Software-Clients für File-Sharing
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Das Internet bedeutet das Ende des gedruckten Buches innerhalb der nächsten 10 Jahre! Zumindest wollten uns das alle "Internet-Experten" vor nicht einmal fünf Jahren erzählen. Pech gehabt, wie es scheint, trifft es die Musik- und Filmindustrie viel früher |
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File Sharing
Welcher Musiker träumt nicht davon, seine Songs der ganzen Welt zur Verfügung stellen zu
können, und damit allen Menschen Freude und Besinnung in ihren Alltag zu bringen ?
Wie uns die Musikindustrie eindeutig aufzeigt, anscheinend kein einziger.
Geld verdienen heißt die Devise, deshalb werden populäre Programme wie Napster zur Bezahlsoftware umfunktioniert, und gegen jede weitere Tauschbörse wird gnadenlos mit rechtlichen Schritten vorgegangen. Musik-Dateien und -CDs erhalten einen Kopierschutz, der selbst vor einer Zerstörung der HiFi-Anlage nicht zurückschreckt (siehe Telepolis: Kopierschutz um jeden Preis?).
Aber einen positiven Effekt hat dieser Aufrüstwahn immer, er findet nämlich stets auf
beiden Seiten statt, und während die einen an immer neuen Verschlüsselungstechnologien
basteln, entwickeln die Gegenspieler immer intelligentere, delokalisierte, stabile
Peer-to-Peer (P2P) Netzwerke.
Tausende von Nutzern gleichberechtigt miteinander zu verbinden und jeden Nutzer halbwegs
störungsfrei mit allen anderen Klienten des gleichen Netzwerkes kommunizieren zu lassen, wäre vor
einigen Jahren noch als unmöglich abgestempelt worden.
Trotzdem bietet ein Netzwerk mit zentralem Server noch immer die schnellsten Antworten
auf Suchanfragen.
Die vor einiger Zeit fast im täglichen Rythmus erfolgten Abschaltungen
des Napster-Servers aufgrund gerichtlicher Weisungen und die schon wenige Stunden später folgenden
"Einstweiligen Verfügungen", die ein Weiterlaufen des Services erlaubten, schafften es gar in
die lokalen Radio-Nachrichten und selbst die
Tagesschau erwähnte
Napster mehrmals. Erst dieses breite Medieninteresse machte die Tauschbörse der
breiten Bevölkerung bekannt und sorgte für einen nie dagewesenen Boom, der die Napster-Server
mehrmals überlastete.
Gleichzeitig zeigte dies aber auch die große Schwäche dieses Netzwerkes, das vollständig von
den in Amerika stehenden Servern abhängig war. Jedes Abschalten legte die Tauschbörse
unweigerlich lahm. Die nächste Generation von Tauschbörsen bestizt daher nicht mehr nur
einen einzigen zentralen Serverpark, sondern stellt neben den zu benutzenden Clients auch gleich
einen frei benutzbaren Server zur Verfügung. Die einzelnen Server laufen häufig auf
Privatrechnern und meistens nicht länger als einen Tag, bevor sie ihre IP wechseln. Die Clients
hingegen springen von Server zu Server und suchen währenddessen nach den gewünschten Dateien.
Jeder Client hinterläßt dabei auf den einzelnen Servern eine Adressliste aller anderen ihm
bekannter Server, so dass auch später kommende Clients diese Liste vorfinden und ihre eigene
Adressensammlung erweitern können.
KaaZaA, Morpheus und Grokster sind noch die letzten verbliebenen Vertreter der alten
Napster-Philosophie und deshalb auch bereits in die Fänge der RIAA geraten.
Zwar benutzt dieses Netzwerk auch eine Peer-2-Peer Technik mit Nodes (Clients) und SuperNodes
(zum Server umfunktionierte Clients), jedoch verhindert die strenge Geheimhaltung des
Protokolls die Entwicklung freier Clients (siehe giFT) so daß auf Druck
der RIAA problemlos alle Clients mit einem Filter ausgerüstet werden können. Vorkehrung für
derartige Schritte wurden bereits in alle verbreiteten Clients integriert.
Im Folgenden sollen deshalb hauptsächlich die Alternativen der zu diesen unter Windows sehr verbreiteten Tauschbörsen gegeben werden, soweit sie einen Linux-Client besitzen. Auf den Einsatz und die Installation der zugehörigen Server (falls vorhanden), wird in einem weiteren Artikel genauer eingegangen.
OpenNap
Schnell wurde das Protokoll von Napster von findigen Programmieren aufgebohrt und ein eigener
Server, der kompatibel ist, entwickelt. Das ganze Projekt läuft unter dem Namen
OpenNap und ist mittlerweile aus der Natur der Sache
populärer als der klassische Napster-Server.
Eine Unzahl an Clients für dieses Protokoll existieren, die alle ihre eigenen Vorzüge besitzen.
Sehr populär ist Lopster, ein GTK-Programm, welches sich mittlerweile durch seine hohe Stabilität
und Funktionsumfang auszeichnet.
So können für jeden einzelnen User, der Dateien hoch- oder herunterladen möchte, einzelnd
Übertragungsrate, maximale gleichzeitige Transfers etc. eingestellt werden. Echtzeitstatistiken
und automatisierbare Suchanfragen runden das gelungene Programm ab. Allerdings kostet dieser
Komfort viel Rechenzeit, so dass das Programm auf langsamen Rechnern (Pentium I und älter)
bereits einen Großteil der Rechenleistung beansprucht. Da die Entwicklung von Lopster
immer schneller vonstatten geht, ist es empfehlenswert, statt des vorgefertigten tar.gz-Paketes
stets die aktuelle CVS-Variante zu benutzen.
KDE-Benutzer bevorzugen möglicherweise KNapster, während für
Gnome-Benutzer auch Gnapster zu
empfehlen ist.
Viele Konsolen-Fanatiker benutzen stattdessen TekNap, der zwar
umfangreich zu bedienen ist, aber auch entsprechend lange Einarbeitung erfordert.
Links:
| OpenNap | opennap.sourceforge.net |
| Lopster | lopster.sourceforge.net |
| Knapster | knapster.sourceforge.net |
| Gnapster | www.faradic.net/~jasta/gnapster.html |
| TekNap | www.teknap.com |
eDonkey2000
Das eDonkey-Netzwerk wird hauptsächlich zum Tauschen von
Filmen benutzt. Da es Funktionen wie
simultanen Download einer Datei bietet und auch den Download von Clients unterstützt, die selbst
noch nicht im Besitz der vollständigen Datei sind, ist es ideal zum Teilen von großen Dateien
geeignet. Außerdem können neue Dateien sehr schnell im eDonkey-Netz verbreitet werden, ohne
dass die Last auf einzelne Personen beschränkt bleibt.
Der Linux-Client dieses Netzwerkes ist bisher erst als Konsolen-Variante erhältlich, was sich
wahrscheinlich in nächster Zeit auch nicht ändern wird. Es gibt aber mittlerweile grafische Frontends,
die jedoch unabhängig vom eigentlichen Client entwickelt werden.
Trotzdem bietet der Einsatz der Konsolen-Variante in Verbindung mit dem Unix-Tool "screen",
welches standardmäßig auf den meisten Systemen installiert sein sollte, eine unglaubliche
Flexibilität.
Screen ist eine Art WindowManager für die Konsole, die es erlaubt, Shell-Sitzungen zu starten, im
Hintergrund laufen zu lassen und bei Bedarf an verlassener Stelle weiterzuarbeiten. Startet man
nun mittels Screen eine neue Sitzung und innerhalb dieser Sitzung den eDonkey-Client, kann man
mittels der Tastenkombination "Strg A" und "Strg D" die Screen-Sitzung in den Hintergrund
versetzen und jederzeit mittels "screen -r" (notfalls mit PID-Nummer) wieder in den
Vordergrund holen.
Der Client kann so unbeaufsichtigt tagelang laufen und die einzelnen Donkey-Server absuchen.
Die Bentuzung des Konsolen-Clients gestaltet sich anfangs etwas ungewohnt, nach
einer Eingewöhnungsphase aber durchaus akzeptabel. Problematischer ist viel eher das
Finden eines eDonkey-Servers im Netz. Zwar befindet sich auf der Homepage von eDonkey eine Liste
bekannter Server, jedoch ist diese zumeist veraltet.
Hat man erstmal eine Verbindung zu einem Server zustande gebracht, wird automatisch eine Liste
weiterer Server heruntergeladen (zu sehen mittels "vm"). Von nun an sollte das
Auffinden anderer Server kein
Problem mehr darstellen, und man kann mit "auto +" ein automatisches Verbinden mit
anderen Servern einstellen. Hilfe zu den Konsolen-Kommandos liefert die Eingabe eines "?".
Links:
| eDonkey2000 | www.edonkey2000.com |
| Screen | www.math.fu-berlin.de/~guckes/screen/ |
Gnutella
Das Gnutella-Netzwerk ist ein reines P2P-Netz, ohne jeglichen Server und daher von niemandem kontrollierbar.
Jeder Rechner bildet eine
sog. Node im Gnutella-Netzwerk. Suchanfragen werden von Inode zu Inode weitergegeben und
bei Treffern die Antwort an den Fragesteller zurückgeschickt. Die folgenden Dateitransfers
finden direkt zwischen den beiden Rechnern statt.
Das Gnutella-Netzwerk war eine zeitlang stark überlastet und hatte (wie viele der anderen Netzwerke auch)
damit zu kämpfen, dass die meisten Benutzer nur am Herunterladen, nicht aber am Teilen eigener
Dateien interessiert waren. Dadurch wurde die Netzwerklast für einige wenige User untragbar hoch,
so dass kaum vernünftige Transferraten erreicht werden konnten.
Durch die hohe Popularität anderer Netzwerke und ein Redesign des Gnutella-Protokolls hat sich
dieses Problem mittlerweile gebessert. Zwar gelingt ein Tausch größerer Dateien mittels Gnutella
immer noch recht selten, kleine MP3-Dateien können hingegen zumeist erfolgreich
übertragen werden.
Ein guter Linux-Client ist GTK-Gnutella, der ähnlich
seinem Windwos-Pendant aufgebaut ist.
Sehr weit verbreitet ist auch der Java-Client Lime Wire, der
einen äußerst komfortabel im Gnutella-Netzwerk navigieren lässt.
Aber es gibt noch eine Fülle weiterer Client-Programme für Linux, die hier nicht alle genannt werden können. Eine gute Übersicht bietet die Seite: http://www.gnutelliums.com/linux_unix/.
Links:
| GTK-Gnutella | gtk-gnutella.sourceforge.net/ |
| Lime Wire | www.limewire.com/ |
| Client-Übersicht | http://www.gnutelliums.com/linux_unix/ |
Audiogalaxy
Audiogalaxy ist ein gänzlich anders aufgebautes Tausch-Netzwerk, das besonders durch
seine webbasierte Bedienung auffällt. Das Netzwerk besteht aus einem zentralen Server, bei dem
jeder registrierte Nutzer mit seinem Web-Browser die gewünschten Dateien suchen und zum
Download aktivieren kann.
Gleichzeitig (oder auch zu jedem beliebigen anderen Zeitpunkt) startet man zuhause seinen sog.
Satelliten, der eine Verbindung zwischen eigenem PC und Server zur Verfügung stellt.
Sollte nun irgendwo auf der Welt ein Bentuzer mit einer der gesuchten Dateien eine Verbindung
zum Audiogalaxy-Server herstellen, erkennt der Server dies, und stellt die Kommunikation
zwischen den beiden Satelliten her.
Dieses Prinzip bietet eine Reihe von Vorteilen: Man kann auf diese Weise auch sehr selten
vorhandene Dateien erhalten, denn der Server merkt sich alle Dateien, die ein User irgendwann mal
freigegeben hatte, auch wenn die zugehörige Person nicht mehr eingeloggt sein sollte.
Seinen eigenen Satelliten läßt man nun aktiviert, und wartet ab, bis die zur gesuchten Datei
gehörige Person sich im Audiogalaxy-Netzwerk wieder einloggt.
Außerdem kann man seinen Satelliten auf einem beliebigen Rechner laufen lassen, während man von irgendeinem Web-Browser aus einen Song, der einem evtl. gerade einfällt sucht und für einen Download markiert. Der Satellit muß dafür nämlich noch nicht einmal aktiviert sein.
Allerdings sind nicht alle Titel mittels Audiogalaxy tauschbar, da der Server umfangreiche Filter aktiviert hat, die ein Tauschen bestimmter Dateien verbieten. Wonach diese Filterregeln aufgestellt werden, bleibt allerdings ein Geheimnis der Server-Administratoren, die bisher auf keinerlei diesbezüglicher Mails reagiert haben.
So blieben eine Reihe von Anfragen verschiedenster Autoren unbeantwortet, die darum gebeten hatten, ihre Songs in die Filter mit aufzunehmen. Hingegen gibt es auch eine Reihe von Fällen, wo Anfragen freier Song-Autoren, die gar nicht möchten, dass ihre Lieder gesperrt werden, ungehört blieben (siehe auch Audiogalaxy-Forum).
Da der Satellit nur die Kommunikation zum Server herstellen muss, während die Suchanfragen per
Web-Frontend erfolgen, ist der Client folglich rein Konsolen-basierend.
Die Konfiguration hingegen ist eher untypisch, so muss nach dem Download der Software von der
Audiogalaxy Seite das Programm entpackt werden, und
im erstellten Verzeichnis zwei Dateien account.txt und shares.txt angelegt
werden. In die Datei account.txt wird in die erste Spalte die e-Mail-Adresse eingetragen, mit
der man sich bei Audiogalaxy registriert hat, in die zweite Zeile wird das zugehörige Passwort
eingetragen.
In die Datei shares.txt wird das Verzeichnis hineingeschrieben, in welchem die
Dateien nach einem Download abgelegt werden sollen. Dieses Verzeichnis wird automatisch
zusätzlich für Uploads freigegeben. Sollte diese Verzeichnis nicht existieren, kann das Programm
nicht ordnungsgemäß starten.
Während des Verbindungsaufbaus wird eine Log-Datei angelegt "logv***.txt, die bei
Problemen weitere Hinweise geben kann.
Links:
| Audiogalaxy | www.audiogalaxy.com |
Generic Interface to FastTrack: giFT
Die unter Windows so beliebten Programme Morpheus und Kazaa basieren beide
auf dem FastTrack Netzwerk. Linux-Versionen dieser Programme sind trotz vereinzelter
Ankündigungen lange Zeit nicht erschienen (mittlerweile existiert ein Kazaa-Client für Linux).
Also haben sich eine Reihe von Programmierern mittels
"Reverse-Engineering" die Aufgabe gesetzt, die Kommunikation dieses
FastTrack-Netzwerkes zu entschlüsseln und einen Open-Source-Client zur Verfügung zu stellen.
Das ganze nennt sich giFT und steht für
Generic Interface to FastTrack.
Da die Windows-Clients Morpheus und Kazaa sich über Werbebanner innerhalb der Software
finanzieren, während das giFT-Projekt zwar deren Server-Resourcen benutzt, aber keine
Werbeeinnahmen bringt, wurde mehrfach versucht, die Open-Source-Variante durch Protokolländerungen
(die offiziell Sicherheitsupdates genannt wurden) am Zugang zum FastTrack-Netzwerk zu hindern;
bisher ohne langanhaltenden Erfolg.
Die Software basiert auf zwei Teilen, von denen der eine die Kommunikation mit dem
FastTrack-Netzwerk herstellt, während der darauf aufsetzende eigentliche Client die
Suchanfragen an das Netzwerk übermittelt.
Bisher existieren als Client eine CGI-Variante, die mittels Web-Oberfläche gesteuert wird
und ein Java-Applet.
Die Bedienerfreundlichkeit läßt noch sehr zu wünschen übrig, außerdem bleibt es fraglich,
ob sich der Arbeitsaufwand, den die Open-Source-Entwickler tätigen, überhaupt lohnt.
Denn bereits jetzt ist das FastTrack-Netzwerk ein Dorn im Auge der RIAA, und es wird wohl
nicht mehr lange dauern, bis in diesem Netzwerk erste Filter eingebaut werden.
Links:
| giFT | http://sourceforge.net/projects/gift |
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