE, RedHat, Debian und Mandrake - um nur einige zu nennen.
3.1 Die Installation
Auf beiden Systemen verlief die
Installation reibungslos. Zu Beginn der Installation wird man gefragt, ob die Installation im
Normalen- oder im Expertenmodus gestartet werden soll. Wählt man den Expertenmodus,
so wird man gefragt, welche Hardware im System steckt, wie der Rechner im Netzwerk heissen
soll, und explizit, welche Pakete man installiert haben möchte. Diese Option ist wirklich nur
zu wählen, wenn es Probleme mit der Installation gibt. Auch im Expertenmodus stehen
Ihnen natürlich die Referenz und die Online-Hilfe zur Seite.
Auf SYSTEM I wurde alles erkannt - bis auf die Nicht-Plug'n'Play-Netzwerk-Karte.
Dies war jedoch kein grosses Problem, da man auch die Adressen einer Netzwerkkarte
manuell übergeben kann. Negativ fiel auf, dass man trotz zweier CD-Rom-Laufwerke nur
eines für die Installation verwenden kann. SuSE und Slackware lösten dies
besser und suchten in beiden CD-Laufwerken nach der nächsten Installations-CD. Vielleicht
eine Anregung für MDK8.2.
Zusätzlich konnte nach dem Reboot nach der Installation nicht die grafische
Oberfläche geladen werden. Auf der Homepage durfte ich dann lesen, dass dieses Problem
an "fehlenden Modulabhängigkeiten" liege (nur NVIDIA-Chipset-Karten). Zum Glück war
dort eine Anleitung, sonst hätte mein Vater die Installation wohl nicht geschafft. Solche
Fehler sollten vermeidbar sein.
System II verhielt sich genauso kooperativ. Der Firewireanschluss, die
Grafikkarte und alles andere auch, wurden korrekt erkannt und installiert.
3.2 Die Benutzung
Die Benutzung von Linux wurde von
Mandrake stark verbessert und erweitert. So wird man bei erster Anmeldung nach seinem
e-Mail Zugang gefragt. Falls man diese Daten eingibt, wird das e-Mail Programm automatisch
eingestellt. Ebenso wird man nach einer Oberfläche gefragt, die am Besten gefählt.
Das Handbuch gibt an dieser Stelle viele Anleitungen und Tipps zur Benutzung. Einleitungen
zu den gängigsten Office-Programmen finden Sie samt Screenshots.
Positiv für Einsteiger wird das vorsortierte Startmenü sein.

Um Software zu installieren, benötigen Sie jetzt nur noch die zu installierende Datei. Nach einem Klick auf diese Datei wird der Benutzer nach dem Administrator-Passwort gefragt, und bei korrekter Antwort öffnet sich automatisch der Software-Installer. Dieser überprüft die Abhängigkeiten und führt die Installation automatisch durch.
Neue Hardware kann auch noch nach der Installation nach beilieben hinzugefügt und entfernt werden. Hier wurde die TV-Karte gefunden. USB-Geräte können auch während das System läuft angeschlossen werden. Die zugehörigen Module ("Treiber") werden automatisch geladen.
3.3 Vor- und Nachteile
Hier mal eine kleine Tabelle der Vor- und Nachteile von Mandrake Linux 8.1:
| Vor- und Nachteile | ||||||||||||
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4. Daten & Fakten
Um nicht zu systemspezifisch zu urteilen, werde ich nun ein paar Faken & Daten nennen.
| Daten & Faken zu MDK8.1 | ||||||||||||||||
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4.1 Die Aktualität
Das Paket besteht aus den neusten Versionen der Software. Z.T. sind auch preview Versionen auf den CDs zu findnen. Dies spricht für die Topaktualität Mandrake's Linux.
4.2 Preis/Leistung
Schwer zu beurteilen ist die Leistung von Mandrake, da ein Distributor jediglich die
Software zusammenstellt. Anzumerken ist aber, dass Mandrake weitaus mehr
geleistet hat. Sie programmierten nützliche und benutzerfreundliche Applikationen, die
den Ein- bzw. Umstieg erleichtern.
Aufgrund der von Mandrake investierten Arbeit in die Erleichterung der Bedienung, schneidet
MDK8.1 positiv ab. Die Gimmicks, das Brennen der CDs, Übersetzen der
Handbücher und das Drucken kosten ja auch Geld. Und für 89 DM bekommt man sonst
noch nicht mal eine optische USB Maus.
4.3 Support
Falls mal ein Problem auftreten sollte, benötigen Sie - ggf. als Anfänger - oft
Hilfe. Die Handbücher können nicht alle potenziellen Probleme
abdecken. Deshalb gibt es den sog. Support. Mandrake bietet diesen auf verschiedene
Weise an (Vorraussetzung: Kauf eines PowerPacks):
| Mandrake Supportpakete | |||||||||||||||
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FAZIT
Mandrake hat sich wiedermal viel Mühe gemacht, die benutzerfreundlichste
Distribution zu liefern. Doch dabei haben sie mehrere Fehler gemacht (siehe oben).
Supermount zu deaktivieren und nachträglich zu aktivieren, schlägt auf 4 von
5 Rechnern (nachträglicher Test) fehl. Wer also entweder viel Nerven hat oder die
Medien per Befehl mounten/unmounten will, ist bei dieser Distribution richtig.
Trotzdem ist die Distribution durchaus gelungen. RPMDRAKE, der Software-Manager, erleichtert
die Installation von RPM-Paketen und verwaltet diese übersichtlich. WIZDRAKE,
der Wizzard-für-alles, ist praktisch, wenn man die gesamte Konfigurationen in 11
simplen Schritten durchführen will. Von eMail bis Firewall ist alles dabei.
Unterm Strich kommt Mandrake 8.1 gut weg, auch wenn ich persönlich einen Einstieg
mit Version 8.0 bevorzugen würde, da die 8.0 Version weniger Fehler beinhaltet.
Wer allerdings auf SuperMount, das nebenbei auch ein Sicherheitsrisiko darstellt, und
Wine verzichten kann - oder beides manuell installieren/einrichten will - sollte sofort
in den nächsten Buchladen oder ins nächste Geschäft laufen und den
Angestellten bitten, eine Mandrake 8.1 PowerPack-Distribution zu überreichen.
Anmerkungen zu diesem Artikel
| [2] | Mandrake 9.1 mit LVM installieren | geriom | 22-4-2003 |
| [1] | Hilfe !! Mandrake vergisst Maus nach Neustart ?!?! Siemens USB Mäuse | skyworm | 02-4-2003 |
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