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Artikel vom 28.12.2000
Autor: Kristian Rink
Languages: en nl
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Distributionen - Trinux & Coyote Linux & RamFloppy

Trinux 0.7

3 Disketten: Boot, Add-Ons 1 und Add-Ons 2
Kernel: 2.2-Serie
Profil: Netzwerk-Tool

Die Startup-Message der Bootdiskette bezeichnet das Trinux-Projekt als den Versuch, ein Linux-basiertes Netzwerksicherheits-Toolkit auf die Beine zu stellen, was schon einige Rückschlüsse auf die zu erwartenden Programme zuläßt. Zunächst offenbart sich Trinux mit seiner "Do you have another floppy?" - Art, die Add-On - Disketten ins System einzuarbeiten, als erfreulich offen strukturiertes und somit perspektivisch gut erweiterbares System. Wird dann jene Frage nach der zweiten Add-On - Disk mit "n" beantwortet, steht dem geneigten Anwender ein einsatzfähiger Linux-Rechner zur Verfügung, der quasi alle Tools bietet, derer es bedarf, um in ein laufendes Netzwerk einzugreifen, Verbindung mit Rechnern (Servern) herzustellen und dergleichen mehr. SSH und 'telnet' stehen für den remote-Zugriff zur Verfügung, als Portscanner findet sich der überaus mächtige 'nmap' im Repertoire, und diverse Sonder-Tools wie "adm-smb" (Sicherheitscheck für Samba-Server), "hunt" (Programm zum Untersuchen, Kontrollieren und Manipulieren von Netzwerkverbindungen), "tcpdump" und "tethereal" ('Abhorchen' von Datenpaketen im Netz) oder Programme zum Aufspüren von Eindringlingen im Netz bieten ein für gerade mal drei Disketten ausgesprochen ordentliches Maß an Funktionalität, damit wird Trinux letztlich zu einem ausgesprochen interessanten Tool für den durch Hacker und gestörte Server leidgeplagten Administrator...

Infos: trinux.sourceforge.net

RamFloppy 2.2.15

1 Diskette
Kernel: 2.2.15
Profil: Rettungs-Disk

Nicht mehr ganz aktuell, aber seit Anfang an ein hilfreiches Tool bei der Wiederbelebung von Linux-Maschinen (in Sonderheit bei defekten Bootkonfigurationen), bildet die im wesentlichen auf Kernel 2.2.15, der 'ash' - Shell und dem Midnight Commander (!) aufbauende RamFloppy ein Tool, welches hier schon mehr als nur einmal gute Dienste geleistet hat. Bei nur einer Diskette 'Distributions'-Umfang und im Hinblick auf die Dimensionen eines Kernels der 2.2er-Serie sind bezüglich der enthaltenen Software freilich keine Wunder zu erwarten, aber letztlich finden sich die für die Wiederherstellung eines (wie auch immer) geschädigten Systemes potentiell relevanten Tools (Plattenzugriff und Dateisystemoperation, Texteditoren, LILO, diverse Packer und natürlich 'tar' ) in den 'bin' - Verzeichnissen der RamFloppy und sorgen dafür, daß diese Disk das erklärte Ziel (folgt man der Boot-Message) einer 'Rettungsdiskette' durchaus erreicht. Als interessantes Feature bleibt zu erwähnen, daß ein Großteil der Systemkommandos (cat, chroot, mv, mkdir, date ...) offensichtlich realisiert werden durch ein einziges Binary namens "busybox", was in gewisser Weise Erinnerungen an die guten (?) alten Zeiten der command.com wiederaufleben läßt...

Coyote Linux 1.22

1 Diskette
Kernel: 2.2
Profil: Router / Gateway

Wer den Coyote bislang nur als ewig vom Pech verfolgte Hauptfigur in sadistischen Zeichentrickfilmen kannte, darf sein Weltbild jetzt leicht revidieren: Dieser Coyote ist ein weiterer Vertreter der Gattung "Zwerg-Linuxe", wie viele seiner Artgenossen hochspezialisiert und ebenso gut in seinem Bereich. Coyote Linux 1.22 macht sich die unstrittig guten Netzwerkfähigkeiten von Linux einerseits und, andererseits, die Möglichkeit zunutze, das System auf einem Minimum an Speicherplatz unterzubringen, um einen Software-Router / Gateway / Masquerading-Server zu erstellen, der auf auch dem alten 486er ohne Festplatte und mit wenig RAM zufriedenstellend läuft. Es scheint an der Zeit anzumerken, daß bei den kleinsten der Linux-Distributionen grundsätzlich zwei verschiedene Wege gegangen werden, um die im allgemeinen aus dem Internet beziehbaren Dateien auf Disketten zu bringen. Einerseits sehr verbreitet sind die Disk-Images, die man sich schlicht herunterlädt, mittels 'dd' (oder rawrite, falls der verfügbare PC von M$-kompatiblen Betriebssystemen befallen ist) auf das / die zu verwendeten Medien schreibt. Der andere Weg, wie er unter anderem auch bei Coyote gegangen wird, ist der eines *.tar.gz - Archives mit Konfigurationsskript, welches den installierenden Nutzer mit einer Vielzahl an Fragen konfrontiert, um letztlich ein System auf Diskette zu bannen, welches haargenau den Gegebenheiten des zu betreibenden Rechners entspricht. Das hat gleichermaßen Vor- wie auch Nachteile (einerseits etwa müssen nicht sämtliche verfügbaren Netzwerktreiber-Module auf die Diskette gepackt werden, andererseits darf dann unter Umständen bei einer Änderung an der Konfiguration eine neue Diskette angefertigt werden), funktioniert aber bei Coyote recht gut. Wenn das System dann erst einmal läuft, befindet sich der Nutzer weitestgehend in einem textbasierten Menü-Schirm, der etwas an das erinnert, was man mitunter beim 'telnet' auf einen kommerziellen Hardware-Router zu sehen bekommt. Von hier aus läßt sich die Konfiguration bequem steuern. Wer also noch auf der Suche nach einer Möglichkeit ist, einen alten Rechner sinnvoll zu verwenden, der sollte den Coyote einmal testen. Zu guter Letzt: Das System beherrscht neben klassischem PPP auch die Einwahl über PPPoE, was für alle *DSL-Nutzer unter Umständen interessant sein dürfte.)

Infos: www.coyotelinux.com




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