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Artikel vom 28.12.2001
Autor: Sascha Kloss
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KaZaA4Linux

KaZaA und Morpheus sind Werkzeuge, die für einige Leute bereits nicht mehr wegzudenken sind. Software, Videos und Musik - alles 'at-a-touch-of-a-key'. Beide funktionieren ähnlich wie Napster. Jedoch mit einem kleinen Unterschied: es gibt keine Server zum Abschalten ...

Update (1.03.02)
Wegen der Einstellung der Weiterentwicklung des Linux-Kazaa Clients und nach einer erneuten Umstellung des FastTrack-Protokolls kann man sich nun nicht mehr unter Linux in das FastTrack-Netzwerk einloggen.
Auch der im unteren Abschnitt beschriebene Trick mittels Vortäuschen einer fremden SuperNode funktioniert nicht mehr.

Mittlerweile versucht auch das GPL/Linux-Projekt giFT nun nicht mehr einen zu FastTrack kompatiblen Client zu entwickeln, sondern vielmehr gleich ein eigenes Protokoll zu etablieren (OpenFastTrack), welches jedoch an FastTrack orientiert sein soll.


Das Netzwerk

Das Netzwerk ist anders aufgebaut als das von Napster. SuperNode heißt das Zauberwort. Jeder mit einem schnellen Internetzugang (und einem schnellen Upstream) wird zu einem solchen. Sie fungieren als pseudo-Server. Alle Clients in der (örtlichen) Umgebung schicken eine Liste der zur Verfügung stehenden Dateien an den SuperNode, und dieser merkt sich, welcher Client was anzubieten hat. Bei einer Suchanfrage werden nur die ca. 100 000 SuperNodes, abgefragt und die Suche ist nach höchstens 10 Sekunden beendet. Im Gnutella-Netzwerk wird jeder (!!) Client abgefragt - also auch Leute mit einer 56k Verbindung. Und bei den vielen Leuten dauert dann die Suche auch dementsprechend lange.

Die Software

Seit Neustem gibt es also auch eine Linux-Version des KaZaA-Client. Dieser präsentiert sich in einer Tar-Datei und führt zwei weitere Dateien mit sich.
Zunächst müssen wir dieses Paket entpacken (Befehl:tar xvfz kza.linux.tar.gz) und in das neue Verzeichnis wechseln (Befehl: cd kza-[version]). Nun haben wir eine wichtige Datei vor uns: kza.
Wenn wir diese ausführen (Befehl: ./kza) kommt ersteinmal eine Lizenz:

Nun wird gefragt, ob wir diese gelesen und akzeptiert haben. Sofort nach der Bestätigung mit 'Y' werden wir gefragt, ob wir bereits einen Benutzernamen und ein Passwort haben. Falls nicht, sollen wir 'new' eingeben:

Sollten Sie einen Benutzernamen benötigen, geben Sie einfach die gefragen Werte (Password, Passwortwiederholung und eMail-Adresse) ein.
Nun probiert KaZaA uns zu verbinden - 'Connecting' erscheint oben. Hat alles geklappt, erscheint 'Online' und KaZaA hat eine Verbindung mit uns.


Suchen

Ganz wichtig ist das Suchen. Der Cursor kann mittels der Tab-Taste springen. Drücken Sie so oft Tab bis der Cursor vor dem Doppelpunkt unten erscheint. Nun geben Sie einfach ein, was Sie suchen, und drücken Enter. Nach ein paar Sekunden haben Sie mehrere Auswahlmöglichkeiten:

Mit den Cursortasten können Sie die Auswahl verschieben. Falls Sie die Auswahl herunterladen möchten, drücken Sie einfach Enter. Mit der 'Kleiner-als'-Taste "<" können Sie zwischen der Anzeige des Status der Downloads und den Suchergebnissen umschalten.
Wählen Sie am Besten ein Ergebnis mit einer hohen Verfügbarkeit. Diese wird anhand der Inhaber in der (+)-Spalte angezeigt. Je höher die Zahl, desto mehr Leute haben diese Datei und desto schneller kann sie von Ihnen heruntergeladen werden.
Am Ende finden Sie die Datei in ˜/kza-downloads. Dieser Ordner wird ausserdem als Freigabeordner verwendet. In späteren Versionen sollen Sie dann selbst Ordner freigeben können.
Doch bis dahin wird noch einige Zeit vergehen und dieser Client reicht doch auch schon - oder?

Tipps & Tricks

Vorab möchte ich Sie auffordern, Ihre Tipps zu KaZaA als Kommentar dem Artikel anzuhängen. So wird nach und nach eine kleine Trickdatenbank entstehen, die Neulingen den Einstieg erleichtern wird.

1. Downloads abbrechen

Da der Client den Abbruch der Downloads noch nicht unterstützt, müssen Sie selbst aktiv werden. KaZaA speichert die nichtfertigen Downloads auch im Verzeichnis kza-downloads im Format download[lange_Nummer].dat. Je höher die Nummer, desto später wurde der Download begonnen. Chronologisch also. Gehen Sie am Besten nach diesem Muster vor:
  1. Den Rang des abzubrechenden Downloads merken
  2. KaZaA beenden
  3. Dateien nach Name absteigend (höchster Dateiname am Ende) sortieren (z.B. im Konquerror)
  4. Der Rang des abzubrechenden Downloads entspricht nun dem der Datei
  5. Die Datei löschen
  6. KaZaA erneut starten
Nun ist der Download abgebrochen.

2. Supernode ersetzen

Nach dem Aufkaufen des holländischen Unternehmens Kazaa wurde die Tausch-Software umgeschrieben, und Lizenztechnisch dahingehend erweitert, in Zukunft als Bezahlsoftware fungieren zu können.
Der alte Linux-Client kann seitdem keine Verbindung in das FastTrack-Netzwerk herstellen und ist somit nutzlos geworden.
Mit einem Trick kann man aber den alten Linux-Client reaktivieren und auch weiterhin Dateien tauschen. Dazu ein paar Kazaa-Interna:
Nach dem Starten des Prgrammes versucht der Kazaa-Client eine Verbindung zur Kazaa-eigenen Supernode

  Name:    supernode.kazaa.com
  Address:  213.248.107.11
  
aufzubauen. Diese Supernode reagiert aber seit dem Verkauf der Kazaa-Firma nicht mehr auf anfragen am Port 1214. Nun kann unter Linux die Namensauflösung des Rechners supernode.kazaa.com ganz einfach umgangen werden, indem man in der Datei /etc/hosts dem Namen eine IP eines beliebigen anderen Rechners zuweist, der auch als Supernode arbeitet. Ein Eintrag der Form
  24.160.89.43   supernode.kazaa.com
  
am Ende der /etc/hosts hilft beispielsweise (im Moment).
Beim nächsten Start nimmt der Kazaa-Client dann, statt der nicht mehr existierenden offiziellen Kazaa-Supernode, eine Verbindung mit der in der /etc/hosts vorgetäuschten Supernode auf, und loggt sich dort als anonymer Benutzer ein. Von diesem Augenblick an, steht auch dem Linux-Benutzer das Kazaa-Netzwerk wieder offen.
Leider bleiben die Supernodes nicht auf ewig im Netz, so daß die Einträge in der /etc/hosts häufig aktualisiert werden müssen, sobald man den Client erneut startet.
Um immer eine Liste an aktiven Supernodes zu haben, kann man die Debugfunktion des Kazaa-Clients ausnutzen. Dafür erstellt man im selben Verzeichnis, in dem sich auch das Binärprogramm befindet eine Datei mit dem Namen kazaadebug.log
  >> touch kazaadebug.log
  
In dieser Datei werden dann (neben vielen anderen Informationen) auch die IP-Adressen neu gefundener Supernodes aufgelistet. Man findet dann Einträge der Form
  DownloadHttpConnection: X-Kazaa-SupernodeIP:24.222.162.223:1214
  
Diese IP-Adressen kann man dann beim nächsten Start des Clients ersatzweise in die /etc/hosts eintragen, in der Hoffnung, daß die jeweilige Supernode noch online ist.
Das größte Problem bleibt damit das Auffinden der allerersten Supernode, nach längerer Gebrauchspause des Clients. Leider gibt es im Internet anscheinend noch keine zentrale Anlaufstelle, die eine ständig aktuelle Liste an Supernodes führt.

3. Supernode-IPs finden (Tipp von H. Hobelpeter)

Benötigt man zum Ersetzen der supernode.kazaa.com in der /etc/hosts die IP-Adresse einer laufenden Supernode, so könnte man mittels eines Port-Scanners wie beispielsweise nmap von http://www.insecure.org ein Subnetz nach Rechnern mit offenem Port 1214 durchsuchen.
Allerdings ist das Scannen von Ports dank des Teledienstegesetzes nicht erlaubt, so daß das das Ausführen des Befehls

  >> nmap -sT -p1214 139.78.68.* | grep Interesting
  
strafbar ist.

4. Client herunterladen (Tipp von K. Peters)

Der alte Linux-Client ist auf der neuen Kazaa-Hompage nicht mehr zum Download zur verfügung.
Man findet die alte Version aber immer noch auf einer Reihe von Web- und FTP-Servern, die mittels einer simplen Suche unter Google gefunden werden können.
http://www.google.de/search?hl=de&sa=G&q=%22kza.linux.tar.gz%22


Haben Sie noch einen Trick? Hängen Sie ihn doch als Kommentar an diesen Artikel an.



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